Eine Ampelanlage ist in Heiligenholz am Mittwoch mit einer kleinen Feier in Betrieb genommen worden. Sie war vor allem von den Bewohnern der Camphill-Dorfgemeinschaft Lichthof und Hermannsberg gewünscht worden, aber auch von so manchem Dorfbewohner. Der Fußgängerüberweg mit der Lichtsignalanlage erleichtert die Überquerung der Landesstraße 200. Zahlreiche Menschen müssen täglich öfter über die Straße, da der Lichthof auf der eine Seite und der Hermannsberg auf der anderen Seite dieser Landstraße liegen.

Bürgermeister Frank Amann betont in seiner Eröffnungsrede: "Es ist etwas Besonderes für uns als Gemeinde, dass dieses Projekt realisiert werden konnte." Ermöglicht wurde der Bau der Ampelanlage durch eine Aufteilung der Kosten. "Die eine Hälfte trägt die Gemeinde, die zweite Hälfte wird durch Spenden finanziert."

Ganz schön was los! An der Ampel und auf der Straße in Heiligenholz.
Ganz schön was los! An der Ampel und auf der Straße in Heiligenholz. | Bild: Petra Hofmann

Wie es zu der neuen Ampelanlage kam, berichtet Peter Apfelstädt aus dem Vorstand Camphill-Dorfgemeinschaft Hermannsberg. "Seit der Gründung der Camphill-Dorfgemeinschaften 1976 in Heiligenholz wünschen sich alle eine Möglichkeit für eine sichere Überquerung der Straße." Er erzählt: "Wir träumten von Brücken und Tunnel. Doch auch wenn die L 200 stark befahren ist, lassen die Richtlinien des Landes eine Überquerungshilfe nicht zu." Dazu bedarf es eines bestimmten Verkehrs- und Fußgängeraufkommens, das die Straße nicht erfüllt. "Erst seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland" könne das Land den Bau einer Ampelanlage genehmigen. Die Konvention sieht vor, dass behinderte Menschen möglichst uneingeschränkt und ohne fremde Hilfe am gesellschaftlichen Leben teilhaben sollen. "Das Land trägt aber nicht zur Finanzierung bei", fügt Apfelstädt hinzu. "Innerhalb weniger Wochen nach einem Angehörigentreffen gab es, wie durch ein kleines Wunder, eine Spendenzusage von 30 000 Euro." Stellvertretend für zahlreiche Privatspender und Stiftungen nennt Apfelstädt die Lauenstein-Stiftung, die das Projekt mit rund 15 000 Euro unterstützte.

Viele trugen zur Entstehung der Ampelanlage bei: Hubert Nadler (Ortsreferent Hattenweiler), Peter Apfelstädt (Vorstand Camphill-Dorfgemeinschaft Hermannsberg), zweiter Bürgermeisterstellvertreter Manfred Hornstein, Heinrich Stengele (Pflaster- und Tiefbau), Bürgermeister Frank Amann, Eike Reckmann (Ingenieurbüro Reckmann), Christoph Heemann (Vorstand Camphill-Dorfgemeinschaft Hermannsberg) und Thomas Haupter (Bauhofleiter).
Viele trugen zur Entstehung der Ampelanlage bei: Hubert Nadler (Ortsreferent Hattenweiler), Peter Apfelstädt (Vorstand Camphill-Dorfgemeinschaft Hermannsberg), zweiter Bürgermeisterstellvertreter Manfred Hornstein, Heinrich Stengele (Pflaster- und Tiefbau), Bürgermeister Frank Amann, Eike Reckmann (Ingenieurbüro Reckmann), Christoph Heemann (Vorstand Camphill-Dorfgemeinschaft Hermannsberg) und Thomas Haupter (Bauhofleiter). | Bild: Petra Hofmann

Den ersten Härtetest muss die Ampel am Tag der Einweihung überstehen. In Gruppen testen die Menschen die Funktion der Dunkel-Ampel: Sie schaltet sich erst nach einem Tastendruck des Fußgängers ein. Immer wieder wird der Knopf gedrückt, überqueren Menschen die Straße. Ausgetestet wird, wie lange ein Fußgänger Zeit hat, um die Straße zu überqueren. Frank Amann bemerkt lächelnd: "Die wird heute wahrscheinlich warm laufen."