"Heiligenberg hat im Jahr 2017 zahlreiche Projekte und Vorhaben gestemmt", blickte Bürgermeister Frank Amann zufrieden im Rahmen seiner Jahresabschlussrede in der jüngsten Gemeinderatssitzung zurück. Die Themen Energie, Wärme, Infrastruktur und Glasfaserausbau sind im Mittelpunkt gestanden. So zum Beispiel die weitere Erschließung Heiligenbergs mit Gas- und Glasfaserleitungen. Dies sei ein Meilenstein in der infrastrukturellen Versorgung der Gemeinde und gleiches gelte auch für das Projekt der Nahwärmeversorgung/Contracting der öffentlichen Einrichtungen Sennhof am Schloss, Rathaus und Freibad. Hier seien neue Wege gegangen worden. Durch die effiziente Energienutzung mittels Blockkraftheizwerk ließe sich viel Geld einsparen, erklärte Amann. Sein Ziel sei es, mittelfristig alle anderen Teilorte ebenfalls in den Genuss von schnellen Datenleitungen zu bringen, versprach Amann.

Neuer Weg nach Betenbrunn

Die weiterhin gute Finanzlage der Gemeinde Heiligenberg sei Grundlage für bereits erfolgte und anstehende Investitionen, erläuterte Amann im Gespräch mit dem SÜDKURIER. So sei der Geh- und Radweg von Heiligenberg nach Betenbrunn realisiert worden. Ebenso seien in Hattenweiler die Außenanlagen fertig gestellt worden – zwar etwas teurer als geplant, aber das Ergebnis könne sich sehen lassen, so Amann. Erneuert wurde zudem der Spielplatz in Wintersulgen. Im Bereich des Straßenbaus sei die Straße zum Hermannsberg nach einem Hangrutsch saniert worden. Gleiches gelte für den Bereich der Furthmühle in der Nähe von Hattenweiler-Kirnbach, wo die Brücke über den Bach vollständig erneuert und die Zufahrten verbreitert und neu asphaltiert wurden.

Sein Debüt als Dirigent gab Christian Bollin beim Jahreskonzert des Musikvereins Wintersulgen. Die Zuhörer waren begeistert.
Sein Debüt als Dirigent gab Christian Bollin beim Jahreskonzert des Musikvereins Wintersulgen. Die Zuhörer waren begeistert. | Bild: Bernhard Conrads

Als nachhaltige Investition bezeichnete Amann ferner den Erwerb einer circa 1,7 Hektar großen Waldfläche. Nach Jahren des Wartens habe die Freiwillige Feuerwehr einen neuen Mannschaftstransportwagen erhalten. Dafür müsse leider die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Heiligenberg in das Jahr 2020 verschoben werden.

Im April nahm die Feuerwehr einen neuen Mannschaftstransportwagen in Empfang.
Im April nahm die Feuerwehr einen neuen Mannschaftstransportwagen in Empfang. | Bild: Feuerwehr

Derzeit keine Gewerbeflächen

Im Jahr 2018 stehe die Neugestaltung des ehemaligen Minigolf-Areals an. Ferner die Erschließung und anschließende Vermarktung des Neubaugebiets "Sonnenhang" im Ortsteil Steigen. Dafür müsse die Erschließung des zukünftigen Gewerbegebiets "Further Öschle III" auf 2019 verschoben werden. Grund dafür seien die hohen Kosten durch die Anforderungen an die Kanalisation und die Löschwasserversorgung. Leider habe man derzeit keine Gewerbeflächen mehr, die man Firmen anbieten könne, resümierte Amann. In der Entwicklung von Baugebieten stünden jetzt Kaufverhandlungen mit dem Hause Fürstenberg über das Grundstück "Ziegelhalde" an, die wohl kostenintensivste Investition, die die Gemeinde betätigen werde. Es sei vorgesehen, dort einen Nahversorger plus Wohnbebauung zu errichten, schilderte Amann.

