Die BES zeyko Küchenmanufaktur GmbH hat beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen einen Insolvenzantrag mit Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Dieses gab dem Antrag statt und ordnete, wie erst am Montagnachmittag bekannt wurde, bereits am Freitag die vorläufige Eigenverwaltung an. Vorläufiger Sachwalter ist der Stuttgarter Rechtsanwalt Philipp Grub.

Ziel des Verfahrens sei die vollständige Sanierung und Neuausrichtung des Schwarzwälder Traditionsunternehmens, so Philipp Grub in einer Erklärung zum Verfahren. Grund für die seit einiger Zeit vorhandene finanzielle Schieflage sei unter anderem, dass die Strukturen und Prozesse des Unternehmens nicht mehr effizient genug seien.

  • Eigenverwaltung bedeutet Perspektive: Das jetzt durch die BES zeyko Küchenmanufaktur beantragte Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens, die mit der Insolvenzrechtsreform möglich wurde. Sie kommt insbesondere bei Vorliegen einer mittelfristigen Fortführungsmöglichkeit des Unternehmens sowie einer konkreten Sanierungsperspektive in Betracht. Das schuldnerische Vermögen wird in einem solchen Verfahren nicht durch einen Insolvenzverwalter, sondern durch das schuldnerische Unternehmen selbst weiter verwaltet. Überwacht wird der Schuldner von dem durch das Insolvenzgericht bestellten Sachwalter Philipp Grub. Der Geschäftsbetrieb geht bei Zeyko weiter. Löhne und Gehälter seien während der „nächsten Monate gesichert“, gibt Sachwalter Philipp Grub in seiner Erklärung zum Verfahren weiter an.
  • Sanierungsexperte ist im Boot: Mit ins Boot geholt hat sich Geschäftsführer Christian Hilz mit Thomas Planer einen Sanierungsexperten. „Der Beschluss des Amtsgerichts macht deutlich, dass unser Mandant nicht nur sanierungswürdig, sondern auch sanierungsfähig ist. Gemeinsam werden wir den gesamten Betrieb optimieren, Prozesse durchleuchten und neu definieren.“ Zeyko soll, so Thomas Planer, wieder fit gemacht werden für eine sichere Zukunft auf eigenen Beinen.
  • Aus einer Insolvenz hervor gegangen: 2017 wurde Zeyko aus dem damaligen Insolvenzverfahren heraus Teil der Unternehmensgruppe Trendstore Shop Creation GmbH und BES Brunhold Holz und Design Manufaktur. Kopf der Unternehmensgruppe ist Christian Hilz. Er wurde zum Geschäftsführer der neuen BES zeyko Küchenmanufaktur GmbH. Als vorrangiges Unternehmensziel hatte Christian Hilz damals genannt, „die Marke Zeyko wieder zum Glänzen“ bringen zu wollen und Qualitätsführer zu werden. Dabei sollten, so Christian Hilz damals gegenüber dem SÜDKURIER weder Wachstum noch Gewinnmaximierung im Mittelpunkt stehen. Schon damals war sich Christian Hilz bewusst, dass diese Ziele in einem schwierigen Geschäftsumfeld verwirklicht werden sollen.
  • Wettbewerbsfähige Preise sollten helfen: Alles in allem wollte Zeyko künftig zwei strategische Ausrichtungen verfolgen: Zum einen wollte man den Premiumsektor bedienen, zum anderen wollte man qualitativ hochwertige Küchen zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt bringen. Mittelfristig seien, so Christian Hilz damals, signifikante Preissenkungen geplant, mit denen man aber seinen Umsatz steigern wolle.
  • Verkleinerung der Produktion: Im Zusammenhang mit der Insolvenzeröffnung im Jahr 2017 mussten 25 von den damals 107 Mitarbeitern das Unternehmen verlassen. Mit den verbleibenden aktuell noch 70 Mitarbeitern wollte Christian Hilz weiterarbeiten. Synergieeffekte mit den beiden Schwesterunternehmen sollten genutzt werden. Bei der Produktion sollte es Veränderungen geben. Ein Teil der Fertigung, wie die Herstellung neuer Oberflächen für die Küchenmöbel, wurde in eines der Schwesterunternehmen verlagert. Die in Mönchweiler angemietete Produktionsfläche wurde stark verkleinert.
  • Zeyko im Gewerbepark: Für das Gebäude, in dem die BES zeyko Küchenmanufaktur in Mönchweiler produziert und in dem Zeyko seit Mitte der 70-er Jahre in Mönchweiler zuhause ist, gibt es seit kurzem – wie im SÜDKURIER berichtet – neue Pläne. Die Projektgesellschaft Mönchweiler möchte hier einen Gewerbepark entstehen lassen. Die BES zeyko Küchenmanufaktur werde aber auch weiterhin bevorzugt behandelt und bekomme auf dem Areal Räume und Flächen, um in verkleinerter und modernisierter Form die Küchenproduktion weiter fortzusetzen, betonte Andrea Kühne von der Projektgesellschaft Mönchweiler jüngst.