Die großen Bauprojekte in Immendingen, die einen Gesamtaufwand von mehreren Millionen Euro erfordern, sind zur Sommerpause größtenteils alle im Zeitplan. Damit zeigt sich, dass die verstärkten Restriktionen, die seit dem Ausbruch des Corona-Virus auch auf dem Bau gelten, sich nicht maßgeblich auf die kontinuierliche Realisierung der Maßnahmen ausgewirkt haben.

Aufwändigste Bauprojekte sind derzeit die Sanierung des Grundschultrakts und der Aula der Schlossschule sowie – in Kooperation mit Geisingen – die Ausstattung der Kläranlage mit einer dritten und vierten Reinigungsstufe. Bei der Schule handelt es sich um ein 2,4 Millionen-Euro-Projekt, die neue Filtrationsstufe des Klärwerks kostet fünf Millionen Euro.

Nur bei der Leichtathletikbahn gibt es wegen des Wetters eine Verzögerung

Über den aktuellen Stand der Bauprojekte informierte Ortsbaumeister Martin Kohler den Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung. Bereits fertiggestellt sind drei Maßnahmen, die Anfang des Jahres beziehungsweise im letzten Jahr begonnen wurden. Dazu zählen der neue Einlauf in den Amtenhauser Bach unterhalb des dortigen Parks und die Hochwasserschutzmaßnahme in Hintschingen, die wesentlich günstiger abgewickelt werden konnte als erwartet.

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Dem Zeitplan hinterher war die Sanierung der Leichtathletikbahn des Sportplatzes Talmannsberg. Das lag laut Kohler aber an der Witterung. Das Aufbringen des neuen Tartanbelags im Spritzgussverfahren erforderte völlige Windstille und Trockenheit. Mit der Ergänzung der Sportanlagen für Sprung, Hochsprung und Diskuswurf kostet das Projekt rund 170.000 Euro.

Im Baugebiet geht es schneller als erwartet

Schneller als erwartet kommen die Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Stieg II“ in Mauenheim voran. Um etwa zwei Wochen verzögert hat sich dagegen die Schulsanierung.

Bereits erledigt sind an der Grundschule und Aula die Fundament-Trockenlegung, die Entfernung der Asbestplatten, die Dacherneuerung, der Einbau der neuen Fenster, das Anbringen der neuen Lüftungsgeräte in den Klassenzimmern, die Erneuerung der Pfosten-Riegelfassade an Aula und Treppenhaus und die Sanierung der Sanitäranlagen.

Sichtbare Fortschritte macht die Schulsanierung in Immendingen. Hier ist der Quertrakt der Grundschule mit den rückwärtigen Fenstern der Klassenzimmer zu sehen, ebenso die Aula (rechts). An Treppenhaus und Aula ist die neue Pfosten-Riegelfassade zu erkennen. Das Großprojekt erfordert einen Aufwand von 2,4 Millionen Euro.
Sichtbare Fortschritte macht die Schulsanierung in Immendingen. Hier ist der Quertrakt der Grundschule mit den rückwärtigen Fenstern der Klassenzimmer zu sehen, ebenso die Aula (rechts). An Treppenhaus und Aula ist die neue Pfosten-Riegelfassade zu erkennen. Das Großprojekt erfordert einen Aufwand von 2,4 Millionen Euro. | Bild: Jutta Freudig

„Am Wärmedämmverbundsystem arbeitet die Firma derzeit“, so Kohler. Der Kostenrahmen bei der Schulsanierung werde eingehalten. Auf der mit 19 Gewerken größten Baustelle habe sich die Zeitplanung aber nicht ganz bis ins Detail verwirklichen lassen.

Weisenbachbrücke schon begehbar

Zweitgrößtes gemeindeeigenes Projekt ist der Ersatzneubau der zentralen Weisenbachbrücke im Zuge der Hindenburgstraße. Die Maßnahme erfordert einen Aufwand von über 600.000 Euro. Am neuen Übergang über den Weisenbach sind bereits beträchtliche Fortschritte zu sehen.

Die Brücke ist schon begehbar. Zu den Gartengrundstücken der benachbarten Häuser wurden die erforderlichen Stützwände fertiggestellt. Mittlerweile fließt unter der Brücke auch der Bach wieder. „Da machen wir große Fortschritte“, so Martin Kohler. Der Zeitplan werde befolgt.

Zusammen mit Geisingen modernisiert Immendingen das Klärwerk

Die kostenmäßig größte Maßnahme im Gemeindegebiet ist der Einbau der neuen Filtrationsstufe auf der Kläranlage des Gemeindeverwaltungsverbands Immendingen/Geisingen. Nach aufwändigen Aushub- und Fundamentarbeiten sind zwei Gebäude „mit viel Elektrik“ entstanden, ebenso ein Lager für die Technik, wie Kohler weiter erklärte.

Herzstück des Projekts sind die sechs Filterkammern mit Pumpen und Gebläse. Hier werden künftig die Spurstoffe aus dem Abwasser gefiltert, also etwa Medikamenten-Rückstände. Das Pilotprojekt wird vom Land Baden-Württemberg mit 80 Prozent bezuschusst. Der Ortsbaumeister zu der Maßnahme: „Wir sind im Zeitplan und wollen den Endtermin im Frühjahr 2021 einhalten.“

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