Der Ukraine-Krieg war der letzte Stein des Anstoßes, den es noch brauchte. Mit erneuerbaren Energien hat sich eine Gruppe, die jetzt in Unterkirnach eine Energiegenossenschaft auf den Weg bringen möchte, schon länger beschäftig. Jetzt soll ihr Projekt konkret werden. Windkraft, Biomasse und Photovoltaik sind die Energieträger der Zukunft. Davon sind Patrick Seng, Sonja Kolepke-Kloess, Martin Dilger, Wilfried Rohde und Berthold Frisch überzeugt.

Regional produzieren und verbrauchen

Ziel der Gruppe ist es, die Energieversorgung in Unterkirnach langfristig sicherzustellen, die Energie regional zu produzieren und Ressourcen zu schonen. „Wir haben noch ganz viele freie Dachflächen, auf denen man Photovoltaikanlagen bauen könnte. Da muss etwas geschehen“, stellt Sonja Kolepke-Kloess zum Beispiel fest.

Niedereschach gilt als Vorbild für Bürgerbeteiligung

Die Initiatoren wissen, dass das Thema Energiewende im Tagesgeschäft der Kommunen nur eines von vielen ist, dass davon aber alle Bürger betroffen sind. Ähnlich dem Vorbild unter anderen der Niedereschacher Bürger-Energie-Genossenschaft sollen deshalb auch möglichst viele Bürger daran beteiligt werden.

Gemeindewerke sollen mit ins Boot

Mit Bürgermeister Braun fand bereits ein erstes Gespräch statt. Bestehende lokale Strukturen wie zum Beispiel die Gemeindewerke Unterkirnach sollen eingebunden werden. Vor allem für die Bereiche Technik, Finanzen und Steuern werden aktuell noch Mitstreiter gesucht. Die Bürger beziehungsweise die Genossen sollen ein Mitspracherecht haben und später auch an einem möglichen Gewinn der Genossenschaft beteiligt werden.

Akzeptanz ist das erste Ziel

„Wir wollen Akzeptanz in der Bevölkerung erreichen“, betont Patrick Seng. Zunächst möchten sich die für die Genossenschaft Engagierten ein Bild vom Interesse ihrer Mitbürger machen. Beim Weihnachtsmarkt am Samstag wird man mit einem Stand vertreten sein.

Genossenschaft schon im ersten Quartal 2023

Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll die Gründung der Genossenschaft erfolgen. Bereits im zweiten Quartal möchte man mit der Umsetzung eines ersten Photovoltaik-Projekts starten. Auch sollen dann schon bald sogenannte Energieworkshops für die Bevölkerung folgen. Man möchte aufklären, erklären und Möglichkeiten zum Einsatz erneuerbarer Energien aufzeigen.

Photovoltaik als erstes Projekt

Ein erstes Photovoltaik-Projekt hat die Gruppe bereits im Auge. Auf einer noch nicht näher bezeichneten Dachfläche in der Gemeinde könnte eine Anlage mit 150 Kilowatt-Stunden entstehen, ein Investment von rund 200 000 Euro. „Der Ausbau erneuerbarer Energien geht viel zu langsam voran. Wir sind spät, aber nicht zu spät dran. Ich will nicht resignieren und hoffe auf viele, die mitziehen“, so Martin Dilger zu seinen Beweggründen.