Mit einem Guten-Morgen-Lied in mehreren Sprachen begrüßten die 17 Kinder des Montessori-Kindergartens Bürgermeister Stefan Friedrich in ihrem neuen Heim. Sogar auf Italienisch und Japanisch sangen die Kleinen – und anschließend auch auf Alleschbacherisch, wie der fünfjährige Samuel meinte, der das Frichtle-Lied anstimmte.

Die Leiterin Diana Senger meinte lächelnd, die Kinder hätten sich schnell eingewöhnt in die neue Umgebung. "Ich denke, wir können uns hier wohlfühlen."

Alter Kindergarten wird abgerissen

Singen, Spielen und Lernen nach der Montessori-Pädagogik werden die Kinder nun voraussichtlich bis Ende 2020 in Containern, die die Gemeinde als Übergangslösung neben dem Kinderhaus Walzenberg aufgestellt hat. Den sanierungsbedürftigen alten Kindergarten an der Höhrenbergstraße lässt sie abreißen. Auf dem rund 800 Quadratmeter großen Grundstück soll möglichst ab dem Frühjahr 2019 ein neues Kinderhaus gebaut werden.

Dessen Fertigstellung sei – je nach Bauablauf – im Winter 2020/2021 geplant, so Jürgen Böhler vom Ortsbauamt. Vor ein paar Wochen habe man den Bauantrag beim Landratsamt eingereicht. Die aktuelle Kostenschätzung für den Neubau inklusive Einrichtung liege bei 2,85 Millionen Euro, erklärte Böhler. Die Gemeinde erwarte Zuschüsse von etwa 500.000 Euro. Die Miete für die 15 Container-Module mit 270 Quadratmetern Grundfläche liege bei 8000 Euro im Monat, abzüglich eines Zuschusses aus dem Landessanierungsprogramms in Höhe von 2400 monatlich – bis Ende 2020 also gut 145.000 Euro für die Gemeinde.

Neue U3-Gruppe mit 10 Plätzen eingerichtet

Im nun offiziell eröffneten Container-Kinderhaus hat die Gemeinde zusätzlich eine neue U3-Gruppe mit zehn Plätzen und Verlängerten Öffnungszeiten eingerichtet. Diese werde von Kathrin Luer geleitet, so Senger. Die Betreuung werde ebenfalls Richtung Montessori gehen. Alle Plätze seien aktuell vergeben, sie würden in den kommenden Monaten nach und nach belegt.

Das Angebot einer Ganztagsbetreuung in der neuen U3-Gruppe sei nicht möglich gewesen, erklärten Senger und der Bürgermeister: "Das war auch nicht das Ziel bei den Containern. Perfekt sein soll es im neuen Haus", meinte Friedrich. Im Neubau werde es dann neben den beiden hier übergangsweise untergebrachten Gruppen zunächst eine weitere für Krippenkinder geben.

Dem Kita-Platz-Mangel vorbeugen

Platz wäre auch noch für eine vierte Gruppe. Damit hofft die Gemeinde, künftig keine akuten Engpässe in der Betreuung mehr zu bekommen. Wobei Friedrich betonte, dass die Gemeinde in den vergangenen zwei Jahren bereits etliche neue Plätze geschaffen habe. "Im Moment können wir jedem Kind einen Platz bieten", sagte er – freilich nicht immer mit dem von Eltern gewünschten Betreuungsumfang. "Dieser Frage müssen wir uns politisch stellen", meinte der Bürgermeister. Es gehe darum, wie leistungsfähig die Gemeinde überhaupt sei, ob alle Elternwünsche erfüllt werden könnten.

Den alten Montessori-Kindergarten hatte die Gemeinde übrigens erst Anfang 2015 vom Kloster Hegne abgekauft. Friedrich wollte sich zum Kaufpreis nicht äußern, betonte aber: "Wir haben das übernommen mit der Pflicht, einen Kindergarten zu betreiben." Nach SÜDKURIER-Informationen zahlte die Gemeinde gut 400.000 Euro, wovon etwa drei Viertel der Wert des Grundstücks ausgemacht haben dürfte.

Ursprünglich plante die Gemeinde eine Sanierung und eventuell Erweiterung des Altbaus, in dem bis in die 1950er-Jahre der einzige Kindergarten in Allensbach war. Im Laufe des Jahres 2016 nahm der Bedarf in der Kinderbetreuung aber so stark zu, dass der Gemeinderat schließlich den Bau eines komplett neuen Kinderhauses beschloss. Die Verwaltung prüfte dann mehrere Standorte hierfür und kam schließlich zu dem Schluss, dass der Neubau anstelle des alten Montessori-Kindergartens die beste Lösung wäre.