Das geplante große Ausflugsziel am See-Ende nimmt Fahrt auf: Johannes von Bodman, Architekt Tobias Jaklin und Planerin Bernadette Siemensmeyer stellten in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ludwigshafen die Pläne für die landwirtschaftliche Erlebniswelt vor, die in den kommenden Jahren auf dem Mooshof an der B 34 entstehen soll. Der Gemeinderat brachte den auf den Entwurf angepassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Mooshof„ für das Areal auf dem Weg. Vor einem Jahr war dies zum ersten Mal Thema.

Ausflugsziel mit „Edutainment“

Der Mooshof, der dem Gräflichen Haus Bodman gehört, steht momentan leer. Die geplante neue Nutzung läuft unter dem Stichwort „Edutainment“, wie Johannes von Bodman bei der Vorstellung der Pläne sagte. Das ist eine Wortschöpfung aus den englischen Worten Education (Lernen) und Entertainment (Unterhaltung). Auf dem Mooshof soll es um die Ernährung und die Produkte gehen – Anbau, Herstellung und vieles mehr. Die Bedeutung der Landwirtschaft sei gerade jetzt in der Corona-Krise deutlicher geworden, sagte der Freiherr: „Wir spannen den Bogen von der historischen Landwirtschaft zum dynamisch-biologischen Obstbau.“

Bernadette Siemensmeyer vom Planungsbüro 365 Grad (links) und Johannes von Bodman stellten die Pläne für den Mooshof im Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen vor.
Bernadette Siemensmeyer vom Planungsbüro 365 Grad (links) und Johannes von Bodman stellten die Pläne für den Mooshof im Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen vor. | Bild: Löffler, Ramona

Apfel-Labyrinth und vieles mehr

Es gehe um den Kreislauf der Landwirtschaft. Bienen seien zum Beispiel ein Thema. Außerdem sollen die Besucher erleben können, wie Saft gepresst, Brot gebacken und Bier gebraut werde. Zudem seien ein Hofladen und eine einfache, bäuerliche Gastronomie geplant. Tobias Jaklin nannte als Beispiele für die geplanten Attraktionen ein Apfel-Labyrinth und eine Heu-Hüpfburg. Zudem gebe es die Idee, einen kleinen Aussichtsturm zu bauen. Das müsse laut Planerin Bernadette Siemensmeyer aber noch mit den Behörden geklärt werden. „Wir wollen langsam auf die Vision hinarbeiten“, fasste Johannes von Bodman zusammen. Er betonte deutlich: „Es wird kein Rummelplatz, sondern wir wollen zeigen, was Landwirtschaft ist.“

Bernadette Siemensmeyer vom Planungsbüro 365 Grad (links), Johannes von Bodman (hinten) und Architekt Tobias Jaklin stellen die Mooshof-Pläne im Rat vor.
Bernadette Siemensmeyer vom Planungsbüro 365 Grad (links), Johannes von Bodman (hinten) und Architekt Tobias Jaklin stellen die Mooshof-Pläne im Rat vor. | Bild: Löffler, Ramona

Denkmalschutz spielt eine Rolle

Der Hofladen werde neu gebaut, da die Bestandgebäude streng unter Denkmalschutz stehen, so Jaklin. Der Neubau mache den Komplex dann zu einer Art Vierkanthof. Laut der Planerin solle das Areal im Bebauungsplan als Sondergebiet ausgewiesen werden. Es müsste dazu auch noch der Flächennutzungsplan geändert werden. Das Areal sei 12,65 Hektar groß und es gebe 11 000 Quadratmeter überbaubare Fläche. „Die Artenschutz-Untersuchung läuft gerade“, erklärte Bernadette Siemensmeyer.

Lösung für Gefahr an Straße gesucht

Ein Problem, das bereits seit der ersten Vorstellung der Idee vor einem Jahr im Raum steht, ist die Querung für Radfahrer über die Bundesstraße. Es gebe zwar noch keine Lösung, doch Johannes von Bodman erläuterte, dass der Landkreis dies immerhin in den Radverkehrswegeplan aufnehmen wolle.

Der Gebäudekomplex Mooshof steht unter Denkmalschutz. Der künftige Hofladen wird neu gebaut, weil ein Umbau nicht machbar wäre.
Der Gebäudekomplex Mooshof steht unter Denkmalschutz. Der künftige Hofladen wird neu gebaut, weil ein Umbau nicht machbar wäre. | Bild: Löffler, Ramona

Petra Haberstroh (Freie Wähler) erkundigte sich, wie die Zufahrt geregelt werde. Diese bleibe, wie sie sei, so Jaklin. Außerdem entstehe eine weitere zum Überlaufparkplatz. „Eine Zufahrt an der B 34 wäre zu gefährlich“, sagte Bernadette Siemensmeyer. Mit den Behörden sei alles vorbesprochen.

Rückfragen zu den Parkmöglichkeiten

Alessandro Ribaudo (CDU) wunderte sich über die hohe Anzahl der Parkplätze und fragte, ob diese 570 Plätze auf Vorrat seien. Johannes von Bodman erklärte, dass der normale Parkplatz für den täglichen Bedarf gedacht sei und der Überlaufparkplatz für Wochenenden oder wenn Feste stattfinden. Christoph Leiz (Grüne) regte noch an, Stellplätze mit Elektroladesäulen einzubinden und zu kennzeichnen. Es müsse auch noch bei Lademöglichkeiten für E-Bikes nachgebessert werden, so Leiz.

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Ribaudo brachte zudem ein, dass der Bebauungsplan Ferien- und Zweitwohnungen ausschließen sollte. Ferienwohnungen sollen aber laut Bürgermeister Matthias Weckbach zulässig sein. Johannes von Bodman erklärte, dass dahingehend nichts geplant sei.

So geht es jetzt weiter

Nachdem der Rat nun den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan auf Grundlage der vorgestellten Planung gefasst hat, sieht der Zeitplan nun so aus: Es findet bald die Offelage als Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Bernadette Siemensmeyer erläuterte, dass die Planung für den Mooshof bis zum Herbst ganz rund werden soll.

Der Bebauungsplan soll voraussichtlich im Winter in die Offenlage gehen können. Der Satzungsbeschluss würde dann 2021 fallen.

Bau soll zügig beginnen

Zur baulichen Umsetzung erklärte Johannes von Bodman auf eine Rückfrage hin, dass es losgehen soll, wenn der Bebauungsplan fertig und der Flächennutzungsplan geändert sei. Die Erlebniswelt sollte mit drei Elementen an den Start gehen: Landwirtschaft zeigen, Gastronomie und Hofladen. Der weitere Ausbau könne dann über ein bis zwei Jahrzehnte stattfinden.