Mal kurz mit dem Bus ins Ortszentrum, zur Arbeit, zum Arzt, zum Bummeln – angesichts des Fahrpreises von 2,55 Euro pro Strecke nahmen viele Gottmadinger, Bietinger, Ebringer und Randegger bisher doch lieber das Auto. Mit der Einführung des Ein-Euro-Tickets haben Sparfüchse jetzt keine Ausrede mehr. Der günstige Fahrschein gilt ab sofort. „Was die größeren Städte mit Erfolg vorgemacht haben, führen wir jetzt auch in Gottmadingen ein“, sagte Bürgermeister Michael Klinger beim Ortstermin am Montag.

Für umweltfreundliche Mobilität

Für den „Startschuss“ durfte Pavel Rossov, technischer Betriebsleiter bei der Firma Klink, seinen blitzblanken, brandneuen gelben Linienbus sogar auf den Rathausvorplatz stellen. „Wir wollen einen Anreiz zum Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität schaffen“, begründet Michael Klinger den Vorstoß der Gemeinde.

Viele Gottmadinger und Gottmadingerinnen würden schon gerne mit dem Bus vom Oberdorf ins Zentrum fahren, weiß der Bürgermeister zu berichten. „Aber 2,55 Euro für die Kurzstrecke sind dann einfach zu viel“. Gottmadingen ist die erste Landgemeinde im der Umgebung, die ein solches Ticket anbietet.

8.000 Euro im Haushalt 2020

Zum regulären Preis eines Einzelfahrscheins der VHB von 2,55 Euro wird die Gemeinde die Differenz von 1,55 Euro zuschießen. Dazu wurden 8.000 Euro in den Haushalt 2020 eingestellt. „Das werden wir aber nicht mehr ganz brauchen“, so Klinger.

Der Bürgermeister hofft, dass das neue Ticket gut angenommen wird. „Eine Fahrt – ein Euro, das kann sich hoffentlich jeder leisten“. Neben dem Umweltaspekt soll das Ein-Euro-Ticket in Verbindung mit dem seit Januar gültigen Fahrplan auch die Unabhängigkeit der älteren Mitbürger erhöhen, die so schnell und unkompliziert den Kernort und die Ortsteile erreichen können.

„Diese Buslinien sind ein bisschen wie ein Stadtbus-Angebot. Sie bieten innerörtliche, preiswerte, öffentliche Mobilität“, erläutert Bürgermeister Klinger. „Ein Schritt in Richtung Bürgerbus“. Aber auch Jüngere sollen sich von dem Angebot angesprochen fühlen: „Für Schlechtwetterfahrer, die sonst mit dem Fahrrad unterwegs sind, könnte das Ticket attraktiv sein“, ergänzt Mathias Kossmann.

In Zusammenarbeit mit der Schweiz

Er ist in der Gemeindeverwaltung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig und hat die Einführung des Tickets mit dem Verkehrsverbund Hegau-Bodensee (VHB) und der Schweizer Busgesellschaft organisiert.

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Denn der Fahrschein ist auch in Bussen der Linie gültig, die von Dörflingen (CH) über Randegg und Murbach nach Buch fährt. „Sie werden das Ticket auf der Teilstrecke zumindest anerkennen. Verkaufen können sie es noch nicht“, so Michael Klinger. Die größte Herausforderung sei gewesen, das Ein-Euro-Ticket im Tarifsystem unterzubringen. „Daher wird es dauerhaft bleiben“, macht der Bürgermeister deutlich. „Wenn es gut angenommen wird, ist eher die Frage, ob und wie man das Angebot ausweitet.“

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