Wenn dem Königsfelder Bürgermeister Fritz Link in diesem Tagen etwas am Herzen liegt, dann vor allem eines: Besonnenheit. Nicht schon wieder soll ein Thema, das von Emotionalität geprägt ist, über Monate die Gemüter erhitzen. "Wir beschäftigen uns fast nur noch mit dem Thema Mobilfunk", sagt Fritz Link in einem Pressegespräch am Mittwoch. Teilweise gehen, so sagt der Bürgermeister, E-Mails im Rathaus ein, die untragbar sind.

  • Runder Tisch für eine Lösung: Ein sogenannter Runder Tisch soll die Lösung auf der Suche nach Standorten für Mobilfunk-Masten sein, denn diese hatte die Deutsche Telekom in den Ortsmitten von Erdmannsweiler und Neuhausen geplant. Seither gibt es hitzige Diskussionen, weil die Anlagen entweder auf oder in unmittelbarer Nähe von Schule und Kindergarten liegen würden. Am Runden Tisch suchen Gemeinderäte, Ortschaftsräte, ein Sachverständiger, Interessengruppen und die Telekom nach einer möglichen Alternative. Dieses vorberatende Gremium tagt nichtöffentlich, weil das Thema sowohl für die Interessen Einzelner als auch das öffentliche Wohl von Belang ist. Sobald es eine Lösung gibt, werde man an die Öffentlichkeit gehen, die Entscheidung trifft ohnehin der Gemeinderat. Der Vorwurf der Intransparenz sei unhaltbar. Es mache aber keinen Sinn, jeden Standort und jedes Detail, das am Runden Tisch zur Sprache kommt, öffentlich zu diskutieren.
  • Bürgermeister sieht keine Konfrontation: Fritz Link sei besonders verärgert darüber, dass einige aus den Reihen der Interessengruppe der Gemeinde vorwerfen, intransparent zu handeln. Das sei nicht der Fall. "Es gibt keine Konfrontationsstellung zwischen der Gemeinde und der Bürgerinitiative", sagt er. Man verfolge das selbe Ziel.
  • Gegen die Panikmache: Fritz Link wolle einen verantwortungsvollen Dialog anstatt einer Panikmache. "Wir haben das Ziel, Anlagen im bebauten Bereich zu verhindern", sagt Link. Das Problem in der Suche nach Alternativ-Lösungen: Die Erschließung einer Anlage im Außenbereich wäre für die Telekom wahrscheinlich deutlich teurer. Ein Kompromiss ist also Verhandlungssache. Es stehen wirtschaftliche Interessen und die Interessen der Bürger im Raum.
  • Hoffen auf Solidarität: Seit Monaten warnt die Gemeinde davor, Pachtverträge mit der Telekom abzuschließen. Denn wenn ein Grundbesitzer dem Betreiber erlaubt, einen Sendemast auf seinem Grundstück zu errichten, sind der Gemeinde die Hände gebunden. In einem solchen Fall wäre keine Genehmigung notwendig. Genau das, so Fritz Link, sei vor zehn Jahren schon einmal das Problem gewesen.

Vorgeschichte

Die Deutsche Telekom möchte in Erdmannsweiler und Neuhausen Mobilfunkmasten errichten. Weil beide Anlagen entweder direkt auf oder in unmittelbarer Umgebung von Schulen und Kindergärten liegen, gibt es Protest gegen diese Pläne. An einem Runden Tisch läuft die Suche nach Alternativ-Standorten. Diese Gremium hat lediglich eine vorberatende Funktion und könne nichts beschließen. Einen Vorschlag zu möglichen Alternativen gibt es momentan noch nicht. Die letztliche Entscheidung läge ohnehin beim Gemeinderat. In der kommenden Woche steht die nächste Sitzung des Runden Tisches an. Vertreter der Bürgerinitiative, die mit am Tisch sitzen, beklagen nun jedoch, dass sie zum Stillschweigen verpflichtet sind. Sie dürfen über das, was verhandelt wird, nicht in der Öffentlichkeit sprechen. Sie beklagen in Folge dieses Umstands die Intransparenz des Verfahrens. (pga)