Es war klar, dass es spannend wird. Doch am Ende waren es 183 Stimmen, die den Unterschied zwischen Michael Kollmeier und Astrid Hennies ausmachten. Mit 52,5 Prozent der Stimmen wurde der Geisinger zum neuen Bürgermeister gewählt. Dabei war er überhaupt nicht siegessicher in den Tag gestartet. „Nach dem ersten Wahlgang war mir klar, dass wenige Stimmen das Rennen ausmachen werden“, sagt der Wahlgewinner mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht. Und so verbrachte er den Tag mit seiner Familie beim Wandern in der Gauchachschlucht und anschließend im heimischen Garten.

Den Beginn der Auszählung verfolgte Kollmeier noch zuhause. Als dann die Ortsteile alle durch waren, machte er sich mit seiner Frau Barbara auf den Weg zum Hüfinger Rathaus. „Als wir beim Bärchenwald waren, kam dann das erste Kernstadtergebnis und da war mir klar, dass es reichen wird.“ Zwar holte Astrid Hennies in der Kernstadt noch auf, letztendlich reichte es aber dann doch nicht mehr, den Vorsprung, den Kollmeier sich in den Ortsteilen erarbeitet hatte, aufzuholen.

Pünktlich zur Verkündigung des Ergebnisses war er im Rathaus und konnte die zahlreichen Glückwünschen „seiner“ Hüfinger entgegennehmen. Unter den Gratulanten waren auch die zukünftigen Kollegen: Mit Erik Pauly (Donaueschingen), Jürgen Guse (Bräunlingen), Markus Keller (Blumberg), Walter Hengstler (Geisingen), Jürgen Roth (Tuningen) und Jörg Frey (Schonach) waren es dann doch einige, die extra nach Hüfingen gekommen waren. Ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei, Justizminister Guido Wolf und Landrat Sven Hinterseh.

<p>Glückwünsche vom dienstältesten Bürgermeister des Kreises Jürgen Guse.</p>

Glückwünsche vom dienstältesten Bürgermeister des Kreises Jürgen Guse.

<p>Applaus für das zukünftige Stadtoberhaupt: Viele Hüfinger gratulieren Michael Kollmeier zum Sieg der Bürgermeisterwahl. In gut drei Wochen steht der Amtswechsel an.</p>

Applaus für das zukünftige Stadtoberhaupt: Viele Hüfinger gratulieren Michael Kollmeier zum Sieg der Bürgermeisterwahl. In gut drei Wochen steht der Amtswechsel an.

„Es ist ein besonderer Tag, auch wenn Deutschland nicht im Finale ist. Aber ich hoffe, dass die Hüfinger Bürger im heutigen Tag den Startpunkt für die nächsten zwei Jahrzehnte sehen“, sagte Kollmeier, nachdem Anton Knapp das Ergebnis vor dem Rathaus verkündet hatte. Gemeinsam mit den Bürgern möchte er die Kernstadt und die Ortsteile weiter voranbringen. In den elf Wochen seines Wahlkampfes habe er viel mit den Bürgern geredet, sie auf Straßen und Plätzen getroffen und viele interessante Ideen erfahren, an denen er nun weiterarbeiten möchte.

Seinen Mitbewerbern dankte der Sieger für den fairen Wahlkampf, die vier Kandidaten hätten den Wahlkampf mit Ernsthaftigkeit und großem persönlichen Einsatz betrieben. Vor allem Astrid Hennies habe den bermerkenswertesten Wahlkampf geführt: kurz, knackig und großartig. Nun aber steht der Sieger fest: „Michael Kollmeier möchte sich auf diese Stadt einlassen, wenn sich auch diese Stadt auf Michael Kollmeier einlassen möchte.“ Einen Wermutstropfen gebe es aber. Von seinen Geisinger Wegbegleitern müsste er nun Abschied nehmen, denn er werde mit „ganzer Kraft“ nach Hüfingen kommen – mit seiner kompletten Familie.

„Es liegt ein hartes Stück Arbeit hinter den Kandidaten, aber auch hinter den Bürgern“, sagt Landrat Hinterseh. Demokratie lebe davon, dass Personen sich zur Wahl aufstellen lassen und da Hüfingen eine tolle Stadt sei, wäre es nur „recht und billig und gut“, dass sich hier viele für das Amt bewerben. „Hier hatten die Bürger eine echte Wahl.“ Zur Urne hat das aber nicht wesentlich mehr Wähler getrieben, also noch vor zwei Wochen: Lag dort die Wahlbeteiligung bei 58,7 Prozent, sank sie dieses Mal leicht auf 58,1 Prozent.“Hat uns das vor zwei Wochen noch extrem geärgert, habe ich mittlerweile von zwei vergleichbaren Kommunen mit gleicher Bewerberanzahl gelesen, bei denen die Wahlbeteiligung bei 49 und 51 Prozent lag“, so Bürgermeister Anton Knapp.
 

Für Hennies geht es als Zweitplatzierte morgen zurück nach Hamburg

Astrid Hennies hat als Bürgermeisterkandidatin Eindruck hinterlassen. 1605 Bürger, damit 47,1 Prozent, hätten der Hamburgerin das Amt zugetraut und hätten sie gerne auf dem Rathaussessel gesehen. 183 Stimmen fehlten ihr, damit der Wunsch dieser Wähler in Erfüllung geht. Landrat Sven Hinterseh gratuliert Hennies trotz der Wahlniederlage, denn er sieht sie vor allem als „zweite Siegerin“ und keinesfalls als Verliererin.

  • Das sagt Hennies zum Wahlausgang: „Sechseinhalb Wochen Wahlkampf liegen nun hinter mir und ich danke all denjenigen, die mich dabei unterstützt haben. Die Entscheidung ist knapp. So ist Demokratie“, sind ihre Worte an die Bürgerschar, die sich vor dem Rathaus versammelt hatte. Schon morgen gehe es für sie in ihre Heimatstadt Hamburg zurück. Auch sie selbst sehe sich durchaus als Gewinnerin, denn im Wahlkampf habe sie Hüfingen und die Teilorte noch mehr zu schätzen und zu lieben gelernt als in den Urlauben. „Ich hoffe nun, dass die Erwartungen, die an den neuen Bürgermeister gestellt werden, in Erfüllung gehen und sage ganz einfach Tschüss“, sagt Hennies, die darauf gehofft hatte, erste Bürgermeisterin im ganzen Landkreis zu werden. Auf die Wahl in Bräunlingen, die im kommenden Jahr ansteht, schielt die Hamburgerin nicht. „Ich habe mich ganz bewusst für Hüfingen entschieden und habe alles dafür gegeben, hier zu gewinnen“, so Hennies. Nach dem öffentlichen Teil standen noch viele Hüfinger Schlange, um der Hamburgerin trostspendende und aufmunternde Worte zu übermitteln. (maf)