Als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnet Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn die mehrmonatigen Arbeiten am Sternenplatz. „Und einem Patienten tut es selten gut, wenn zu viel auf einmal operiert wird“, schiebt er nach, um im Bild zu bleiben. Im Klartext heißt das: Das Voranschreiten des C-Konzepts wird für die Zeit des Sternenplatz-Umbaus unterbrochen.

sternenplatz Kopie
Auf diese Änderungen gilt es ab 8. Juli zu achten.

Ab Montag, 8. Juli, und in zwei Bauabschnitten soll der Verkehrsknotenpunkt bis Ende November modernisiert werden. Beteiligt an dem Projekt sind die Stadt Konstanz, deren Entsorgungsbetriebe und die Stadtwerke sowie das Regierungspräsidium Freiburg als Verantwortlicher für die an dieser Stelle zur B 33 gehörenden Straßen.

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Was sind die Rahmenbedingungen und Eckdaten?

Insgesamt kostet das Projekt laut Valentin Wind vom Regierungspräsidium Freiburg 3,7 Millionen Euro brutto, wobei der Bund mit zwei Millionen beteiligt sei. Betroffen ist die Spanierstraße ab dem Ibis-Hotel gegenüber dem Hallenbad und die Strecke zwischen der Alten Rheinbrücke und der Kreuzung Theodor-Heuss-/Mainaustraße. Gearbeitet werde laut Wind „im Mehrschichtbetrieb von Montag bis Samstag unter Ausnutzung des Tageslichts“. Eine Nachtbaustelle komme unter anderem deshalb nicht infrage, weil sie erhebliche Mehrkosten verursache und die Ruhe der Anwohner beträchtlich störe.

Welche Straßen werden für welche Verkehrsteilnehmer gesperrt?

Die gute Nachricht lautet: Die Spanierstraße bleibt auch im ersten Bauabschnitt bis vorraussichtlich Mitte Oktober offen. Die schlechte Nachricht für Autofahrer: Für sie gilt das nicht, sondern nur für Busse und Rettungs- und Einsatzfahrzeuge. Im kürzeren zweiten Bauabschnitt bis November soll die Spanierstraße dann wieder einseitig befahrbar: über die Rheinbrücke in die Stadt, aber nicht in umgekehrter Fahrtrichtung.

Die Spanierstraße wird am stärksten von der Baustelle betroffen sein.
Die Spanierstraße wird am stärksten von der Baustelle betroffen sein. | Bild: Oliver Hanser

Auch die Einfahrt in die Theodor-Heuss-Straße wird für Autofahrer ab der zweiten Juliwoche gesperrt sein. Aus regulär fünf Fahrspuren am Sternenplatz werden im ersten Bauabschnitt zwei, auf denen Autofahrer jeweils einspurig stadteinwärts und -auswärts fahren können. Die Mainaustraße bleibt in beide Richtungen befahrbar. Durch diese Lösung soll laut des städtischen Verkehrsplaners, Stephan Fischer, „der Verkehrsfluss aufrecht erhalten bleiben und ein Rückstau in den Bereich Sternenplatz vermieden werden“.

Fahrradfahrer können die Rheinbrücke bis Oktober nicht mehr nutzen, sondern müssen auf die Radbrücke ausweichen. Für Fußwege bleibt die Brücke offen, am Sternenplatz selbst soll es für sie nur zu zeitweisen Sperrungen kommen. Die Unterführung wird jedoch gesperrt sein. Die drei Lokale im Bereich der Baustelle bleiben geöffnet und sind zu Fuß zu erreichen.

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Wie sind die Umleitungen geplant?

Von weiter entfernt Anreisende werden bereits vor den Toren von Konstanz mit Schildern auf die Umleitungen Richtung Innenstadt beziehungsweise Fähre aufmerksam gemacht. So gelangt man an der Kreuzung Reichenau-Waldsiedlung über Wollmatingen und Litzelstetten (L 219 und 221) nach Staad, ins Zentrum wird über die Europabrücke umgeleitet.

Mehr Verkehr kommt auch auf Anwohner der Allmannsdorfer Straße, des Zähringerplatzes und der Wollmatinger Straße zu. Dort entlang wird, ebenso wie über die Oberlohn- und Reichenaustraße, der ortsansässige Verkehr geleitet. Auch weil ab Herbst die lang geplante Sanierung der Fürstenbergstraße im Bereich Riedstraße bis Siebenbürgerner Weg ansteht. Laut Stadtverwaltung muss dort aus Gründen der Verkehrssicherheit unvermeidbar zeitgleich zum Sternenplatz gearbeitet werden.