Im Straßenbau wolle die Gemeinde für knapp 300.000 Euro die Sanierungen der Hauptstraße in Wintersulgen und der Straßen in Betenbrunn angehen. Der noch fehlende Spritzgussbelag in der Alten Steige würde erst im Herbst realisiert, wenn dort die Baumaßnahmen eines Wohnhauses abgeschlossen seien. "Was 2018 auch noch kommen wird, ist der Bau eines Geh- und Radweges von Heiligenerg nach Röhrenbach", versprach Amann. Ebenfalls aus Kostengründen müsse man sich voraussichtlich statt dem Bau der Trinkwasser-Verbundleitung zwischen Oberhaslach und Heiligenholz erstmal mit der kleinen Lösung, sprich Einbau einer Druckerhöhungsanlage, zufriedengeben.

Keine höheren Gebühren

Steuer- und Gebührenerhöhungen seien nicht in Sicht. Im Bereich der Abwasserentsorgung müsse man aber das Problem der Fremdwassereinspeisung angehen. Manche Leute hätten falsch angeschlossen und dadurch würde bei starken Regenfällen zu viel Fremd-, sprich Regenwasser in den Schmutzwasserkanal eingeleitet. Die Pumpen würden dadurch überlastet. Es gebe aber gute Methoden, solche Falschanschlüsse zu lokalisieren.

Buchstäblich baden ging Bürgermeister Frank Amann bei der "Grill & Chill"-Party zur Wiedereinweihung des Freibads.
Buchstäblich baden ging Bürgermeister Frank Amann bei der "Grill & Chill"-Party zur Wiedereinweihung des Freibads. | Bild: Isabel Meyer

Wichtige Ereignisse seien im vergangenen Jahr unter anderem die Wiedereinweihung des sanierten Freibads gewesen, die mit einem Grill & Chill Fest gefeiert wurde. Im neuen Jahr stehe neben dem Frühlingskonzert unter der Leitung von Jochen Wehner insbesondere das 50-Jahr-Jubiläum der Gemeindepartnerschaft Heiligenberg/Baden und Heiligenberg/Elsass an. Zum Festakt werden natürlich die Bürger eingeladen.

Über 100 Mitwirkende gestalteten im Sennhof Heiligenberg das Frühjahrskonzert des Vereins Musik und Kultur Heiligenberg unter der künstlerischen Leitung von Jochen Wehner.
Über 100 Mitwirkende gestalteten im Sennhof Heiligenberg das Frühjahrskonzert des Vereins Musik und Kultur Heiligenberg unter der künstlerischen Leitung von Jochen Wehner. | Bild: Bernhard Conrads

Sorge bereite ihm die für die Gemeinde so wichtige Entwicklung der Gastronomie, des Handels und des Handwerks, sagte Amann. "Die Schließung der Metzgerei von Stryk ist ein Einschnitt gewesen, der nicht kompensiert werden kann", erklärte Amann. Etliche Betriebe würden sich Gedanken über die Betriebsnachfolge machen. Erfreulich sei hingegen die Wiedereröffnung des Hotels Heiligenberg unter der Regie von Steffen Leuschner und Mariola Jaworska gewesen. Hinsichtlich Hotel-Post-Areal scheint weiterhin Geduld gefragt zu sein. "Wir hatten ja den Auftrag, mit Investoren zu sprechen und zusammen mit der Amplius GmbH ein Konzept für dieses Areal zu entwickeln", erklärte Amann. Mit diesen Investoren sei gesprochen worden, von denen aber nur noch zwei übriggeblieben seien. Das Gesundheitskonzept von Amplius hätte ihm am meisten zugesagt, aber leider sei Amplius inzwischen abgesprungen. Den beiden verbliebenen Investoren habe man nun die Aufgabe gestellt, ein anderes Nutzungskonzept zu entwickeln. Das soll noch im Januar dem Gemeinderat vorgestellt werden und dann müsse man hören, ob ein anderes Nutzungskonzept, das nicht dem entspreche, was die Bürgerschaft formuliert hatte, überhaupt Anklang findet.

Die Einführung der Echt-Bodensee-Card (EBC) liege derzeit auf Eis. Sollten sich Veränderungen ergeben, dass die EBC in anderer Weise kommen sollte, sei Heiligenberg auf jeden Fall dabei, erklärte Amann. Er finde die Gästekarte gut und wichtig für die Region.

