Mit der Lesung von Monika Taubitz aus ihrem Buch "Asche und Rubin" griff der Förderverein Stadtbibliothek Engen im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg das Thema "Frauen in der Literatur" auf mehrfache Weise auf. Die Lesung spannte einen Bogen von der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) zum bewegenden Leben der Amerikanerin Helene von Bothmer (1908-1996), die den Urgroßneffen von Droste-Hülshoff heiratete, als er deutscher Diplomat in New York war.

In "Asche und Rubin" schildert die Lyrikerin Monika Taubitz die Lebensstationen dieser ungewöhnlichen Frau, die in New York als Model arbeitete und mit Heinrich von Bothmer im Kriegsjahr 1940 nach abenteuerlicher Reise in Deutschland ankam. Die beiden Frauen lernten sich in Meersburg kennen, wo Helene von Bothmer nach dem Zweiten Weltkrieg zur Retterin des "Fürstenhäusle" von Droste-Hülshoff wurde, das seit 1923 ein Museum war.

Spannendes Bild einer außergewöhnlichen Frau

Monika Taubitz unterstützte Helene von Bothmer während dieser Jahrzehnte bei der Museumsarbeit und wurde ihr eine enge Freundin. Aus vielen Gesprächen zeichnet die Autorin ein authentisches Bild dieser außergewöhnlichen Frau und ebenso ein Stück Zeitgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Für Taubitz nahmen beim Lesen und Erzählen die Erinnerungen Gestalt an, mit bewundernden Worten berichtete sie über Helene von Bothmer, die in Deutschland in eine für sie völlig neue Welt eintauchte und alle Herausforderungen meisterte.

Selbst Frau in der Literatur und mit Preisen für ihre Werke bedacht, bezog die Autorin Annette Droste-Hülshoff immer wieder mit ein. Auch sie zählt zu den Frauen, die es ab Mitte des 19. Jahrhunderts wagten, aus der Enge der damaligen Frauenrolle auszubrechen und ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Vorsitzende Jutta Pfitzenmaier freute sich, eine weitere Frau begrüßen zu können – Kirsten Schaefer las Gedichte von Annette Droste-Hülshoff. Für den Förderverein war es die fünfte Teilnahme beim Literatursommer Baden-Württemberg.