Der hiesige FDP-Bundestagsabgeordnete und VS-Stadtrat Marcel Klinge hat überraschend angekündigt, auf der Landesliste für die Bundestagswahl 2021 am 17. Oktober nicht mehr auf einem der vorderen Listenplätze anzutreten. Damit gibt er de facto die Chance auf ein Bundestagsmandat auf. Bei der vergangenen Wahl war ihm der Einzug über den sechsten Platz auf der Landesliste geglückt. Ziel des 39-jährigen Villingers war es nach eigenen Angaben bis vor kurzem, auf Platz 6 der Liste erneut für den Deutschen Bundestag zu kandidieren.

Dazu sagt Marcel Klinge: „Das ist dieses Mal nicht drin. Wir haben in Baden-Württemberg viele, die genau wie ich einen sehr engagierten Job gemacht haben und im Wettbewerb um die vorderen Listenplätze stehen. Für Südbaden ist auf der aktuellen Liste frühestens Platz 9 machbar, auf dem ich sogar gegen meinen Bezirkskollegen Christoph Hoffmann antreten müsste.“ Diese Grenze wolle er persönlich nicht überschreiten. Der FDP-Bezirk Südbaden, hier ist Klinge Vorsitzender, bekommt nur noch den Listenplatz 9 zugewiesen, bei der letzten Wahl waren es noch die Plätze 6 und 10. Wie in jeder Partei gibt es um die vorderen Listenplätze meist ein Hauen und Stechen, da diese relativ sicher den Einzug in den Bundestag garantieren. Um auf den Listenplatz 6 zu kommen, müsste Marcel Klinge eine Kampfkandidatur riskieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Ihm sei immer klar gewesen, dass ein Bundestagsmandat nur auf vier Jahre verliehen wird und er es nicht auf Jahrzehnte machen werde. Nach 20 Jahren ehrenamtlicher Politik im Schwarzwald-Baar-Kreis könne er deshalb befreit sagen: „Dann ist nach dieser Legislatur ein guter Zeitpunkt für was Neues.“

Unternehmerisch tätig werden

Für seine Zukunft kann sich Marcel Klinge vorstellen, unternehmerisch tätig zu sein. „Da gibt es schon ein, zwei Optionen oder ich würde auch gerne mal etwas gründen. Auch dafür habe ich schon Ideen. Aber das kommt dann zu seiner Zeit. Zunächst einmal liegt noch ein Jahr in der Politik vor mir, in dem ich auch noch Einiges auf dem Zettel habe.“ Als tourismuspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion macht sich Klinge für die Branchen stark, die in besonderem Maße bis jetzt von der Coronakrise betroffen sind.

„Für die Reisebüros, die Gastronomen und Hotelliers, die Veranstalter und Schausteller gibt es noch viel zu tun, denn diese tollen Menschen und ihre Dienstleistungen dürfen wir nicht verlieren“, betont der FDP-Politiker.

„Und es reicht auch nicht, einfach nur aus der Krise herauszukommen und den Status quo zu halten. Wir sollten aus ihr lernen und besser zurückkehren als zuvor.“ Das gelte im Großen – aber immer neugierig bleiben, weitermachen, besser werden, sei auch sein ganz persönliches Motto, erklärt Marcel Klinge.