Die Gemeinde und die örtlichen Schulen haben nun eine Strategie für Schnelltests, die auf eine Infektion mit Covid-19 überprüfen, entwickelt. Damit kommen sie der bisher ausstehenden Umsetzung im Landkreis Konstanz zuvor, die noch keine konkreten Pläne für die Teststrategie des Landes vorweisen kann.

Da die örtlichen Arztpraxen und Apotheken, die laut offiziellen Verlautbarungen demnächst diese Aufgabe übernehmen sollen, nicht überall dazu in der Lage sind, haben die Schulleiter und Bürgermeister Uwe Eisch selbst das Heft in die Hand genommen: „Wir mussten selbst tätig werden“, sagte Eisch jetzt beim einem Vororttermin in der Schlossschule Gaienhofen.

Malteser Hilfsdienst testet

Umgesetzt wird das Testen der Schüler und Lehrer durch den Malteser Hilfsdienst aus Konstanz, der das medizinisch geschulte Personal zur Abnahme der Tests bereitstellt. Über die rasche Hilfe von Thomas Dreier und seinem Team vom Malteser Hilfsdienst ist man in Gaienhofen sehr glücklich. „Das war alles sehr unkompliziert“, sagte Schulleiter Dieter Toder. Die Gemeinde hat ein Kontingent an Testkits aus der Landesreserve abgerufen und die erforderliche Schutzausrüstung beschafft.

Freuen sich über die rasche Möglichkeit eines Coronatests an den örtlichen Schulen: Bürgermeister Uwe Eisch (links) und Schulleiter Dieter Toder von der Schlosschule Gaienhofen. Bild:Gerald Jarausch
Freuen sich über die rasche Möglichkeit eines Coronatests an den örtlichen Schulen: Bürgermeister Uwe Eisch (links) und Schulleiter Dieter Toder von der Schlosschule Gaienhofen. Bild:Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

Tests an vier Orten

Seit Dienstag werden nun bis auf weiteres wöchentlich jeweils am Dienstag- und Freitagmorgen die Tests in den Räumlichkeiten der Schlossschule, der Hermann-Hesse-Schule, der Grundschule Horn und in Kindertagesstätte stattfinden. Die Lehrer und Schüler können sich nach einer Voranmeldung kostenlos testen lassen. Das Testen ist freiwillig – wird aber von der Mehrzahl der möglichen Personen gerne wahrgenommen. Am Freitag hatten sich 50 von 80 Schülern für den Test angemeldet.

Wegstrecken sollen gering gehalten werden

Es wurden bewusst dezentrale Test-Orte an mehreren Schulen gewählt, damit Schüler und Lehrer möglichst wenige Wegstrecken zurücklegen müssen, die immer mit einem Zeitverlust verbunden wären. Damit soll gewährleistet werden, dass alle, die sich testen lassen wollen und damit einen Beitrag zu einem höheren Schutz vor einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 an einzelnen Schulen leisten, das auch rasch und unentgeltlich tun können.

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Bei sukzessiv steigenden Schülerzahlen und wieder anlaufendem Präsenzunterricht ist das eine dringend nötige Maßnahme, finden die beiden Initiatoren, die sich darüber freuen, dass alles so kooperativ und unkompliziert anlaufen konnte. Aus ihrer Sicht muss man selbst die Strukturen schaffen, wenn die Kapazitäten der Fachärzte und zentraler Testzentren an ihre Grenzen stoßen.

Vielleicht ein Modell für alle Bürger?

Inwieweit diese kommunale Teststrategie auch für Gaienhofens Bürger angeboten werden kann, müssen die Abläufe an den ersten Testtagen zeigen. Bürgermeister Uwe Eisch könnte sich so etwas aber durchaus vorstellen: „Die Organisation ist kein Thema“, sagte er in diesem Zusammenhang. Immerhin die Kostenfrage scheint geklärt zu sein. Das Land bezahlt die Tests mit einem Betrag von neun Euro pro Einheit, ließ der Bürgermeister wissen.