Im Juli und August haben sie zuletzt zugeschlagen. Unbekannte Täter brachen in Hotels und Gaststätten in Heiligenberg ein. "Unbekannte brechen in zwei Hotels ein", "Dieb droht bei Flucht mit Messer", "Unbekannte Einbrecher flüchten mit Tresor" lauteten nur drei der Schlagzeilen. Im Zuge von Ermittlungen zu einem Einbruch in Meßkirch erklärte die Polizei jetzt, dass es sich um eine Serie handelt, in der es Kriminelle gezielt auf Hotels und Gaststätten abgesehen haben. Zwei Fälle in Meßkirch und einer in Inzigkofen im Kreis Sigmaringen sind den Tätern zuzuschreiben. Zusätzlich werden der Bande fünf Einbrüche im Bereich Heiligenberg und ein Einbruch im Deggenhausertal angelastet. Auch im Bereich Tuttlingen sind die Unbekannten laut der Polizei zwischenzeitlich aktiv geworden.

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Die Beamten berichten, dass es die Gesuchten in allen Fällen auf Tresore und auf Bargeld abgesehen gehabt hätten und in allen Fällen Türen oder Fenster in den frühen Morgenstunden aufgehebelt worden seien. "Zwei unbekannte Täter haben sich am Sonntagmorgen, gegen 5.15 Uhr, über ein Fenster gewaltsam Zutritt in eine Gaststätte in Heiligenberg verschafft und aus dem Büro anschließend Bargeld und ein Tresor gestohlen", heißt es in einer Polizeimeldung von Anfang August. "Zunächst durchsuchten die Täter verschiedene Räume nach Diebesgut und flüchteten schließlich mit dem gewaltsam aus der Verankerung gerissenen Tresor", war am 21. August zu vermelden. Ein Tresor, der bei einem der Einbrüche in Heiligenberg gestohlen wurde, wurde später an der Landesstraße 201 im Bereich der dortigen Kiesgrube Unterrhena gefunden.

Hat die Anzahl der Einbrüche generell zugenommen? Mitnichten, wie die Polizei erklärt. Die Fallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz seien im Zeitraum von Januar bis Juli seit 2014 rückläufig, berichtet Polizeisprecher Markus Sauter: "Dieser Trend hält auch dieses Jahr bislang an. Die Fallzahlen liegen im ersten Halbjahr 2018 um etwa 35 Prozent unter dem Fünfjahres-Mittelwert."

Markus Sauter, Polizeisprecher, über die Einbruchszahlen, die eigentlich seit Jahren rückläufig sind: "Die Fallzahlen liegen im ersten Halbjahr 2018 um etwa 35 Prozent unter dem Fünfjahres-Mittelwert."
Markus Sauter, Polizeisprecher, über die Einbruchszahlen, die eigentlich seit Jahren rückläufig sind: "Die Fallzahlen liegen im ersten Halbjahr 2018 um etwa 35 Prozent unter dem Fünfjahres-Mittelwert." | Bild: Hanser, Oliver

Beunruhigend ist die neueste Statistik hingegen für Vereinsheime, Gaststätten und Hotels. Denn im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August dieses Jahres wurden im Bodenseekreis sechs Fälle von Einbrüchen in Vereinsheime und ebenfalls sechs Einbrüche in Hotels beziehungsweise Gaststätten angezeigt. Es geht unter anderem um Heiligenberg und auch um den Affenberg in Salem, wo in diesem Sommer zweimal Diebe am Werk waren. Die Täter hatten es auch bei diesen Einbrüchen neben Bargeld auf Tresore abgesehen. Es kommt der Verdacht auf, dass es sich um die gleichen Einbrecher handeln könnte. Polizeisprecher Markus Sauter bezeichnet es zumindest als auffällig, dass man insgesamt sechs Fälle im Bodenseekreis zu verzeichnen habe, bei denen die Täter gezielt auf Tresore aus waren. Bei den Fällen in Heiligenberg ist die Sache nun klar: Eine Bande war tätig. Hinweise zu den Taten nimmt die Kriminalpolizei Friedrichshafen unter 0 75 41/70 10 entgegen. Aus Sicht der Hotel- und Gaststättenbetreiber sind solche Serien wohl beunruhigend. Fünf angefragte Gastwirte wollten sich dazu gegenüber dieser Zeitung nicht äußern.