Mönchweiler müsste mehr Flüchtlinge aufnehmen, als dies tatsächlich erfolgt ist. Das ist eine der Informationen, welche die Integrationsbeauftragte der Gemeinden Mönchweiler und Königsfeld, Melissa Braun, am Donnerstagabend für den Gemeinderat Mönchweiler bereithielt. Seit knapp einem dreiviertel Jahr ist Melissa Braun für die beiden Gemeinden als Integrationsbeauftragte angestellt.

Mehr Flüchtlinge werden verteilt

Das laufende Jahr sei im gesamten Landkreis ein sehr ruhiges Jahr gewesen, was die Zuweisung von Flüchtlingen betraf, berichtete die Integrationsbeauftragte, die acht Stunden pro Woche für die Gemeinde Mönchweiler zur Verfügung hat. Die Landeserstaufnahmeeinrichtung in Donaueschingen werde bald schließen. In der Folge werden mehr Flüchtlinge auf die Gemeinden verteilt, weil kein Überschuss mehr vorhanden sei.

18 Personen bisher aufgenommen

Mönchweiler hat bislang zu wenige Flüchtlinge aufgenommen. Seit dem Jahr 2015 kamen 18 in die Gemeinde. Für zwölf weitere besteht nach den aktuellen Zahlen eine Aufnahmeverpflichtung. Eine Vereinbarung, die Mönchweiler und andere Umlandgemeinden mit der Stadt Villingen-Schwenningen über die Aufnahme von Flüchtlingen und eine finanzielle Abgeltung schließen wollten, wurde durch die übergeordneten Behörden nicht genehmigt, berichtete der Bürgermeister Rudolf Fluck. Das sei wohl eine Frage des Solidaritätsprinzips gewesen, vermutete er gleichzeitig enttäuscht darüber, dass man den kleinen Gemeinden nicht entgegenkomme.

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Nur noch zwei freie Plätze

Im Kronenweg seien im Moment noch zwei Plätze frei, beantwortete der Bürgermeister eine Nachfrage aus dem Gemeinderat. Sollten weitere Flüchtlinge der Gemeinde zugewiesen werden, müsse man entweder auf dem freien Wohnungsmarkt etwas anmieten oder möglicherweise über das Aufstellen von Containern nachdenken und eine Lösung schaffen. Das sei aber im Hinblick auf die angestrebte Integration keinesfalls die bestmögliche Lösung.

Wohnraum dringend gesucht

Problematisch ist, dass die Gemeinde Mönchweiler den Mietern im Wohnhaus neben der alten Grundschule zum Ende kommenden Jahres die Kündigung aussprechen musste, weil diese Räume für die Schulerweiterung benötigt werden. Von der Kündigung betroffen ist auch eine Flüchtlingsfamilie, die in Mönchweiler eine neue Wohnung finden möchte. Der Integrationswille der Familien sei auf jeden Fall da, schwieriger sei es bei den Einzelpersonen, sagt Melissa Braun auf eine Nachfrage aus dem Gemeinderat. Gegenüber Weggezogenen habe die Gemeinde Mönchweiler noch Mietforderungen. Diesbezüglich gelte es zu entscheiden, ob man versuchen wolle, diese einzutreiben oder ob man dies wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg einstelle, berichtete die Integrationsbeauftragte Melissa Braun abschließend.

Aktuelle Zahlen

16 Flüchtlinge leben in Mönchweiler. Sie kommen aus Sri Lanka, Afghanistan, Eritrea und Syrien. Darunter sind zwei Familien mit jeweils drei Kindern und sechs männliche Einzelpersonen. Die Einzelpersonen arbeiten alle. In den Familien seien die Eltern teilzeitbeschäftigt, suchen aktuell Arbeit oder machen einen Sprachkurs, so Melissa Braun. Die Integration der Familien laufe gut. Die Kinder seien in der Schule und im Kindergarten. In das Vereinsleben werden sie einbezogen.