Nach längeren Diskussionen hat der Gemeinderat eine Erweiterung der Berneckschule beschlossen. Auf dem Parkplatz vor der Bildungsstätte lässt die Stadt ein Interimsgebäude errichten: In Modulen werden sieben zusätzliche Klassenzimmer und Nebenräume entstehen. Wegen der anhaltenden Hochkonjunktur auf dem Bausektor stieg der Preis von anfangs knapp 1,5 Millionen Euro auf inzwischen 1,8 Millionen. Die zusätzlichen 290 000 Euro hatte der Gemeinderat im Juli genehmigt. Nun möchte die Verwaltung einen weiteren Nachschlag in Höhe von 190 000 Euro.

Ärger mit dem Untergrund

Bei der Vorbereitung des Untergrunds für die Module sind unvorhergesehene Probleme aufgetreten. Die Verwaltung schlägt aber auch vor, das Dach des neuen Gebäudes zu begrünen.

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Anfang September hatte die Baufirma mit den Erdbauarbeiten auf dem Gelände des Berneckparkplatzes begonnen. Im November werden die Module aufgebaut. Weil die Versorgungsleitungen nicht – wie ursprünglich geplant – auf dem Gelände selbst angeschlossen werden konnten, musste die Baufirma den Fuß- und Radweg und die Berneckstraße aufgraben. Die Mehrkosten betragen etwa 5000 Euro.

Teurer allerdings kommen die Sünden der Vergangenheit: „Beim Aushub einer Teilfläche unter dem bisherigen Parkplatzbelag musste teerhaltiges Material separiert und entsorgt werden“, heißt es in einer Vorlage für den Verwaltungsausschuss. Außerdem seien in Teilbereichen noch die alten Fundamente der Berneckschule vorhanden, die die Arbeiten erschwerten. Beides werde etwa 30 000 Euro zusätzliche Kosten verursachen. Schließlich soll das Aushubmaterial an Ort und Stelle wieder eingebaut werden, um Fahrbewegungen und Entsorgungskosten zu reduzieren, wie es weiter heißt. Dafür muss es aber teilweise mit einem Bindemittel verbessert werden. Auch müsse die Baufirma etwa 160 Kubikmeter mehr Material abgraben, um in allen Bereichen die geforderten Verdichtungswerte zu erreichen. Dafür werden weitere 25 000 Euro fällig.

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Anders als in der ursprünglichen Ausschreibung vorgesehen, schlagen die Baufachleute nun vor, das Dach des neuen Provisoriums extensiv zu begrünen. Dadurch würden die Abwasserkanäle und die Kläranlage entlastet und die Abwasser- und Niederschlagswasserkosten um etwa 600 Euro pro Jahr gesenkt. Die Dachbegrünung sei ein Beitrag zum Hochwasserschutz und Starkregenrisikomanagement. Eine Dachbegrünung verbessere das Mikroklima im direkten Umfeld und auf dem Pausenhof, isoliere das Dach besser und sorge auch für ein besseres Raumklima in den Klassenräumen. Außerdem leiste ein begrüntes Dach einen Beitrag zum Stadtklima auf einer Dachfläche von immerhin 860 Quadratmetern.

Schutz für Insekten

Schließlich heißt es in der Vorlage: „Dachbegrünungen sind einfache und bewährte Bausteine von Klimaschutzprojekten, für Insekten Nahrung und Schutzraum, CO²-Verbrauch, Filterung von Feinstaub, Wasserverdunstung, Dämpfung von Lärm.“ Sie stellten einen zusätzlichen Schutz der Dachhaut vor Alterung und mechanischer Beschädigung dar und trügen so zum Werterhalt bei, denn das Gebäude solle wiederverwendet beziehungsweise verkauft werden, sobald die neue Berneckschule auf dem Schulcampus fertig sei.

Schon in Auftrag gegeben

Allerdings kostet das Projekt Dachbegrünung komplett etwa 80 000 Euro. Davon werden 15 000 Euro für eine verbesserte Statik und 65 000 Euro für die eigentliche Begrünung der Dachfläche fällig. Die Stadtverwaltung hat die Dachstatik bereits im Zuge der Freigabe der Werkstattpläne in Auftrag gegeben, denn die „verbesserte Dachstatik muss bereits in der Modulfertigung berücksichtigt werden, um mögliche Auflasten für eine Begrünung zu einem späteren Zeitpunkt oder für eine spätere Nutzungsänderung des Gebäudes zu ermöglichen“, heißt es.