Ingeborg Meier

Schafe als Rasenmäher, Ziegen zur Hangbeweidung. Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Konstanz entwickelt immer neue naturnahe Methoden zur Erhaltung und Stärkung der Biodiversität und der Artenvielfalt. Im Anschluss an die diesjährige Mitgliedsversammlung in Welschingen hat LEV-Geschäftsführer Tilo Herbster für den SÜDKURIER Bilanz gezogen und erklärt die aktuellen Aufgabengebiete des Verbands und was dieser für die Zukunft plant.

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„Bei uns laufen ständig dreißig bis vierzig verschiedene Projekte gleichzeitig. Wir schaffen mit 140 Unternehmern und Landwirten zusammen und pflegen so aktiv 1600 Hektar auf mehreren hundert Teilflächen in den Naturschutzgebieten und anderen naturschutzfachlich wichtigen Gebieten der Region“, schildert Herbster. Wie der Diplom-Forstingenieur erläutert, gehen alle Mahd-Maßnahmen in den Schutzgebieten über den Tisch seiner Geschäftsstelle – beginnend bei der Mahd der Riedflächen bis hin zu jener, der Trockengebiete der Hegau-Vulkane. „In diesem Zusammenhang haben wir auch siebzig Weideprojekte“, so Herbster. Augenblicklich beschäftigt den Landschaftserhaltungsverband verstärkt die Winterpflege. Die Riedwiesen werden nach Herbsters Ausführungen nur einmal im Jahr gemäht. Das sei jetzt, wo sie verblüht sind, der Zeitpunkt.

„Bei uns laufen ständig dreißig bis vierzig verschiedene Projekte gleichzeitig. Wir schaffen mit 140 Unternehmern und Landwirten ...
„Bei uns laufen ständig dreißig bis vierzig verschiedene Projekte gleichzeitig. Wir schaffen mit 140 Unternehmern und Landwirten zusammen und pflegen so aktiv 1600 Hektar auf mehreren hundert Teilflächen in den Naturschutzgebieten und anderen naturschutzfachlich wichtigen Gebieten der Region“, schildert Tilo Herbster als Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes. | Bild: privat

Ein aktueller Schwerpunkt des Verbands sind die Planungen im Rahmen des landesweiten zukünftigen Biotop-Verbunds. Das sei arbeitsintensiv und werde es noch mehr. Denn aus den Planwerken erwartet sich Herbster tausende von Maßnahmen. Vereinzelt habe man auch schon mit der Umsetzung begonnen. Alle Kreis-Kommunen, mit Ausnahme von Büsingen, sind Mitglieder im Landschaftserhaltungsverband Konstanz und bereit, die Planwerke erstellen zu lassen. Die Kosten werden zu neunzig Prozent vom Land getragen.

Beim LEV wurde für den Biotopverbund eine neue Stelle geschaffen. Die Planungen sollen bis 2025 stehen. „Das bekommen wir auch hin,“ sagt Herbster. Wer sich viel in den hiesigen kommunalen Gremien bewegt, erlebt ihn und seinen Mitarbeiter dort häufig in Sachen Biotop-Verbund.

Erklärungen und Werbung für den Verbund, dessen Ziel es ist, den Arten-Rückgang zu stoppen, sind nämlich nötig. Insbesondere Landwirte befürchten nach Herbsters Worten Einschränkungen – zu unrecht, wie er betont: „Die in den Planwerken empfohlenen Maßnahmen werden nur umgesetzt, wenn der Eigentümer einverstanden ist.“ Die Umsetzung finanziere der LEV, die zeitlich unbegrenzten Förderbeträge seien lukrativ.

Verbuschte Flächen werden wieder geöffnet

In vielen Fällen gewinne zudem der Landwirt Nutzfläche dazu, sagt Herbster. Rund dreißig Prozent der Biotopverbundsflächen stünden momentan nämlich gar nicht für eine Bewirtschaftung zur Verfügung. Oftmals seien sie verbuscht und müssten zunächst wieder geöffnet werden.