Ursprünglich hätte es schon im Frühjahr soweit sein sollen, nun wird es ein Wochenende am Herbstanfang: Die Eröffnung der bundesweit höchsten Aussichtsplattform auf einem Gebäude, auf der Spitze des Aufzugtestturms von Thyssenkrupp in Rottweil, steht am 7. und 8. Oktober bevor. Während im Turm der Testbetrieb längst läuft, sorgten die außergewöhnlichen technischen Herausforderungen beim Anbringen der Textilfassade am Turm für die monatelange Verzögerung. Die Großveranstaltung, zu der rund 20 000 Besucher erwartet werden, stellt den offiziellen Abschluss des bundesweit beachteten Großprojektes dar.

Die Bauherrin Thyssenkrupp Elevator AG (TKE) und die Stadt Rottweil stellten jetzt Details der großen Veranstaltung Anfang Oktober vor. Gleich vorweg: Wer gehofft hatte, am Testturm-Eröffnungswochenende gleich in den Aufzug steigen und zur Aussichtsplattform hochfahren zu können, wird enttäuscht.

Die eigentliche Eröffnung am Samstag, 7. Oktober, werden nur geladene Gäste erleben, tags zuvor dürfen die Medienvertreter hoch. Die erwarteten 20 000 Besucher sollen garnicht erst zum Turm-Standort im Gewerbegebiet Berner Feld, der Besucherparkplatz dort wird gesperrt. Die Besucher dürfen dafür in der Innenstadt feiern.

Dass der Zustrom zum Turm geregelt werden muss, erklärte Thomas Wenger von der Rottweiler Veranstaltungsagentur Trendfactory, die das Eröffnungsfest organisiert, mit den Brandschutzauflagen: Es dürfen nie mehr als 199 Leute im Turm sein.

Man wolle Enttäuschungen vermeiden, so Wenger bei der Pressekonferenz, deshalb lotst man die Besucher in die Innenstadt und bietet ihnen dort ein ansehnliches Programm. Motto: Tradition trifft Innovation.

Unter diesem Leitmotiv wird das zentrale Straßenkreuz in Rottweils historischer Innenstadt beim Festprogramm thematisch aufgeteilt: Eine Richtung blickt in die Geschichte Rottweils zurück, von den Römern über die Staufer bis hin zu Max von Duttenhofer. Die andere richtet den Blick in die Zukunft, hier präsentiert Thyssenkrupp Elevators seinen Multi, den Aufzug ohne Seile und mit einem völlig Konzept, ein Roboter ist dabei, mit dem man reden kann, Elektromobilität ist ein Thema und vieles mehr. Auch andere Firmen aus der Region finden hier eine Plattform für Innovatives.

Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, Thyssenkrupp-Elevator-Chef Andreas Schierenbeck, dessen Pressesprecherin Jasmin Fischer und ...
Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, Thyssenkrupp-Elevator-Chef Andreas Schierenbeck, dessen Pressesprecherin Jasmin Fischer und Thomas Wenger (Trendfactory) erläutern die Pläne für das Eröffnungswochenende (von links). Bild: Monika Marcel | Bild: Monika Marcel

Eine 246 Meter lange Tafel füllt einen weiteren Teil des Straßenkreuzes. 246 Meter, so hoch ist auch der Turm, und da sollen dann auf jeder Seite je 246 Leute ein schwäbisches Abendessen – von den Veranstaltern Dinner genannt – genießen. Die Tickets dafür gibts im Vorfeld inklusive Turmeintritt. Ferner ist ein Markt mit verschiedenen Essensständen geplant.

Abends gibt es dann ein Feuerwerk am Turm, die Besucher sollen dafür auf die Plätze gelotst werden, von denen man den besten Blick hat. Danach wird Rottweils Wolkenkratzer angestrahlt – und in der Stadt gefeiert wie bei Jazz in Town, mit Livemusik und DJs in den Lokalen. Am Sonntag öffnen zudem die Geschäfte, und dann können auch die ersten Ticketbesitzer in festgelegten Zeitfenstern auf den Turm.

Die Plattform, so Wenger, ist dann in der ersten Woche für Ticket-Gewinner und Dinner-Tafel-Teilnehmer reserviert, erst ab 20. Oktober kann dann jeder hoch. Aber auch erst nach vorherigem Ticketkauf, damit der Besucherandrang geregelt ablaufen kann.

Klar stellten Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß und TKE-Chef Andreas Schierenbeck: Turm und Innenstadt sollen eng miteinander verbunden sein, deshalb dürfen beispielsweise die Medienvertreter am Freitag nach dem Besuch der Plattform auch an einer Stadtführung teilnehmen – so erhofft man sich möglichst viel Aufmerksamkeit für die Stadt Rottweil. Immerhin rechnet man mit 100 000 zusätzlichen Tagestouristen durch den Turm und noch einmal so vielen durch die geplante Fußgänger-Hängebrücke zwischen Innenstadt und Turm, so Broß.

Noch sind die Pläne für das Eröffnungswochenende nicht festgezurrt, vieles ist noch offen. Auch, ob bis dahin die Fassadenhülle am Turm dran ist. „Wir sind nicht sicher“, gab Schierenbeck zu. Das zweite Segment sei bereits angebracht, aber die Unwetter der letzten Wochen hätten schon Probleme gemacht. Man darf also gespannt sein.

Zugang zur Plattform

Der Zugang zur Aussichtsplattform wird nicht gleich ganz freigegeben. Ab Sonntag, 8. Oktober, werden zunächst Ehrengäste sowie die Gewinner einer Ticket-Tombola auf den Turm fahren dürfen. Denn Thyssenkrupp stellt 2460 Tickets zur Verfügung, die verlost werden sollen. Der komplette Erlös aus dem Losverkauf soll an verschiedene gemeinnützige Einrichtungen gespendet werden. „Um lange Wartezeiten zu vermeiden, gibt es nach der Eröffnung zunächst keinen Ticketverkauf am Turm selbst“, so die Verantwortlichen. Ab 20. Oktober soll die Besucherplattform jeweils von Freitag bis Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich sein – und zwar freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Die Eintrittskarten soll es dann an einer Tageskasse vor Ort geben, geplant sind Preise „im einstelligen Bereich“, so Thyssenkrupp.

Details zum regulären Erwerb von Tickets für die Zeit nach der Eröffnungswoche will Thyssenkrupp zeitnah im Internet bekanntgeben auf der Seite

testturm.thyssenkrupp-elevator.com/besuche