Keine Wasserski-Show mehr, keine Kunstflieger mehr über dem Konstanzer Trichter, kein stundenlanges Reservieren der besten Plätze für das große Ah und Oh um 22 Uhr. Das Seenachtfest mag seit Jahren in der Kritik stehen, mit seinem Aus entfiele dennoch ein Stück Tradition.

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Die lautesten Argumente gegen das Fest: Die Preise sind zu hoch, das Angebot ist für Einheimische nicht attraktiv, die Anreise tausender zusätzlicher Besucher mitten in der Hauptsaison führt zum drohenden Verkehrskollaps.

Andererseits erinnern sich viele Konstanzer gerne an frühere Seenachtfeste

Als Passagierflugzeuge im Tiefflug die Sonne kurz verschwinden ließen, als Kunstflieger der italienischen und britischen Luftwaffe über den See donnerten; als Fußgänger vom Bahnhof bis zum Sternenplatz schlenderten. Es waren die Jahre, als Konstanzer selbst noch an den Ständen schufteten; als Vereine kiloweise Würste im Brötle und literweise Cola verkauften und so einen Großteil ihres Jahresbudgets an einem Tag erwirtschafteten. Diese Zeiten sind lange vorbei, mit wenigen engagierten Vereinen als Ausnahme.

Das Seenachtfest ist keines von und keines für Konstanzer mehr – und wird dies auch nicht mehr werden. Für Oberbürgermeister Burchardt ist damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf 2012, dies wieder möglich zu machen, unerfüllt geblieben. Das Fest vor dem Hintergrund des Klimanotstands begraben zu wollen, dürfte etwas damit zu tun haben, dass 2020 eine OB-Wahl ansteht.