Mindestens 25 Anmeldungen sind notwendig, damit in der Hermann-Hesse-Grundschule ein staatlich geförderter Ganztagsunterricht stattfinden kann. Doch nur für 18 Kinder wurde eine Anmeldung eingereicht – mit der Folge, dass sich der Status ab diesem Jahr von einer Ganztagsschule (GTS) hin zu einer Regelschule änderte und ihr die Förderung einer GTS versagt bleibt.

Zuletzt bot die Horner Grundschule an drei Tagen einen Ganztagesbetrieb bis 16 Uhr an. Der Ganztagsunterricht soll nun durch ein kommunales Angebot für die bisher angemeldeten Grundschüler kompensiert werden.

Ganztagsbetreuung wird nun kostenpflichtig

In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat an mindestens drei Tagen pro Woche eine Ganztagsbetreuung in diesem Schuljahr einzurichten. Deren Kosten belaufen sich auf 66.000 Euro. Für den Probemonat September ist das Angebot kostenlos. Ab Oktober soll die Anmeldung hierfür entgeltpflichtig sein.

Die staatliche Förderung umfasste das Bereitstellen von Lehrkräften für den Unterricht und die Betreuung an den Nachmittagen. Diese Förderung entfiel für dieses Schuljahr. Für die Betreuung schließt die Gemeinde nun sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge.

„Grundsätzlich ist es bedauerlich, dass die Ganztagsschule nicht zustande kam“, so Bürgermeister Uwe Eisch: „Gerne hätten wir das fortgesetzt und die Schule auch. Wir waren darauf eingestellt, dass wir die Lehrerstunden zu Verfügung gestellt bekommen.“

Die Gemeinde wolle die Familien nicht in der Luft hängen lassen, sagt der Bürgermeister

Das Schulamt fällte die Entscheidung Mitte Juli. Das kommunale Angebot solle nun Familien, Eltern und Kinder unterstützen, die diese Betreuung notwendig brauchen und sich auf den Ganztagsbetrieb organisatorisch eingestellt hatten. Die Gemeinde als Schulträger sei eingesprungen, damit die Familien nicht in der Luft hängen bleiben, so Eisch.

Bei den Wortmeldungen der Räte zeigte Mechtild Biechele (CDU) ihr Interesse an einer Härtefall-Regelung speziell für Alleinerziehende mit geringen Einkommen. Bürgermeister Uwe Eisch verwies hier darauf, dass die Entgelt-Berechnung bereits für Eltern günstig kalkuliert sei. Er bot betroffenen Eltern an, ihnen Hilfestellungen in Form einer Beratung zu geben, wo man von anderer Seite Hilfe bekommen könne.

Fürs nächste Schuljahr will Gaienhofen wieder ums Rennen im staatliche Förderung gehen

Christa Schuler (Die Aktiven) dankte der Verwaltung für den Probemonat, den sie als ein „soziales Bonbon“ begreift. Den Statuswandel von einer Ganztags- zur Regelschule fasste Bernd Sutter (Die Aktiven) einerseits als den Verlust eines Qualitätsmerkmals der Grundschule auf. Zudem gehe die Nähe zum Lehrkörper verloren. Er bedauerte ebenso, dass die Betreuung nun kostenpflichtig wird. Er wünscht sich, dass diese Betreuung „ein Intermezzo“ bleibt und im Schuljahr 2021/22 in der Grundschule wieder eine Ganztagsbetreuung stattfindet.

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Ingo Bucher-Beholz (UBL) regte an, die normale Ganztagsbetreuung in Form einer Erlebnispädagogik attraktiver zu gestalten, damit Anmeldungen für die Kinder und Eltern verlockender würden. Eisch verwies hier auf den Aspekt der Schulpflicht mit dem Charakter eines normalen Unterrichts.

Pandemie schränkt Flexibilität ein

Die Leiterin des Hauptamts, Sandra Rauer, erinnerte an die Bewegungsangebote der Schule mit Spielen für die Kinder. Der ehemalige Betrieb sei unabhängig von einer Berufstätigkeit geschätzt worden, da die Hausaufgaben erledigt und die Zeit danach als Freizeit für die Familie aufgefasst wurde.

Klaus Sturm (Freie Wähler) zeigte sich irritiert darüber, dass nur diejenigen am Angebot teilnehmen könnten, die sich bisher angemeldet hatten und keiner hinzukommen könne. Rauer bedauerte die fehlende Flexibilität des Angebots und verwies hierbei auf die Pandemie mit der Organisation und Betreuung in abgegrenzten Kohorten. Uwe Eisch signalisierte, dass nach Ende der Pandemie über erweiterte Angebote nachgedacht werden könne.

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