Als die Telekom bekannt gab, sie wolle einen neuen Funkmast im Ortsteil Neuhausen oder Erdmannsweiler aufstellen, schlug das in der Gemeinde ein, wie eine Granate. Schnell organisierten sich Bürger in einer Bürgerinitiative, die ein transparentes Verfahren forderte und die Verwaltung und Bürgermeister Fritz Link teilweise heftig kritisierte. Ein Runder Tisch mit Vertretern der Gemeinde, der Telekom und von Umweltverbänden wurde einberufen, um einen Kompromiss zu finden. Nun steht das nächste Kapitel bevor: Die Gemeindeverwaltung möchte die Ergebnisse der Vorberatungen des Runden Tischs der Öffentlichkeit vorstellen.

Dazu sind die Bürger am Dienstag, 26. Juni, um 19.30 Uhr in das Haus des Gastes in Königsfeld eingeladen. Beginnen wird das Programm mit einer Begrüßung und Einführung durch Bürgermeister Fritz Link. Anschließend spricht Frank-Peter Käßler von der Telekom über die Standortsituation des Unternehmens.

Im Anschluss spricht Thomas Gritsch vom Tüv Süd über das erstellte Gutachten. Gritsch wurde von der Gemeinde hinzugezogen und beauftragt, mögliche Standorte und Auswirkungen auf Natur und Gesundheit zu überprüfen. Die Vertreter des Runden Tisches werden dann kurze Stellungnahmen abgeben, bevor die offene Diskussion über die vorgeschlagenen Standorte eröffnet wird.

Das Thema Mobilfunkmast hat in Königsfeld in den vergangenen Wochen für viel Diskussion gesorgt. Vertreter vom Verein Diagnose Funk und vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland warfen der Verwaltung vor, hinter geschlossenen Türen zu verhandeln und die Bevölkerung nicht ausreichend zu informieren. Bürgermeister Link wiederum kritisierte, dass durch Verbreitung von teilweise falschen Informationen sozialer und psychischer Druck auf Grundstückseigentümer ausgeübt wurde. Das habe die Suche nach einem für die Gemeinde akzeptablem Standort im Außenbereich der Ortschaften erschwert.

Besonders kritisiert wurde das Vorgehen der Telekom, die mit ihrem Schreiben über das Vorhaben gleich Standorte mitten in Wohngebieten ausgewiesen hatte und der Gemeinde dann 30 Tage Zeit gab, Alternativstandorte zu benennen. Dagegen hatte die Verwaltung Einspruch erhoben und eine Fristverlängerung und Mitsprache bei der Standortsuche gefordert.