Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Lust an der Technik zu wecken, beginnt beim Löffinger Unternehmen WST, das Präzisionstechnik vorwiegend für die Autoindustrie fertigt, schon im Kindergarten. Beim Projekt Technolino oder auch jüngst beim Kinderferienprogramm öffnet Geschäftsführer Georg Willmann gerne die Pforten für den Nachwuchs. Erstmals war es die Firma WST, die das Kinderferienprogramm in Kooperation mit der Stadt im Baarstädtchen Löffingen organisiert.

Neugierig auf die Geräte: (von links) Isabell Pfeifeifer (9) erkundet den Schraubstock, Ida Willmann (5) die Feilen und Lilla Boda (6) den Hammer.
Neugierig auf die Geräte: (von links) Isabell Pfeifeifer (9) erkundet den Schraubstock, Ida Willmann (5) die Feilen und Lilla Boda (6) den Hammer. | Bild: Gerold Bächle

Vom ersten bis zum letzten Tag der Ferien wird den Kindern in Löffingen etwas geboten. Die Stadt hat zusammen mit WST das Programm für die Grundschüler – hierzu zählen auch die kommenden Erstklässler – übernommen, der Jugendraum ist für die Jugendlichen verantwortlich. WST hat für das Projekt die beiden angehenden Grundschullehrerinnen Antonia Winterhalder und Judith Agostini als Ferienjobler eingestellt.

Kinder können selber Hand anlegen

14 Kinder im Alter zwischen fünf und 12 Jahren machten sich nach dem gemeinsamen Frühstück in der Grundschule auf, um WST zu entdecken. Die Erwartungen der Kinder waren groß, als sie von Personalreferentin Viola Kaltenbach, dem Leiter der Ausbildungsakademie Nikola Skrabl, dem Ausbildungsleiter Jürgen Kleiser und Ausbilder Martin Buschkamp in Empfang genommen wurden. „Die Neugier der Kinder kann man wecken, wenn sie selbst handwerkeln dürfen“, so übereinstimmend die Ausbilder. Deshalb durften die kleinen Handwerker selbst einen Hammer herstellen.

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Unter fachkundiger und doch kindgerechter Anleitung wurde der Hammerkopf gefräst, der Griff an der Drehbank gedreht, mit Feilen der Hammerkopf bearbeitet und mit dem Handsenker die Bohrung am Hammerkopf angefasst. Es folgte die Verbindung des Hammerkopfes mit dem Hammerstiel. Zur Befestigung wurden der Hammerkopf und der Hammerstiel an der Ständerbohrmaschine mit verbohrt, gerieben und eingepresst. Dann ging es an den Praxistest, bei dem die Kinder Nägel in ein Nagelbrett mit ihrem Hammer einschlugen. Zur Erinnerung an diese Tage wurde der Hammerkopf per Laser beschriftet. Die Kinder waren voller Begeisterung bei der Arbeit. „Das sehen wir immer“, erklärte Ausbildungsleiter Jürgen Kleiser.

Lust auf Technik wecken

Eines der Angebote war auch der Besuch in der WST Ausbildung Lehrwerkstatt. Der Slogan „eine Umdrehung voraus“ gilt auch für den Nachwuchs. „Wir möchten schon im Kindergarten und in der Grundschule die Lust an der Technik wecken“, sagen Geschäftsführer Georg Willmann und Ehefrau Sabine, die 1993 gemeinsam das Unternehmen aufgebaut haben. Seit Beginn der Aktion Technolino, die von Südwestmetall ins Leben gerufen wurde, ist WST mit dabei, um bei Kindern die natürliche Neugier auf Technik zu wecken. So wurden bei WST schon Schachfiguren, heißer Draht, Wasserwaagen und auch Lokomotiven hergestellt. Davon konnten sich die kleinen Besucher selbst überzeugen und die Ergebnisse ansehen und ausprobieren.

Ob der selbstgebaute Hammer das übersteht? Beim Nageln testeten die Kinder ihr Werk sogleich.
Ob der selbstgebaute Hammer das übersteht? Beim Nageln testeten die Kinder ihr Werk sogleich. | Bild: Gerold Bächle

Arbeit macht hungrig und so marschierten die kleinen Technikfreaks mit Antonia Winterhalder und Judith Agostini von der Lehrwerkstatt direkt in die Werkskantine „Backenfutter“. Hier wartete Adelheid Bürkle schon mit Hamburgern und Pommes, als Nachtisch gab es Apfelküchle und Vanillesoße. „Das Interesse bei den Kindern war enorm groß, sodass wir uns überlegen, einen zweiten Besuch bei WST anzubieten“, so die beiden Kinderferienprogramm-Leiterinnen und Viola Kaltenbach.