Wichtige Ereignisse des Jahres 2017

Februar

  • Gemeinderätin Gerlinde Kriese scheidet auf eigenen Wunsch nach 17 Jahren aus dem Gemeinderat aus; Nachrückerin ist Claudia Schacht aus Hattenweiler (Bürgerliste).
  • Der Gemeinderat billigt die 11. Änderung des Flächennutzungsplans zur Umwidmung und Erweiterung des geplanten Wohn- und Mischgebiets Ziegelhalde.
  • Die in die Jahre gekommene Minigolf-Anlage auf dem Freibad-Areal wird abgerissen.

März

  • Der Gemeinderat verabschiedet den Haushaltplan 2017 mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 7,98 Millionen Euro.
  • Der Gemeinderat beschließt Umbau der Alten Betenbrunner Straße zum Radweg.

April

  • Die Feuerwehr erhält einen neuen Mannschaftstransportwagen.
  • Der Verein "Miteinander – Bürger-Selbsthilfe Frickingen" weitet sein Tätigkeitsfeld auf Heiligenberg aus.
  • Der Vorsitzende der DRK-Bereitschaft Heiligenberg, Heinrich Stengele, gibt nach 21 Amtsjahren sein Amt an Isabel Meyer ab.
    Heinrich Stengele hat das Amt des Vorsitzenden der DRK-Bereitschaft an Isabel Meyer abgegeben.
    Heinrich Stengele hat das Amt des Vorsitzenden der DRK-Bereitschaft an Isabel Meyer abgegeben. | Bild: Bernhard Conrads

Mai

  • Rekord: 501 Teilnehmer treten beim 18. Heiligenberger Schlosslauf an.
  • Nach einem Hangrutsch wird die Gemeindeverbindungsstraße zum Hermannsberg saniert.

Juni:

  • Die Gemeinde Heiligenberg wird Gesellschafterin des Regionalen Kompensationspools Bodensee-Oberschwaben GmbH (ReKo).
  • Der Geh- und Radweg zwischen Heiligenberg und Betenbrunn wird fertiggestellt.

Die Masten für die Straßenbeleuchtung in der Ortsdurchfahrt Heiligenberg und in der Röhrenbacher Straße erhalten eine neue Lackierung.

Juli

  • Freibad Heiligenberg: Einweihung des neuen Kinderbeckens im Rahmen eines Tags der offenen Tür und einer Party.
  • Der Gemeinderat verabschiedet einstimmig den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan "Am Sonnenhang" im Ortsteil Steigen.

August

  • Metzgerei von Stryk schließt nach 59 Jahren ihr Ladengeschäft am Postplatz.

September

  • Die Denkmalstiftung spendet 51 900 Euro für die Dach-Renovierung der Wallfahrtskirche St. Maria in Betenbrunn.
  • Vorstellung der Planung des neuen Kinderspielplatzes und der Freizeitanlage im Freizeitareal beim Freibad im Gemeinderat.
  • Der Spielplatz in Wintersulgen wird neu gestaltet.

Nach über 25 Jahren wurde im Herbst Heiligenbergs Bademeister Anton Schober in den Ruhestand verabschiedet. Viele der applaudierenden Personen kennen den "Toni" seit ihrer Kindheit.
Nach über 25 Jahren wurde im Herbst Heiligenbergs Bademeister Anton Schober in den Ruhestand verabschiedet. Viele der applaudierenden Personen kennen den "Toni" seit ihrer Kindheit. | Bild: Bernhard Conrads

 

Oktober

  • Fertigstellung der neu gestalteten Außenanlagen des Dorfgemeinschaftshauses Hattenweiler.
  • Thomas Haupter wird neuer Bauhofleiter.
  • Bürgermeister Frank Amann informiert über die Pläne der Firma Vensol zur Errichtung von drei Windrädern in Oberrickertsreute.

November

  • Der Gemeinderat beschließt die Jahresrechnung 2016 mit einer Rekordzuführungsrate in den Vermögenshaushalt in Höhe von 1,03 Millionen Euro.
Nach acht Monaten umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlt die Wallfahrtskirche St. Maria in Betenbrunn in neuem Glanz.
Nach acht Monaten umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlt die Wallfahrtskirche St. Maria in Betenbrunn in neuem Glanz. | Bild: Bernhard Conrads

 

Dezember

  • Fertigstellung der Dach- und Außenrenovierung der Kirche St. Maria in Betenbrunn. Kosten: 500 000 Euro.