Auf dem Villinger Friedhof wird bis in den Oktober hinein ein besonderes Grabfeld neu gestaltet. Der Verein Sternenkinder VS hält hier für trauernde Angehörige von vor der Geburt gestorbenen Kindern einen wertvollen Ort vor.

Zweimal im Jahr eine Trauerfeier

Das Grabfeld J6 auf dem Friedhof in Villingen gibt es schon seit einigen Jahren. Zweimal im Jahr werden hier Sternenkinder aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum im Rahmen einer organisierten Trauerfeier bestattet.

Gemeint sind Kinder, die ab einem positiven Schwangerschaftstest vor der 23. Schwangerschaftswoche, mit einem Gewicht von unter 500 Gramm und tot geboren wurden. Sie werden in einem Kindersarg während der Trauerfeier auf dem eigens dafür eingerichteten anonymen Grabfeld beigesetzt.

Mit dieser Bestattungsform soll den Familienangehörigen die Möglichkeit gegeben werden, bewusst Abschied zu nehmen. Nach der Beisetzung haben die Familien zudem einen Platz, an dem sie um ihr Kind trauern können.

Grabfeld soll noch schöner gestaltet werden

Damit genau dieses Grabfeld zu einem noch würdigeren Ort und zu einer angemessenen Rückzugsmöglichkeit werden kann, wird es nun umgestaltet. Landschaftsarchitekt Martin Kuberczyk vom Büro K3 aus Villingen hat ganz gemäß den Vorstellungen des Vereins Sternenkinder Villingen-Schwenningen die Planung entworfen.

Eine lang geschwungene und vom Boden abgehobene Bank aus Eichenholz soll die Friedhofsbesucher zum Verweilen einladen. Drei dem Logo des Sternenkinder-Vereins nachempfundene, kreisrunde Sandsteinformen in unterschiedlicher Höhe dienen künftig als skulpturale Elemente und gleichzeitig als dezentrale Ablageflächen für Blumen oder Erinnerungsstücke bei den Beisetzungen.

Die bislang bereits auf dem besonderen Grabfeld vorhandene Steinstele wird als Blickfang und Markierung der Gräber an den Rand versetzt, sodass sie schon von Weitem sichtbar wird. Außerdem ist vorgesehen, die vorhandene Rasenfläche neu zu planieren und mit Rollrasen zu belegen.

So funktioniert der Vereinswettbewerb

Die Finanzierung der Neugestaltung ist nur dank Spenden und Förderaktionen möglich. Laut Planung betragen die Kosten rund 50.000 Euro. Ein großer Anteil der Summe ist zusammengekommen, aber der Verein ist dennoch auf weitere Spenden angewiesen.

Die nächste Bestattung ist am zweiten Dienstag im Oktober vorgesehen. Bis dahin werden die Grundarbeiten an dem Grabfeld abgeschlossen sein. „Wir wissen, dass die Leute hierher kommen und verweilen möchten“, sagt Stefanie Tröndle, die Vorsitzende des Sternenkinder-Vereins und ergänzt: „Und wir möchten, dass sie sich hier wohlfühlen.“

Diese Vereine kämpfen im großen Vereinswettbewerb um den Sieg.