Gute Freunde erkennt man leichter, wenn das Leben schwerer wird. Der Weilerner Frank „Beizer“ Rapp weiß mittlerweile nur zu gut, wieviel Wahrheit in diesem Sprichwort steckt. Er kann mit Stolz behaupten, dass er nicht nur gute Freunde hat, sondern auch in großer Anzahl. Bis zum 17. Juni 2018 war für den heute 49-jährigen, verheirateten, dreifachen Familienvater die Welt noch in Ordnung, ehe eine Hirnblutung sein Leben völlig auf den Kopf stellte. Beim Duschen hatte er plötzlich auf der rechten Körperseite ein taubes Gefühl bemerkt, die Zunge verkrampfte und das Atmen fiel ihm immer schwerer. Der herbeigerufene Notarzt ordnete den Transport in die Uniklinik Freiburg an, wo an ihm zeitnah ein Luftröhrenschnitt vorgenommen wurde.

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Nach zwei Wochen Klinikaufenthalt in der Breisgau-Metropole wurde Rapp in die Reha-Klinik nach Elzach verlegt. Erst Mitte Dezember 2018 durfte er endlich nach Hause. Was er und seine Frau Claudia nicht erwartet hatten, trat ein: In der bisherigen schweren Zeit nach dem Unfall erfuhren sie im Ort und darüber hinaus große Wertschätzung.

Volles Haus bei einer tollen Aktion von der Band Big Mama aus Wolfach und der Gemeinde Königsfeld-Weiler: Am vergangenen Samstag fand ein Benefizkonzert für den schwer erkrankten Familienvater Frank Rapp statt. Viele Besucher kamen und die Stimmung war ausgelassen. Auf die Ohren gab es zum Beispiel Rock-Klassiker von Deep Purple und Judas Priest. Für Verpflegung war gesorgt. Der Erlös wanderte in eine Spendekasse.
Volles Haus bei einer tollen Aktion von der Band Big Mama aus Wolfach und der Gemeinde Königsfeld-Weiler: Am vergangenen Samstag fand ein Benefizkonzert für den schwer erkrankten Familienvater Frank Rapp statt. Viele Besucher kamen und die Stimmung war ausgelassen. Auf die Ohren gab es zum Beispiel Rock-Klassiker von Deep Purple und Judas Priest. Für Verpflegung war gesorgt. Der Erlös wanderte in eine Spendekasse. | Bild: Wilhelm Bartler

Kumpel Frank Berger organisierte mit der Vereinsgemeinschaft Weiler ein Benefizkonzert mit der Wolfacher Rockband „Big Mama“, das am 16. März stattfand und einen Rekordbesuch verzeichnete (wir berichteten). Vor Kurzem hatte Frank Rapp, der sich mit Training auf dem Heimtrainer und Außer-Haus-Besuchen bei Physiotherapeuten mühsam ins Leben zurück kämpft, alle am Benefizkonzert beteiligten Personen, Helfer, Freunde und Sponsoren zu sich nach Hause eingeladen, um auf diese Weise Danke zu sagen und etwas zurückzugeben.

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Vom Schicksalsschlag aus dem SÜDKURIER erfahren

Wie er in gemütlicher Runde verriet, hätten viele Bekannte von ihm erst durch die Berichterstattung im SÜDKURIER mit einer hohen Lesequote von seinem Schicksalsschlag erfahren. Sie seien bei ihm auf einen Kaffee vorbeigekommen und hätten ihn ermuntert, weiter zu kämpfen. Über diese Anteilnahme habe er sich sehr gefreut und sie habe ihm gut getan, sagte Rapp. Das Sprechen fällt ihm allmählich leichter, nachdem Anfang April eine Operation an der Stelle des vorgenommenen Luftröhrenschnitts erforderlich war. Inzwischen kann Rapp auch schon wieder kleine Schritte laufen, der Rollator wird jedoch noch eine Weile sein Begleiter sein.

Fortschritt wird bemerkbar

„Der Fortschritt ist sichtbar, aber es braucht Zeit und Geduld“, betont seine Frau erleichtert. Dass wenigstens im Kopf alles wie bisher funktioniert, darüber sind alle äußerst dankbar. Beim Benefizkonzert ist eine Summe von 5400 Euro zusammengekommen, die beim Besuch an Frank Rapp überreicht wurde und für physiotherapeutische Zwecke eingesetzt werden soll. Der Jugendförderverein Weiler wird von sich aus noch einen eigenen Betrag spenden. Damit soll die Unterstützung des Erkrankten keinesfalls zu Ende sein. Der Freundes- und Bekanntenkreis hat eine Whats-App-Gruppe erstellt für den Fall, wenn Rapps berufstätige Frau mal keine Zeit hat, ihn zur Physiotherapie zu fahren. Auch für anstehende Gartenarbeiten, wie Rasen mähen oder Hecken schneiden, haben sich Freunde bereit erklärt, diese zu übernehmen. Unterstützung erfährt Frank Rapp zusätzlich auch von seinen drei erwachsenen Kindern.