Sehnlichst warten Stadt und Bürger auf die Umsetzung eines Begleitprojektes des B 27-Ausbaus. Denn wenn in der Nähe des Wohngebiets Auf Hohen der Verkehr auf der Bundesstraße vierspurig rollt, soll eine Schutzwand die Anwohner vor dem Verkehrslärm schützen. Weil die Straße Ende Mai 2020 in Betrieb genommen werden soll, gilt dieser Zeitplan auch für die etwa 580 Meter lange Wand. „Die Planung der Lärmschutzwand liegt absolut in den letzten Zügen“, sagte Hartmut Trenz, Projektleiter des B 27-Ausbaus auf Anfrage. Und gleichzeitig, so räumt er ein, wäre ein nicht allzu strenger Winter 2018/19 der pünktlichen Umsetzung nicht abträglich.

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Wie passt das zusammen? Nun, es ist nicht die ausführende Behörde Regierungspräsidium (RP), die den immer knapper werdenden Terminplan verantwortet. Es ist der Druck, der aus inzwischen offenbar drei abgelehnten Planungsvarianten entstanden ist. So ging die Planung lange davon aus, die zwischen acht und zehn Metern hohe Lärmschutzwand mit einer durchgängig 2,15 Meter hohen Plexiglaswand zu erhöhen: mit einer Gesamthöhe, die die Wünsche und Bedenken der Stadt Hüfingen widerspiegelte.

Doch nicht nur diese Variante sorgte im Bundesverkehrsministerium für Ablehnung. Inzwischen, so Trenz, baue die Planung auf Fertigelementen, die durchgängig aus Beton gehalten sind. Inoffiziell hätten sich die Ministerien zwar schon wohlwollend zu dieser Planung geäußert, doch die offizielle, vor allem schriftliche Zustimmung, verbunden mit der Mittelfreigabe, stehe noch aus. Zu klären seien zusätzlich noch Kleinigkeiten wie Farbgebung, Materialformen und ähnliches. Bis Ende Juli, so Trenz, dürfte die Freigabe aus dem Landesverkehrsministerium vorliegen. Nach der Sommerpause könne er mit der Ausschreibung des Projektes beginnen. Ob eine Umsetzung vor dem Winter gelingt, sei fraglich, zumal die Bauzeit der Schutzwand seriös nicht vorhersagbar sei. Bleibe unter Umständen ein Baufenster, das nahe an die Vorgaben der Straßenbauer liegen. Der Verkehr werde sicher auch dann rollen, falls die Wand noch nicht fertig ist. Handle es sich – bei einem wirklich strengen Winter – um wenige Wochen Verzug, sei das den Bürgern vermutlich zumutbar.

 

Auch über die Kosten kann das Regierungspräsidium noch nichts sagen: Sie können erst ermittelt werden, wenn die Planung steht. Damit verschwinden auch frühere Kostenschätzungen in der Schublade. 2017 hatten sich die Stadt Hüfingen und das RP darauf verständigt, dass bei Gesamtkosten von 3,3 Millionen Euro die Kommune ein Drittel zu übernehmen hätte.

Die zeitlichen Abläufe sind Bürgermeister Michael Kollmeier bekannt „Das trifft sich mit meinen Kenntnissen“, sagte er. Allerdings bleibe es bei der definierten Aufgabe, dass die Lärmschutzwand vor der Verkehrsfreigabe fertig sein muss. Denn die vierspurige Bundesstraße rücke doch deutlich an das Wohngebiet heran. Die Gründe, warum es bei der Umsetzung stocke, lägen nicht beim Regierungspräsidium. „Die Mitarbeiter dort stellen sich dieser Aufgabe.“ Der Schlüssel läge auf Ebene der Ministerien. Trotzdem, so Kollmeier, habe er eine gewisse Zuversicht, dass es noch rechtzeitig klappen werde mit dem Lärmschutz.

Wie man zeitlichen Verzug wieder aufholt, wissen Trenz und seine Mitstreiter. Denn der regnerische April rückte das Projekt um Wochen hinter den gesetzten Baufortschritt. „Inzwischen liegen aber wieder nur wenige Tage hinter diesem Plan“, so Trenz. Ablesbar ist das beispielsweise am eingebauten Material, mit dem das Niveau der neuen Doppelspur auf die Höhe der Bestandsstraße gehoben wird. Eingebaut sind inzwischen 23 000 von 27 000 Kubikmeter.

Reichlich Materal wird beim Ausbau der B 27 bewegt.
Reichlich Materal wird beim Ausbau der B 27 bewegt. | Bild: Roger Müller

Bewährt habe sich in dieser Phase der Verkehrsregelung. In beiden Fahrtrichtungen fließt der Verkehr mit Tempo 50. Außer einem Vorfall, bei dem ein Lastwagen eine Betonleitwand gerammt hat, sei es zu keinen Problemen gekommen. Offen sei, ob beim Betoneinbau eine andere Verkehrsregelung notwendig würde. Ob Umleitung oder Ampelregelung – so etwas sei noch gar nicht besprochen.

Fortschritte machen die Brückenbauwerke. Die 100 Meter lange Donaubrücke ist mit 5,7 Millionen Euro das teuerste Einzelprojekt der 30-Millionen-Euro-Maßnahme. Die Bauzeit erstreckt sich über zwei Jahre. Auf dem südlichen Donauufer stehen das Widerlager und der erste Pfeiler, am nördlichen Ufer beginnen jetzt die Fundamentarbeiten. Diese Umsetzung sei wegen des weichen Untergrunds technisch sehr anspruchsvoll. Ende November soll die Bahnbrücke fertig sein. Wegen des Bahnverkehrs ist die Baustelle strengen Sicherheitsauflagen unterworfen. In vier Nachtschichten wurde zuletzt das Traggerüst erstellt. Es wird fürs Betonieren der eigentlichen Brücke benötigt. Fehlt noch eine Brücke: Die Verbindung zur Kläranlage muss erst noch ausgeschrieben werden.

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