Es gibt sie noch nicht, aber viele denken schon an sie: Frauen in der Feuerwehrabteilung Bodman. Michael Koch (CDU) regte bei der Vorstellung der Pläne für den Anbau des Feuerwehrhauses an, zu bedenken, dass es irgendwann weibliche Mitglieder geben werde und diese dann eine Umkleide bräuchten: „Wir sollten für die Zukunft gerüstet sein.“

Rechts vom Feuerwehrhaus, wo die Holzhütten zu sehen sind, soll der Anbau mit Eingang entstehen.
Rechts vom Feuerwehrhaus, wo die Holzhütten zu sehen sind, soll der Anbau mit Eingang entstehen. | Bild: Löffler, Ramona

Die Pläne, die Bürgermeister Matthias Weckbach vorstellte, sehen einen langen, schmalen Anbau rechts am Gebäude an der Kaiserpfalzstraße vor. Mit einem neuen Eingang soll eine neue Aufteilung der Umkleiden für die Schwarz-Weiß-Trennung entstehen. Das bedeutet und dient dazu, dass mit Schadstoffen verschmutzte Einsatzkleidung nicht mit sauberer Eigenkleidung in Kontakt kommt. Dies vermeidet, dass die Feuerwehrleute Schadstoffe ungewollt nachhause tragen.

Kostenschätzung bei 490.000 Euro

Das Anbaukonzept sieht zwar eine spätere Umbaumöglichkeit für eine Damenumkleide und Dusche vor, aber Koch warf die Frage auf, warum es nicht gleich richtig angepackt werde, damit in ein paar Jahren nicht nochmal Bauarbeiten und Kosten kämen. Die geschätzten Baukosten der derzeitigen Pläne liegen bei rund 490.000 Euro. Doch auch wenn 600.000 Euro eingeplant seien und es günstiger scheine, merkte Weckbach an: „Wir werden sicher noch Überraschungen erleben und froh sein, Luft zu den 600.000 Euro zu haben.“ Er stimmte Kochs Einwand, zukunftssicher zu bauen, zu.

Das Feuerwehrhaus in Bodman. Hinter den Garagentüren sind die Einsatzfahrzeuge.
Das Feuerwehrhaus in Bodman. Hinter den Garagentüren sind die Einsatzfahrzeuge. | Bild: Löffler, Ramona

Außerdem gab es noch eine Umbaumaßnahme, die alle als ironisch ansahen: Ausgerechnet die Feuerwehr hat keinen zweiten Fluchtweg aus dem Gebäude. Dieser soll durch ein Fenster im Obergeschoss, das verbreitert werden muss, über eine Rampe auf dem Vordach des Zugangs der künftigen Umkleide verlaufen. Und auch hier kamen Fragen und andere Ideen auf, die Geld sparen und baulich anders wären.

Michael Koch schlug vor, ein Fenster links am Gebäude zu verbreitern, so dass dort im Ernstfall über eine Leiter ein Fluchtweg wäre. Christian Pichler (CDU), der selbst in der Feuerwehr ist, warf ein, dass die vorliegenden Fluchtwegpläne das Teuerste seien, das es gebe: „Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“ Außerdem bemerkte er, dass man beim Bau des Hauses auch hätte wissen können, dass oben ein Fluchtwegfenster gebraucht werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Pläne werden überarbeitet

Es geht nun so weiter, dass die Pläne überarbeitet und nochmal im Rat vorgestellt werden sollen. Auch eine andere Anordnung der Stellplätze soll überlegt werden. Dann fällt die Entscheidung. Der stellvertretende Gesamtkommandant Marco Leiz nimmt alle Anregungen direkt für die Planungsgruppe mit.

Eines war durchweg positiv: Weckbach hob hervor, dass die direkten Nachbarn einverstanden sind, dass sehr nach an die Grundstücksgrenzen gebaut werden kann. Das ermögliche den Anbau überhaupt.