Konstanz Anwohner üben leichte Kritik an Pflegeheim-Planung

Bei einer Vorstellung der Entwürfe für die Jungernhalde formulieren Allmannsdorfer gegenüber den Planern Sorge wegen der Gebäudehöhe und dem Verkehr. Doch es gibt auch Lob.

Nach jahrelangen Diskussionen und vielen Workshops steht nun der Entwurf für ein dreigeschossiges Pflegeheim mitten in Allmannsdorf. Daneben ist ein Neubau für den Kindergarten St. Georg geplant, der später von seinem Standort an der Kirchgasse dorthin umziehen soll. Interessierte Bürger hörten sich bei einem Informationsabend an, wie die Planungen genau aussehen sollen.

Stadtplanerin Bettina Nocke erläuterte den Entwurf des österreichischen Architekten Johannes Kaufmann, den sie "einfach, aber funktional" nannte. In zwei Würfeln, die sich in der Mitte überschneiden und Platz für ein gemeinsames Treppenhaus bieten, kommen 60 Bewohner unter. Die Wohngruppen bestehen aus je zwölf Zimmern mit Gemeinschaftsraum und Küche. "Die älteren Menschen werden am Alltag beteiligt, sie helfen zum Beispiel beim Kochen", so Nocke. "Sie bekommen nicht alles von außen hingekarrt und werden nur abgefertigt." Reinhard Zedler von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als späterer Betreiber ergänzte: "Zwei Lichthöfe machen das Gebäude schön hell."

Anklang im Publikum fanden die großzügigen Grünflächen rund um das Gebäude. Der Naturraum zwischen Heim und Kindergarten soll auch von den Bürgern nutzbar sein. "Hier entfernen wir einige große Büsche, pflanzen aber zum Ausgleich an anderer Stelle nach", erläuterte Landschaftsplanerin Renate Gaus. Links vom Pflegeheim entsteht ein Garten für die Bewohner, daran schließt sich eine Streuobstwiese an. Teil der Planung ist auch die neue Anordnung von 28 bis 32 Parkplätzen im Gebiet Jungerhalde, wie Nils Jansen vom Amt für Stadtplanung und Umwelt erläuterte.

Wie geht es an der Allmannsdorfer Jungerhalde weiter? Stadtplanerin Bettina Nocke sowie Vertreter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, der AWO und der Wobak erläuterten interessierten Bürgern die Pläne. Bild: Kirsten Schlüter
Wie geht es an der Allmannsdorfer Jungerhalde weiter? Stadtplanerin Bettina Nocke sowie Vertreter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, der AWO und der Wobak erläuterten interessierten Bürgern die Pläne. Bild: Kirsten Schlüter

Einige sollen dem Pflegeheim, andere dem Kindergarten und weitere der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Anwohner monierten, schon jetzt seien die Stellplätze knapp. Marion Klose, Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, antwortete: "Der Kindergarten benötigt abends keine Plätze, diese können dann von Anwohnern genutzt werden." Es wurde auch der Wunsch nach einer Tiefgarage laut. "Das können wir aus Kostengründen nicht stemmen", sagte Ulrich Eppler von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Wobak) als Bauherr.

Nach all dieser Kritik meldete sich Alexander Gebauer, Ehrenvorsitzender der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad (BAS), zu Wort: "Der Entwurf hat außerordentliche Qualität und erfüllt unsere Forderung nach viel Grünraum." Weniger begeistert zeigten sich die Allmannsdorfer von der geplanten Höhe des Pflegeheims von 11,5 Meter. Ein Anwohner aus dem Schmerzenmösle empörte sich: "In den Unterlagen wird die zulässige Höhe von neun Meter genannt! In unserer Straße stehen Fischerhäuschen, und davor soll nun so ein Klotz hingebaut werden." Bettina Nocke nahm Stellung: "Ich hatte die neun Meter in die Pläne geschrieben, aber diese Zahl ist unrealistisch. Wer arbeitet, macht Fehler", entschuldigte sie sich. Ulrich Eppler ergänzte: "Wir bauen mit Sicherheit keinen Zentimeter höher als nötig, weil alles Geld kostet. Aber eine Raumhöhe von 2,40 Meter, die im Schlafzimmer ausreicht, würde bei einem 120 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum sehr erdrückend wirken."

Marion Klose pflichtete ihm bei: "Wir stellen hier keinen Bunker hin, das ist ein sehr durchdachter Holzentwurf, der zu Allmannsdorf passt." Ulrich Eppler will einen Wunsch des BAS-Vorsitzenden Sven Martin erfüllen und ein Stangengerüst aufbauen lassen, damit die Dimensionen des Pflegeheims deutlich werden.

Ortsmitte Allmannsdorf

Die Jungerhalde Nord ist die größte unbebaute Fläche im Konstanzer Stadtgebiet, die für öffentliche Belange reserviert ist. Das Gelände ist rund 220 Meter lang und hat eine maximale Breite von 50 Meter. Insgesamt umfasst es rund 9575 Quadratmeter. An der Planung und einem Wettbewerb wurden die Bürger beteiligt. Viele wünschten sich kein Pflegeheim, sondern dezentrale Pflegewohnungen und ambulante Konzepte. Bauzeit für das Pflegeheim sind knapp 18 Monate. Bürger können die Pläne bis Donnerstag, 10. November, im Amt für Stadtplanung und Umwelt, Untere Laube 24, 5. OG, einsehen und dazu Stellung nehmen. Kontakt: Nils Jansen, Telefon (0 75 31) 900 539. (kis)

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