Die Zukunft des altehrwürdigen Unterkirnacher „Stadthofs„ ist besiegelt. Am Montag dieser Woche wurden der notarielle Vertrag zwischen Eigentümer Josef Hug und dem Investor, der Villinger Firma Benzing Immobilien, geschlossen. Das bestätigt Hartmut Benzing jetzt auf Nachfrage des SÜDKURIER. Zum 1. Juni wird für die Gaststätte „Stadthof„ endgültig Schluss sein. Im neuen „Stadthof„ sollen nach Umbau und Erweiterung eine Anlage mit 18 Wohneinheiten für betreutes Wohnen auf vier Etagen, im Obergeschoss des Altbaus eine Seniorentagespflege und im Erdgeschoss auch wieder eine kleine Gaststätte, ein Café-Bistro mit kleinem Hofladen mit Naturprodukten, entstehen.

Mehrfach Thema im Gemeinderat

Die Pläne für den „Stadthof„, erstmals vor knapp zwei Jahren bekannt geworden, sollen nun umgesetzt werden, sagt Hartmut Benzing. Schon mehrfach hatte sich der Gemeinderat Unterkirnachs damit befasst. Eine Bauvoranfrage galt es zu behandeln und auch Regelungen für angrenzende Grundstücksflächen, insbesondere für die notwendigen Parkplätze wurden zwischen Gemeinde und Investor abgestimmt. Zudem konnte mittlerweile die Abstimmung mit dem Denkmalamt, dem Baurechtsamt und dem Brandschutz erfolgen, sagt Hartmut Benzing.

Im Herbst sollen erste Arbeiten beginnen

Rund eineinhalb Jahre rechnet der Investor für die Umsetzung seiner Pläne. Nach der Schließung der Gaststätte zum 1. Juni wird Josef Hug zunächst ausziehen. Im Herbst möchte Hartmut Benzing dann mit ersten Arbeiten im Altbau beginnen. Baubeginn für die beiden Neubauten an der Seite soll im Frühjahr 2022 sein.

Josef Hug selbst verwies jetzt bei Nachfrage des SÜDKURIER komplett an den neuen Investor. Dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Verkauf blickt, ist aber klar. „Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit“, hatte der 70-jährige noch im November im Gespräch mit dem SÜDKURIER bekräftigt. Schon lange hatte Josef Hug aber auch versucht, für den „Stadthof„ eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Die Pläne des Immobilienbüros Benzing wurden dann vor rund zwei Jahren erstmals öffentlich. Lediglich der genaue Zeitpunkt des Übergangs blieb lange ungewiss.

Gemeinde froh über die Entwicklung

Für die Gemeinde Unterkirnach und auch für Eigentümer Josef Hug freut sich Bürgermeister Andreas Braun über die Entwicklung. Ein Leerstand in so zentraler Lage der Gemeinde wäre für den Bürgermeister die denkbar schlechteste Option gewesen. Josef Hug wisse nun um eine Perspektive für den „Stadthof„. „In Kürze“ rechnet Andreas Braun mit dem Eingang des Bauantrags. Dem Investor Hartmut Benzing zollt er großen Respekt. „Wer in einer solchen Zeit eine solche Investition tätigt, hat nicht nur meinen Respekt, sondern den aller Unterkirnacher verdient“, betont Andreas Braun.

Von Anbeginn an Gastwirtschaft

Das Gebäude entstand 1715 aus den behauenen Sandsteinen des Roggenbacher Hofs, der abgebrannt war. Der neue Hof erhielt später den Namen „Stadthof„. Von Beginn an durfte dort eine Gastwirtschaft betrieben werden. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde der der Stadt Villingen gehörende Hof verkauft. Der Name „Stadthof„ blieb trotz des Verkaufs erhalten. Knapp 100 Jahre betrieb die Familie von Josef Hug die Gaststätte.