Mit einer Hausmesse zeigt die Küchenmanufaktur Zeyko, wie sich der Küchenbauer jetzt nennt, in diesen Tagen, dass es in Mönchweiler nach dem Insolvenzverfahren weiter geht.

Gestern Nachmittag war in der Küchengalerie im Ginsterweg Publikumstag. Interessenten hatten die Gelegenheit, sich die ausgestellten Küchen anzusehen. Vor allem bestand aber auch die Möglichkeit, den neuen Geschäftsführer Christian Hilz und sein Leitungsteam kennenzulernen. Dieses besteht aus Dirk Richer, Leiter des Vertriebs, Berthold Flaig, Leiter der Informationstechnik (IT), Katrin Schmidt, Leiterin des Exports, Jörg Ganter, Leiter des Vertriebsinnendienstes und Ralf Hauser, Leiter der Produktion. Sie alle waren bereits vor der Insolvenz bei Zeyko und bleiben dem Betrieb erhalten.

Heute, Samstag, und morgen, Sonntag, sind dann Händler und andere Geschäftspartner in die Küchengalerie eingeladen. Etwa 100 hätten sich für die beiden Tage bereits im Vorfeld angemeldet, sagt Christian Hilz. Viele kämen aus Süddeutschland, aber auch aus Jordanien und Thailand und mehreren europäischen Ländern führe der Weg Besucher nach Mönchweiler. Ihnen wird viel Bekanntes, aber auch Neues präsentiert. So bekommen die Fachbesucher beispielsweise neue Oberflächen zu Gesicht, die am Freitag noch in der Produktion waren. Gefertigt werden sie – und das ist eine der Neuerungen bei Zeyko – in der zur Unternehmensgruppe um Christian Hilz gehörenden BES Brunold Holz & Design Manufaktur in Schwandorf.

Im Rahmen einer Hausmesse können sich die Besucher an diesem Wochenende in der Küchengalerie des Mönchweiler Küchenbauers Zeyko ein Bild davon machen, wie es nach der Insolvenz weiter geht. Bild: Cornelia Putschbach
Im Rahmen einer Hausmesse können sich die Besucher an diesem Wochenende in der Küchengalerie des Mönchweiler Küchenbauers Zeyko ein Bild davon machen, wie es nach der Insolvenz weiter geht. Bild: Cornelia Putschbach

Zur betrieblichen Ausrichtung nach dem Neuanfang sagt Christian Hilz: "Wir wollen anders sein. Wir wollen eine andere Qualität mit anderen Lieferzeiten und anderen Oberflächen liefern als andere Küchenhersteller." So weist der Geschäftsführer unter anderem auf die kurzen Lieferzeiten der Küchen aus dem Hause Zeyko hin. Heute präsentiere man den Händlern eine Herbstaktion, die bei Bestellung bis Ende Oktober eine Lieferung noch in diesem Jahr zusage.

Auch bei der Produktion soll es Veränderungen geben. Sie wird modernisiert und die Produktionsfläche wird stark verkleinert. Die Wege sollen kürzer werden. Für den frei gewordenen Teil der großen Produktionshalle bestehen Überlegungen, diesen abzureißen. Anstelle der großen in die Jahre gekommenen Halle könnte eine gläserne Manufaktur entstehen, sagt der Geschäftsführer. Einen weiteren Stellenabbau soll es, obwohl durch den Insolvenzverwalter angeboten, nicht geben, sagt Christian Hinz. Der Altersdurchschnitt der rund 70 Mitarbeiter zählenden Belegschaft sei mit rund 54 Jahren allerdings recht hoch.

Alles in allem wolle Zeyko künftig zwei strategische Ausrichtungen verfolgen: Zum einen wolle man den Premiumsektor bedienen, zum anderen wolle man aber auch qualitativ hochwertige Küchen zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt bringen. Mittelfristig seien, so Christian Hilz, signifikante Preissenkungen geplant, mit denen man aber den Umsatz steigern wolle.

Wollte Christian Hilz vor wenigen Wochen, als die Übernahme bekannt wurde, hinsichtlich seiner Umsatzziele noch nicht mit der Sprache heraus, so sagt er jetzt: "Zehn Millionen sollten möglich sein." Vor zwei Jahren erwirtschaftete Zeyko nach eigenen Angaben mit rund 110 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp unter 20 Millionen Euro.

Unternehmensgruppe

Zeyko firmiert neu unter BES Zeyko Küchenmanufaktur. Das Unternehmen ist jetzt Teil einer Unternehmensgruppe, zu der auch die Trendstore Shop Creation GmbH in Greding und BES Brunold Holz und Design Manufaktur GmbH in Schwangau gehören. Ende Februar hatte Zeyko Insolvenz angemeldet. Nach rund fünf Monaten des Verhandelns, Wartens und Bangens gab Insolvenzverwalter Hubert Ampferl Anfang August bekannt, dass ein Nachfolger gefunden worden sei. (put)