Sie sind seit 48 Jahren die Dachorganisation der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, die Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV). Gegründet am 23. Oktober 1971 in Klengen, dem heutigen Brigachtal, gab es neben der Narrenzunft Brigachtal mit der Geißenzunft Dittishausen, dem Narrenverein Immerfroh Wolterdingen, der Kieschtockzunft Unterkirnach und der Narrenzunft Gütenbach vier weitere Gründungszünfte.

Der erste Präsident war für 13 Jahre Karl Hirt (Brigachtal), es folgten Paul Hasenfratz (1984-1996, Dittishausen), Gebhard Merz (1996-2008, Mundelfingen), Gerd Kaltenbach (2008-2017, Triberg-Nußbach) und seit 2017 Anne-Rosel Schwarz aus Wolterdingen.

Die Schwarzwälder Narrenvereinigung beheimatet Zünfte aus den ehemaligen Landkreisen Villingen, Donaueschingen und dem Hochschwarzwald. Die Aufgaben des Präsidiums der SNV sind vielfältig. „Ganz groß wird der Brauchtum geschrieben, sprich: es wird die Dorffastnacht gepflegt“, so Anne-Rosel Schwarz. „Wir schauen beispielsweise darauf, ob es die traditionelle Schülerbefreiung gibt und, was für uns immer sehr wichtig ist: ob es einen eigenen Kinderumzug gibt“. Ein Hauptaugenmerk liegt auch auf der Jugend. „Einmal im Jahr gibt es im Sommer den großen Jugendtreff, das ist ein Zeltlager, das jährlich von einer anderen Zunft ausgerichtet wird“, berichtet die Präsidentin. 2019 war das Zeltlager in Behla und neuerlich ein großer Erfolg. „Auch wir vom Präsidium sind da ganz nah dabei, wir kochen für die Jugendlichen“, lacht Anne-Rosel Schwarz.

Das Präsidium der Schwarzwälder Narrenvereinigung: Vizepräsident Karlheinz Bähr, Schatzmeister Alfons Romey, Präsidentin Anne-Rosel Schwarz, Kanzelarin Bianca Weber, dahinter Protokollar Manuel Straub, Chronist Jörg Schade, Brauchtumssprecher Christoph Droxner.  Bild: Foto-Fischer
Das Präsidium der Schwarzwälder Narrenvereinigung: Vizepräsident Karlheinz Bähr, Schatzmeister Alfons Romey, Präsidentin Anne-Rosel Schwarz, Kanzelarin Bianca Weber, dahinter Protokollar Manuel Straub, Chronist Jörg Schade, Brauchtumssprecher Christoph Droxner. Bild: Foto-Fischer

Einmal im Jahr ist der große Herbstkonvent aller Zünfte. Dort wird dann entschieden, ob neue Zünfte aufgenommen werden, wo Narrentreffen ausgetragen werden. Neben den dörflichen Vereinen gehören auch einige neuere Gruppen aus den städtischen Fasnetshochburgen der Region der Vereinigung an. Inzwischen sind in der SNV 53 Zünfte, eine davon ist die Schnuferzunft aus Pfohren. Sie stellte den Antrag, vom 31. Januar bis zum 2. Februar das Freundschaftstreffen der SNV auszutragen. Diesem Antrag stimmten die 53 Zünfte und das Präsidium gerne zu.

Die Schnuferzunft mit den Burghexen – hier beim Donaueschinger Umzug – richten ende Januar anfang Februar das Freundschaftstreffen der SNV aus. Bild: Roger Müller
Die Schnuferzunft mit den Burghexen – hier beim Donaueschinger Umzug – richten ende Januar anfang Februar das Freundschaftstreffen der SNV aus. Bild: Roger Müller

Die Schnuferzunft besteht aus dem Zunftrat mit Schnufer, der Burghexe und Zunftkapelle. Der Schnufer verdankt seine Herkunft etwa zu gleichen Teilen der Sage und der Geschichte. Sein Ursprung liegt in der Entenburg, dem Wahrzeichen von Pfohren. Die Schnarch- und Zischlaute der in diesem alten Wasserschloss heimischen Schleiereulen wurden als Spukgeräusche des Geistes von „Karl dem Dicken“ ausgelegt, der im Jahre 888 auf unerklärliche Weise in den Donausümpfen ums Leben kam. In Anlehnung an das historische und sagenumwobene Vorbild stopfen sich die Schnufer dick aus.

Die Schnuferzunft Pfohren mit den Burghexen – hier beim Donaueschinger Umzug.
Die Schnuferzunft Pfohren mit den Burghexen – hier beim Donaueschinger Umzug.

Auch die Burghexe bezieht sich in ihrer Entstehung auf die Entenburg. Dieser Bezug ist jedoch weniger historisch belegt und stützt sich auf die armen Mägde und Frauen aus dem Dorf, die sich im Umfeld der Entenburg um ihren Unterhalt kümmerten.

Im Januar 1952 fand im Gasthaus „Zur Blume“ die Gründungsversammlung des Narrenvereines Pfohren statt. Die erste Bewährungsprobe des jungen Vereines war die Fasnacht 1952. Am 21. Februar, dem Schmutzigen Dunschtig, wurde unter lauten Narri-Narro-Rufen der Narrenbaum abgeholt. Begleitet von der Musikkapelle, wurde der geschmückte Baum in der Ortsmitte aufgestellt und die Schüler erstmals vom Joch der Lehrerschaft befreit. Die Anfänge waren in finanzieller Hinsicht sehr schwer. Ohne die Unterstützung des damaligen Bürgermeisters und der Gemeinderäte wäre der junge Verein in seinen ersten Jahren nicht in der Lage gewesen, die Kinder an der Fasnacht mit Wurst, Wecken und Süßigkeiten zu beschenken. Weiter wurde ein Narrenblatt in Angriff genommen, das erstmalig an der Fasnet 1954 erschien und von den Zunfträten verkauft wurde. Seit dieser Zeit erscheinen die lustigen Gegebenheiten aus dem Ortsgeschehen. Im Januar 1973 wurde aus dem Narrenverein Pfohren die Schnuferzunft Pfohren. Die Versammlungsteilnehmer waren mehrheitlich für die Umbenennung.