Für viele Löffinger Bürger war es ein Schock, als es am Freitagabend an der Haustür klingelte und sie von Rettungskräften aufgefordert wurden, ihre Wohnung zu verlassen. Grund war der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Bahnhof, die erfolgreich entschärft wurde. Aus Sicherheitsgründen wurde im Radius von 300 Metern alles evakuiert und auch der Verkehr wurde umgeleitet.

Unterschiedlich wurde die Aktion von den Löffingern bewertet: Emine Bilgi und ihre Sohn Umit sahen es ganz locker „wir sehen es als Abenteuer“. „Sicherheit geht einfach vor“, sagte Hiltrud Trenkle, man denke in solchen Situationen nicht an Haus oder solche materiellen Dinge. Sven Seidel und Rudolf Gwinner waren sich einig, dass dies vielleicht wieder einmal passieren könnte, da der Bahnhof mehrfach im Krieg bombardiert worden war. Karin Rüppel hatte zwar von der Fliegerbombe von ihrer Nachbarin gehört, war aber doch überrascht, als auch sie die Wohnung verlassen musste. „Ich bin zuversichtlich, habe aber auf jeden Fall meine Medikamente mit dabei, falls es länger dauert“. Völlig überrascht war Yvonne Albrecht, sie kam mit ihrer Tochter von einer Beerdigung, ihr Weg Nachhause wurde bei der Linde unterbrochen. Die Jugendliche Andrea Tomic wurde von ihren Freunden auf das Schulareal begleitet. Die wohnen zwar auf dem Reichberg und waren nicht betroffen, wollten aber ihre Freundin unterstützen. „Nun kann man sich vorstellen wie es in Israel oder in Syrien ist, wenn täglich Bombenalarm ist“, so Albert Trenkle.

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Erstaunt zeigte sich mancher Löffinger Bürger, wie weit ein Radius von 300 Metern sein kann. Knapp außerhalb lagen glücklicherweise das Altenpflegheim, die Seniorenwohnanlage und das Flüchtlingswohnheim.

Mehr als zufrieden zeigte sich Bürgermeister Tobias Link: „Der Kampfmittelräumdienst arbeitete hoch professionell, Polizei und Rettungskräfte Hand-in-Hand“. Sehr vernünftig hätten die Bürger reagiert, nur wenige hätten ihre Wohnungen nicht verlassen. Die Evakuierten wurden in der Schule mit Getränken versorgt, die Rettungskräfte im Feuerwehrgerätehaus.

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