Triberg – Ein trotz Aprilwetters spannendes Wochenende bekamen die Bahn-Nostalgiefans auf der Schwarzwaldbahn an den Osterfeiertagen serviert. Die Eisenbahnfreunde Zollernbahn (EZB) brachten mit der Lok 01 519 ein weiteres Mal ein schwarzes Ungetüm von Rottweil aus auf die Schwarzwaldbahn, eine der wenigen noch einsatzfähigen Dampflokomotiven der Vorkriegs-Baureihe 01. Einige Fans waren bereits vom Startpunkt aus mitgefahren, viele stiegen unterwegs ein. Der Fahrkartenverkauf in Triberg dauerte nicht lange, dann waren alle Plätze in den fünf Waggons belegt. Dagegen nutzten viele schwäbische Mitfahrer die Gelegenheit, in der kleinen Stadt zu pausieren und Deutschlands höchste Wasserfälle in Triberg zu besuchen oder aber den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad zu erkunden.

Ganz schön heiß hier: Heizer Julian Thomas (links) schaufelt auf der Fahrt mehr als 4000 Kilogramm Braunkohle in den Brennraum, damit Lokführer Horst Buck immer gehörig Dampf auf dem Kessel hat.
Ganz schön heiß hier: Heizer Julian Thomas (links) schaufelt auf der Fahrt mehr als 4000 Kilogramm Braunkohle in den Brennraum, damit Lokführer Horst Buck immer gehörig Dampf auf dem Kessel hat. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Einige Fahrgäste stiegen auch in Triberg zu, um eine moderierte nostalgische Tunnel-Tour auf einer der schönsten Bergbahnen Europas zu erleben. Sogar aus dem Norden Deutschlands waren Fans angereist. Nicht zuletzt durch das Musical der Schwarzwaldbahn, Gerwig, das von Peter Bruker geschrieben wurde, erlangte die Schwarzwaldbahn weitere Beliebtheit. Und mit einer historischen Dampflok macht eine Tunnelfahrt auf dieser nicht nur geschichtlich sehr interessanten Strecke doppelt so viel Spaß – vor allem dann, wenn man etwas erfährt über deren Geschichte. Als eloquente Moderatoren am Telefonhörer erwiesen sich der „doppelte Philipp“: Am Ostersonntag griff Gottfried Philipp zum Hörer, am Ostermontag der noch junge Philipp Saier, die über die 37 Tunnel und deren Erbauer viel zu berichten wusste. Zunächst fuhr der Zug durch die vielen Tunnels und Kehrschleifen nach St. Georgen. Mit den fünf angehängten Waggons hatte die „alte Dame“ trotz der erstaunlich präzisen Pionierarbeit von Robert Gerwig, der dafür sorgte, dass eine nur moderate Steigung anliegt, reichlich Arbeit, waren die Waggons doch einmal mehr gut gefüllt. Über Triberg fuhr der historische Zug dann bis hinunter nach Hausach, wo sich die Mitfahrer die Welt der Schwarzwaldbahn im Miniaturformat in der dortigen H0-Anlage ansehen konnten. Hier bekamen sie einen Überblick über die erstaunliche Leistung Gerwigs, der die Bahn nur am Reißbrett planen konnte. Überwältigt von so vielen imposanten Eindrücken, ließen sich die Fahrgäste von der Lok, die ab hier wieder „normal vorwärts“ fuhr, wieder hinauf in die Höhen des Schwarzwalds ziehen. Jeder Fahrgast war die gesamte Fahrt über dank der informativen und unterhaltsamen Moderation jederzeit über alle speziellen Gegebenheiten, wie beispielsweise Kehrtunnels der Bergstrecke, bestens im Bilde. Man merkte den Beteiligten an, dass sie das „Eisenbahn spielen“ im Sinne des Wortes „in vollen Zügen“ genossen. Und – nicht nur die Mitfahrer zeigten sich begeistert von dem Zug. Denn rings um die Strecke fanden sich an nahezu jedem Meter Fotografen, die das rauschende und fauchende Ungetüm für die Ewigkeit festhielten. Um 17.47 Uhr trat der Zug dann von Triberg aus die „Heimreise“ an.

Alt und Neu nebeneinander – doch nur für kurze Augenblicke. Erst wenn der Interregio auf der Fahrt nach St. Georgen ist, darf auch der bereits unter Dampf stehende Nostalgiezug auf die Reise gehen. Bilder: Hans-Jürgen Kommert
Alt und Neu nebeneinander – doch nur für kurze Augenblicke. Erst wenn der Interregio auf der Fahrt nach St. Georgen ist, darf auch der bereits unter Dampf stehende Nostalgiezug auf die Reise gehen. Bilder: Hans-Jürgen Kommert

Die nächsten Fahrten sind schon geplant: Am Sonntag 3. Juni sowie im Juli und im August an jedem Sonntag sind die Eisenbahnfreunde mit unterschiedlichen Loks auf der Schwarzwaldbahn unterwegs – und im September werden sie sicher auch am Bahnhofsfest vertreten sein.