Wie fahren die Busse der Stadtwerke und wo halten sie?

In beiden Fahrtrichtungen werden die Bushaltestellen am Sternenplatz in Richtung Theodor-Heuss-Straße verlegt. Mit Ausnahme der Linien 1 und 5, die ersatzweise an der Mainaustraße halten werden. Laut Stadtwerke wolle man „so nah ran an den Sternenplatz, wie es das Baufeld zulässt“. Wo sich genau die Ersatzhalte befinden werden, müsse noch final abgestimmt werden.

Die Linien 6 und 13/4 werden stadtauswärts über die Spanierstraße fahren, die Ersatzhaltestelle befindet sich erst auf Höhe des Ibis-Hotels. Deshalb raten die Stadtwerke, bereits den Bahnhof für Umstiege zu wählen, um weite Fußwege und ein Verpassen des Anschlusses zu vermeiden.

„Schweren Herzens“ habe man sich stadteinwärts für eine Umleitung links in die als Fahrradstraße ausgewiesene Petershauser Straße entschieden, heißt es vonseiten der Stadtwerke. Sie gilt unter Busfahrern als Sicherheitsrisiko, weshalb unter anderem die Haltestellen in der Markgrafenstraße im Frühjahr aufgelöst worden waren.

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Die Stadtwerke argumentieren, dass die größte Gefahrensituation aber in gegenläufiger Fahrtrichtung herrsche und bei einer anderen Umleitungsvariante der komplette Stadtteil vom Busnetz abgehängt wäre.

Die Stadtwerke weisen daraufhin, dass es während der gesamten Bauzeitfenster zu Verspätungen im Stadtgebiet kommen werde und hat daher eine jeweils aktuelle Übersicht über Fahrplanänderungen eingerichtet unter: www.stadtwerke-konstanz.de/sternenplatz

Was wird genau von wem gemacht?

Die mehrmonatige Sanierung des Sternenplatzes ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundes und der Stadt Konstanz, die über das Tiefbauamt, die Entsorgungsbetriebe und das Tochterunternehmen Stadtwerke beteiligt ist.

  • Aufgabe des Bundes und somit des Regierungspräsidiums Freiburg ist der am deutlichsten sichtbare Teil der Baumaßnahmen: Weil der Bereich Spanierstraße und Sternenplatz zur B 33 gehört, werden die Asphalt-Arbeiten von der Neubauleitung Singen koordiniert. Projektleiter Valentin Wind erklärt die Notwendigkeit der Sanierung: „Derzeit hat der Fahrbahnbelag nur eine Stärke von acht Zentimeter, das ist nicht zeitgemäß.“ Diese alte Asphaltschicht werde deshalb komplett abgefräst, die künftige soll 25 Zentimeter dick werden. Zusätzlich zur Fahrbahn erneuere das RP laut Wind auch die Abdichtung der rund 60 Jahre alten Unterführung, die Beläge der Radwege und die stadteinwärts führende Bushaltestelle, die in Betonbauweise umgebaut werde. Außerdem werden die Ampeln vor der Rheinbrücke und an der Kreuzung zur Theodor-Heuss-Straße erneuert.
  • Die Stadt Konstanz ist parallel für neue Pflaster bei den Gehwegen, den Übergang des Radwegs zur Rheinbrücke und die Sanierung der Unterführung zuständig. Laut Michele Lagrutta vom städtischen Tiefbauamt ist zudem geplant, an der Bushaltestelle Sternenplatz/Spanierstraße etwa ein Dutzend weiterer Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen.
  • Die Entsorgungsbetriebe Konstanz erneuern die in die Jahre gekommenen Kanäle, was laut Lagrutta Überschwemmungen, wie sie zuletzt unter der Brücke vor der Theodor-Heuss-Straße vorkamen, vermeiden soll.
  • Die Stadtwerke verlegen im Zuge der Bauarbeiten Wasserleitungen, auch neue Kabel für den Internetdatenverkehr sollen gezogen werden. „Die Trinkwasserversorgung wird aber für alle Bürger stets sichergestellt sein“, sagt Lagrutta.
Benjamin Brumm