Es waren drei Projekte, die im Jahr 2018 deutlich gemacht haben, dass die Gemeinde in die Zukunft marschiert. Als Erstes nennt Bürgermeister Frank Amann die Fertigstellung des neuen Freizeitareals im Kernort. „Wir sind im Jahr 2012 sehr bescheiden eingestiegen, haben 2014 die entscheidenden Weichen gestellt und 2018 konnten wir die Früchte unserer Arbeit ernten“, freut sich der Bürgermeister. Das vollkommen sanierte Freibad wird nicht mehr in Eigenregie betrieben, sondern wurde an die Firma PVM verpachtet, die auch Betreiber des Seefreibades in Illmensee ist.

Guy Ernst (rechts), Bürgermeister von Heiligenberg/Elsaß, und sein Amtskollege Frank Amann aus Heiligenberg/Bodenseekreis schneiden eine ganz besondere Torte an: 50 Jahre Partnerschaft im Dienste der Völkerverständigung.
Guy Ernst (rechts), Bürgermeister von Heiligenberg/Elsaß, und sein Amtskollege Frank Amann aus Heiligenberg/Bodenseekreis schneiden eine ganz besondere Torte an: 50 Jahre Partnerschaft im Dienste der Völkerverständigung. | Bild: Isabel Bernadette Meyer/Gemeinde

Ein ungewöhnliches Jubiläum der Völkerfreundschaft feierte man gleich zwei Mal. Ende April kamen Vertreter aus Heiligenberg/Elsaß an den Bodensee und im Juli fuhr eine große Abordnung ins Nachbarland Frankreich, um 50 Jahre „Jumelage“ zu feiern.

Nahwärmenetz als ökonomische und ökologische Lösung

Auch die energetische Zukunft war 2018 ein Thema in Heiligenberg. Freibad, Rathaus und Sennhof werden nun mit modernster Technik beheizt. „Dieses Nahwärmenetz ist für uns eine sowohl ökologische als auch ökonomische Lösung“, ist der Bürgermeister überzeugt. Umgesetzt wurde diese vom Stadtwerk am See mittels eines Blockheizkraftwerkes.

Windräder sollen auf Gemarkung Rickertsreute gebaut werden. Heiligenberg will sich wehren.
Windräder sollen auf Gemarkung Rickertsreute gebaut werden. Heiligenberg will sich wehren. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Weniger erfreulich war für Bürgermeister und Gemeinderat die Ankündigung eines Investors, bei Rickertsreute weitere Windkraftanlagen bauen zu wollen. Man tat sich mit der Stadt Pfullendorf zusammen und gab gemeinsam ein Artenschutzgutachten in Auftrag. Amann sagt dazu: „Die Stadt Pfullendorf und die Gemeinde Heiligenberg wollen weitere Windkraftanlagen in diesem Plangebiet verhindern." Der Untersuchungsraum gehört zu 25 Prozent zu Heiligenberg und zu 75 Prozent zu Pfullendorf. Im Sommer wurde die vollständige Umrüstung der Straßenbeleuchtung in der Gesamtgemeinde abgeschlossen.

Das sanierte und erweiterte Freibad wurde 2018 der Öffentlichkeit übergeben und erfreute sich schon in der ersten Saison großer Beliebtheit. Betrieben wird es von der Firma PVM.
Das sanierte und erweiterte Freibad wurde 2018 der Öffentlichkeit übergeben und erfreute sich schon in der ersten Saison großer Beliebtheit. Betrieben wird es von der Firma PVM. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Auch kulturell hatte Heiligenberg im vergangenen Jahr eine ganze Menge zu bieten. Die Heiligenberger Kunstwoche, Konzerte, Ausstellungen, Theater und Vorträge, man konnte sich nicht über mangelnde Abwechslung beklagen. Am Tag des offenen Denkmals kamen mehr als 60 Besucher ins Schweizerhaus, obwohl dieses im offiziellen Veranstaltungsflyer gar nicht auftauchte. Eine große Reportage im SÜDKURIER hatte das Interesse der Menschen geweckt.

Bettina Müller aus Rosenfeld stiftete eine Panoramatafel von Achim Mende zum Andenken an ihre verstorbene Schwester, mit der sie oft in Heiligenberg wandern war.
Bettina Müller aus Rosenfeld stiftete eine Panoramatafel von Achim Mende zum Andenken an ihre verstorbene Schwester, mit der sie oft in Heiligenberg wandern war. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Viel investiert wurde und wird in den Bereichen Wasser- und Abwasserversorgung. Dabei will man sich bemühen, möglich flächendeckend auch Glasfaserkabel einzubringen. „Ich rechne damit, dass der Kernort in drei Jahren vollständig mit der neuen Technik versorgt ist“, sagt der Bürgermeister. Teilweise seien die Ortsteile da schon weiter. So gibt es im kleinen Betenbrunn sowohl Gas- als auch Breitbandleitungen.

Drei neue Abenteuerspielplätze in Heiligenberg, Wintersulgen und Hattenweiler wurden 2018 fertiggestellt und den kleinen Nutzern übergeben.
Drei neue Abenteuerspielplätze in Heiligenberg, Wintersulgen und Hattenweiler wurden 2018 fertiggestellt und den kleinen Nutzern übergeben. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Im Januar fand eine Klausurtagung des Gemeinderats statt. Dabei wurden mit Architekten, Landschaftsplanern und möglichen Investoren Gespräche über die Zukunft des „Post“-Areals geführt. „2019 wird das Jahr der Entscheidung“, ist Amann fest überzeugt. Entstehen soll ein Hotel mit Wohnungen und Räumen für Dienstleister.

