Der Westflügel der Station G des Altbaus des Klinikums Konstanz ist gesperrt. Die Kriminaltechniker der Kriminalpolizei Friedrichshafen haben bereits in der Nacht mit den Ermittlungen begonnen, nachdem das Feuer, das Freitagabend in einem Patientenzimmer ausgebrochen war, gelöscht war.

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Die Feuerwehr Konstanz schildert die Situation am Freitagabend am Brandort:

„Durch die extreme Hitzeentwicklung war das Fenster geborsten und offene Flammen schlugen heraus. Auf beiden Seiten des Gebäudes standen Personen an den Fenstern und schrien teils um Hilfe.“

Nach Einschätzung der Feuerwehr verhinderten vor allem die geschlossenen Brandschutztüren, dass das Feuer sich weiter ausbreiten konnte. Neben den Rettungskräften kamen auch Klinikmitarbeiter aus dem Feierabend an den Brandort. Auch Notfallseelsorge und Einsatznachsorge waren vor Ort.

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Über die Warn-App „NINA“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz wurde eine Warnung für den Bereich Konstanz ausgerufen. 

Bild: Sebastian Pantel

Die Warnung sollte die Bevölkerung über den Einsatz und die Schließung des Klinikums informieren. Der Landkreis Konstanz empfiehlt seinen Anwohnern diese App auf ihrem Smartphone zu installieren, um in Schadenslagen solche Meldungen zu erhalten. 
Mehr Infos zur App und die Möglichkeit zum Downloaden, gibt es hier.

Ermittlungen zur Ursache sind im Gang

Die Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei sind in vollem Gange, sagt Bernd Schmidt, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Derzeit würden der Brandplatz untersucht und Zeugen vernommen.

Hinter der offen stehenden Brandschutztüre sind die Ermittlungen zur Ursache, die gestern zum Brand in einem Patientenzimmer des Klinikums Konstanz geführt haben, in vollem Gang.
Hinter der offen stehenden Brandschutztüre sind die Ermittlungen zur Ursache, die gestern zum Brand in einem Patientenzimmer des Klinikums Konstanz geführt haben, in vollem Gang. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Die Brandursache ist bis dato nicht bekannt“, so Schmidt. „Auch zur Schadenshöhe können wir bislang nichts sagen.“ Auch seien die Umstände, die zum Tod eines Patienten führten, noch nicht bekannt.

Am Klinikum Konstanz läuft der Betrieb wieder normal

„Bereits Freitagnacht gegen 23 Uhr konnten wir auch den Betrieb für die Notfallversorgung wieder aufnehmen“, bestätigt Rainer Ott, Geschäftsführer des Gesundheitsverbundes Landkreis Konstanz. Die Patienten, die von der betroffenen Station evakuiert werden mussten, „konnten alle im Haus verlegt werden“, so Ott.

Rainer Ott, Klinik-Geschäftsführer, dankt allen Mitarbeitern.
Rainer Ott, Klinik-Geschäftsführer, dankt allen Mitarbeitern. | Bild: Scherrer, Aurelia

„Zwölf Patienten wurden über die Fluchttreppe und eine Person mittels Drehleiter der Feuerwehr Konstanz evakuiert“, ergänzt Pressesprecher Werner Merk. Der Geschäftsführer bedankt sich bei allen Einsatzkräften und allen Klinik-Mitarbeitern, die sehr gut reagiert und effizient gehandelt hätten. „Es bewährt sich, dass regelmäßig Übungen stattfinden“, stellt Rainer Ott fest.

Er spricht von einer „sehr guten Zusammenarbeit“ aller am Einsatz Beteiligter, die durch ihr rasches, zielgerichtetes Handeln Schlimmeres verhindert hätten. Rainer Ott bedauert den Todesfall im Zusammenhang mit dem Feuer sehr. Laut Polizei Konstanz handelt es sich bei dem Opfer um einen 80-jährigen Mann, der in dem Zimmer untergebracht war, wo das Feuer ausgebrochen war.

Brand fordert 14 Verletzte 

13 Patienten und ein Krankenhaus-Mitarbeiter haben durch den Brand eine Rauchgasvergiftung erlitten, fünf von ihnen seien vorsorglich zur Beobachtung auf die Intensivstation verlegt worden, so die Polizei. Lebensgefahr bestehe jedoch bei keiner dieser Personen.

Die Kriminalpolizei bittet Personen, die das Brandgeschehen fotografiert oder gefilmt haben, sich bei der Polizei Konstanz, Telefon 07531/995-0, zu melden.

Wenn die Ermittler mit ihrer Arbeit fertig sind, beginnt die Renovierung

„Es sieht schwarz aus“, beschreibt Rainer Ott den abgesperrten Bereich der Station G, in der aktuell die Kriminaltechniker auf Spurensuche sind. Bilder aus dem Inneren zeigen geschwärzte Wände und Böden:

Hier geht es in den Westflügel der Ebene G. Das Absperrband der Polizei ist zu sehen, die Kriminaltechniker ermitteln.
Hier geht es in den Westflügel der Ebene G. Das Absperrband der Polizei ist zu sehen, die Kriminaltechniker ermitteln. | Bild: Scherrer, Aurelia
Der Gang im Westflügel, er ist verrußt und kann über eine lange Zeit hinweg nicht genutzt werden.
Der Gang im Westflügel, er ist verrußt und kann über eine lange Zeit hinweg nicht genutzt werden. | Bild: Scherrer, Aurelia

Ott geht davon aus, dass Mitte nächster Woche die Räume freigegeben würde. Dann erfolgten Bestandsaufnahme und Schadenserfassung durch die Versicherung und letztlich die Instandsetzung des betroffenen Bereichs.