Mit mehr Bussen, neuen Fahrplänen, einer überarbeiteten Taktung und besseren Anschlüssen an den Schienenverkehr wollen die Verkehrsplaner des Landratsamts den Öffentlichen Nahverkehr um die Zentren Donaueschingen, Hüfingen und Blumberg stärken.

  • Neue Liniennummern sollen die Orientierung auf den Fahrplänen erleichtern. Das Herzstück der überarbeiteten Linienplanung ist dabei der Schnellbus 900, der stündlich zwischen Donaueschingen, Allmendshofen, Hüfingen und Blumberg fährt. Ebenfalls diese Strecke fährt dann die Linie 910, die aber über Hausen vor Wald, Sumpfohren und Hondingen führt. Für Hüfingen und Allmendshofen etwa ergeben sich dadurch oft sogar halbstündliche Busverbindungen.
  • Der Anschluss an die Schiene habe beim neuen Nahverkehrskonzept eine hohe Priorität, erklärt Verkehrsplanerin Sabine Preiser vom Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis. „Für den Schnellbus 900 zwischen Donaueschingen und Blumberg ist beispielsweise die Umsteigezeit auf die Züge genau vorgeschrieben. Sie beträgt dort sieben Minuten und bietet damit genug Zeit für den Umstieg, auch falls es mal zu Verspätungen kommen sollte.“ So sollen künftig die Anschlüsse an die neue Breisgau-S-Bahn, an den Ringzug und die Schwarzwaldbahn gewährleistet sein.
  • Zu den Randzeiten und an den Wochenenden wird das Angebot deutlich erweitert. Während jetzt Ortschaften wie Hondingen, Sumpfohren, Riedöschingen oder Nordhalden an Samstagen und Sonntagen überhaupt kein ÖPNV-Angebot haben, sollen nun auch diese mit eingebunden werden. Dies soll in der Mehrheit mit Rufbussen erfolgen, wie Planerin Preiser betont. „So fahren dann auch keine Busse leer durch die Gegend, und es reicht trotzdem eine Anmeldung, damit der Bus kommt. Man kann sich auf die Rufbusse verlassen wie auf die Linienbusse.“
Die neuen Busse sind Niederflurfahrzeuge und damit barrierefrei. Personen mit Rollator oder Rollstuhl können so einfacher in die Busse einsteigen.
Die neuen Busse sind Niederflurfahrzeuge und damit barrierefrei. Personen mit Rollator oder Rollstuhl können so einfacher in die Busse einsteigen. | Bild: Gildner Werbeagentur
  • Flächendeckende Barrierefreiheit soll unter anderem durch den Einsatz der neuen Niederflurbusse erreicht werden, die außerdem der schadstoffärmeren Euro-6-Abgasnorm entsprechen. Dadurch soll vor allem älteren Leuten mit Rollatoren, aber auch Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen der Einstieg erleichtert werden. Dazu wurden auch an den Haltestellen mitunter einige Umbauten vorgenommen, so Preiser. „Am Bahnhof Döggingen, wo viele Fahrgäste künftig von der Breisgau-S-Bahn auf die Busse umsteigen werden, wurden durch die Stadt Bräunlingen unter anderem zwei barrierefreie Haltestellen mit Blindenstreifen und Hochbord gebaut.“
  • Auch kostenfreies W-Lan wird nach Angaben des Landratsamts in allen Bussen künftig Standard sein. Dieses soll den Fahrgästen zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stehen und trage zu einem attraktiven ÖPNV bei, wie Verkehrsplanerin Preiser sagt. „Wir hoffen allerdings, dass wir auf den neuen Strecken nicht von Funklöchern beeinträchtigt werden.“
Die Buslinien auf der Südbaar werden umfassend restrukturiert. Ziel ist unter anderem eine verbesserte Anbindung an die Schiene, wie beispielsweise an die Breisgau-S-Bahn nach Freiburg. Außerdem kommen neue Busse zum Einsatz, die nicht nur barrierefrei sind, sondern auch einen WLAN-Anschluss für die Fahrgäste bereit halten.
Die Buslinien auf der Südbaar werden umfassend restrukturiert. Ziel ist unter anderem eine verbesserte Anbindung an die Schiene, wie beispielsweise an die Breisgau-S-Bahn nach Freiburg. Außerdem kommen neue Busse zum Einsatz, die nicht nur barrierefrei sind, sondern auch einen WLAN-Anschluss für die Fahrgäste bereit halten. | Bild: Gildner Werbeagentur
  • Neu dazugekommen sind dagegen die Haltestellen in Pfohren, Döggingen, Riedböhringen, Gutmadingen und im Blumberger Gewerbegebiet Vogelherd. Die beiden Haltestellen Behla Rathaus und Behla Alois-Hirt-Straße ändern sich mit dem Wechsel zum neuen Fahrplan. In Behla fahren die Busse künftig durch die Parallelstraße und halten stattdessen an der Haltestelle Behla Schule.
  • Mit der neuen Taktung des Fahrplans soll es künftig einfacher sein, sich die Abfahrtszeiten leichter zu merken, erklärt Planerin Preiser. Während sich derzeit noch viele Abfahrtszeiten im ÖPNV nach den Schulzeiten richteten, soll mit der Vertaktung ein einheitlicheres System geschaffen werden. „Wobei ich auch dazu sagen muss, dass wir die ein oder andere Abweichung im Takt haben, da wir ja Schüler auch nicht 55 Minuten warten lassen können, nur weil der Taktbus gerade abgefahren ist“, fügt sie hinzu.

Auch wenn das Privatauto bei vielen Bewohnern der Südbaar wohl weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird, so ist man beim Landratsamt dennoch überzeugt, mit dem neuen Konzept einige Leute zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Sabine Preiser formuliert es so: „Wenn wir das erreichen und zumindest der Zweit- oder Drittwagen künftig vielleicht nicht mehr angeschafft werden muss, wäre das für uns ein toller Erfolg.“

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