Der erste Ampelanlage von Heiligenberg hilft nun in Heiligenholz den Bewohnern der Camphill-Einrichtungen, die Landstraße gefahrlos zu überqueren.
Der erste Ampelanlage von Heiligenberg hilft nun in Heiligenholz den Bewohnern der Camphill-Einrichtungen, die Landstraße gefahrlos zu überqueren. | Bild: Gemeinde

Ebenfalls im neuen Jahr sollen die Planungen für das Baugebiet Ziegellade vorangetrieben werden. Entstehen sollen dort neben Einfamilienhäusern auch Geschosswohnungen. Außerdem soll direkt neben der Pfullendorfer Straße ein Nahversorger Platz finden. „Wir müssen für alle Bevölkerungsschichten Einkaufsmöglichkeiten bieten“, ist der Amann überzeugt.

Betreuungsangebot auf der Agenda

Auf der Agenda der Verwaltung und des Gemeinderats stünden aber auch die ergänzenden Betreuungsangebote an der Grundschule, die Ausweitung der Kleinkindbetreuung für unter Dreijährige und die Erschließung der Erweiterung des Gewerbegebiets in Hattenweiler. „Eine Gemeinde ist nie fertig“, weiß Amann aus Erfahrung. Fertig soll im ersten Halbjahr 2019 der neue Imagefilm sein. Derzeit hofft man auf Schnee, damit auch die vierte Jahreszeit im Film dargestellt werden kann.

Ortsreferent Hubert Nadler, Narrenpräsident Thomas Barth, Bürgermeister Frank Amann und Kunstschmied Peter Klink (von links) übergaben den neuen Narrenbrunnen.
Ortsreferent Hubert Nadler, Narrenpräsident Thomas Barth, Bürgermeister Frank Amann und Kunstschmied Peter Klink (von links) übergaben den neuen Narrenbrunnen. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Den Kommunalwahlen sieht Frank Amann mit Spannung entgegen. Es werde einige große Veränderungen im Gemeinderat geben, weil mehrere altgediente Volksvertreter nicht mehr zur Wahl antreten. Drei bis vier Monate werde es wohl dauern, bis das Gremium nach der Wahl voll in die Gemeinderatsarbeit einsteigen kann. Wie bei der vorangegangenen Kommunalwahl will Amann mit dem neuen Gremium zwei Tage in Klausur gehen, damit man sich besser kennenlernen kann.

Das Jahr 2018 im Überblick

Januar

  • Nach einem Sturm muss die L 201 zwischen Heiligenberg und Steigen gesperrt werden. Die Feuerwehr kann den Hang aufgrund des schlechten Wetters zunächst nicht sichern.
  • Bürgermeister Frank Amann und sein Pfullendorfer Amtskollege Thomas Kugler formulieren in einem Brief an die Bürger, dass die Region mit den drei Windrädern auf der Gemarkung Hilpensberg „bereits einen nennenswerten Beitrag zu der, auch aus unserer Sicht, notwendigen Energiewende“ leiste.

Februar

  • Am Schmotzigen Dunschtig wird von den Narren mehrfach das Hotel-Post-Areal thematisiert. Ganz nach dem Motto: „Wir fangen schon mal an.“
  • Der Gemeinderat legt die Gestaltung des Freizeitareals am Freibad fest.
  • Umfangreiche Forstarbeiten in den Friedwäldern Amalienhain und Elisenruhe führen bei manchen Besuchern zu Irritationen. Die zuständige Försterin Simone Hornstein spricht von normaler forstwirtschaftlicher Arbeit.

März

April

Mai

  • Die erste Ampelanlage in Heiligenberg wird dem Verkehr übergeben. Sie steht in Heiligenholz und sorgt dafür, dass die Bewohner der dortigen Camphill-Dorfgemeinschaften die Landstraße sicher überqueren können. Die Hälfte der Kosten wurden von der Gemeinde übernommen, die andere Hälfte kam durch Spenden zusammen.

Juli

  • „50 Jahre Jumelage“ wird in Heiligenberg/Elsaß gefeiert
  • Im Juli und August brechen Täter in Hotels und Gaststätten in Heiligenberg ein. Die Polizei fasst kurze Zeit später eine Bande, die in der ganzen Region aktiv war.

September

  • Übergabe des neuen Freizeitareals mit großem Abenteuerspielplatz, abgeschlossenem Kleinspielfeld und Tag der offenen Tür im neu sanierten Freibad.
  • Rainer Wieland, Vizepräsident des Europaparlaments, spricht beim Festakt „Zehn Jahre Europa-Union Kreisverband Bodensee“.
  • Einweihung des Anbaus an das Dorfgemeinschaftshaus in Hattenweiler mit erweitertem Freigelände und Spielplatz

Oktober

  • Übergabe einer Panoramatafel als Geschenk an die Gemeinde

November

  • Der zweite Band des Linzgau-Mosaiks wird vorgestellt. Darin findet sich unter anderem Heimatgeschichtliches aus Heiligenberg.

Dezember

  • Nach 50 Jahren findet die letzte Altpapiersammlung der Fluggemeinschaft Heiligenberg statt.
  • Das Wintersulger Dorftheater führt zum Ende des Jahres im Sennhof den Dreiakter „Maskenball am Campingplatz“ auf.