Den Kirchen-Hausenern ist ihre Antoniuskapelle auf dem Bergle viel wert, um nicht sogar zu sagen, heilig. Vor fast taggenau 20 Jahren wurde die Kapelle, die auch ein Wahrzeichen von Kirchen-Hausen ist, nach einer zweijährigen Sanierung feierlich wiedereröffnet. Insgesamt war die Kapelle aufgrund von Baumängeln fünf Jahre gesperrt. Am kommenden Samstag, 19. Oktober, ist wieder ein Gottesdienst bei der Antoniuskapelle geplant, der Grund hierfür ist die abgeschlossene Sanierung der Mariengrotte. „Sollte es regnen, findet der Gottesdienst in der Antoniuskapelle statt“, informiert die Vorsitzende des Pfarrgemeindeteams, Judith Gebauer.

Die Marienstatue wurde 1889 vom geistlichen Rat und Dekan Heinrich Kuttruff gestiftet. Den gläubigen Christen sollte damit der Eindruck erweckt werden, sie könnten das Wunder von Lourdes symbolisch auch in Kirchen-Hausen erleben. Die Marienerscheinung von Lourdes lag damals 30 Jahre zurück. Die Marienstatue ist in einer aus Tuffstein hergestellten Grotte untergebracht, die Statue ist mineralisch gegossen. Vor der Grotte steht eine Bank, die Grotte selbst ist mit einem Eisenzaun geschützt.

Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen Kirchen-Hausens, die Antoniuskapelle auf dem Bergle. Die Kapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert, links befindet sich die Mariengrotte.
Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen Kirchen-Hausens, die Antoniuskapelle auf dem Bergle. Die Kapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert, links befindet sich die Mariengrotte. | Bild: Paul Haug

In den letzten Jahren wurde es still um die Grotte, der Platz machte auch nicht immer einen einladenden Eindruck. Vor einigen Jahrzehnten pflegte Franz Messmer aus Kirchen-Hausen die Anlage. „Nunmehr“, so die Vorsitzende des Kirchen-Hausener Pfarrgemeindeteams, Judith Gebauer, „ist es gelungen, seit zwei Jahren zwei Frauen zu finden, die sich um den Platz annehmen und diesen pflegen.“ Das Blumenbeet ist immer frisch gepflanzt. Durch eine großzügige Spende war es nunmehr möglich, die Marienstatue restaurieren zu lassen, außerdem wurde der Zaun frisch gestrichen und auch die Bank macht wieder einen einladenden Eindruck. Mit einem Gottesdienst am Samstag um 17 Uhr soll die Restaurierung gefeiert und die Statue anschließend gesegnet werden. Sollte es regnen wird der Gottesdienst in der Antoniuskapelle stattfinden und die Segnung anschließend.

Die Antoniuskapelle geht auf das 14. Jahrhundert zurück, und ist dem Schutzheiligen der Viehhirten, dem heiligen Antonius geweiht. Antonius war ein Eremit aus dem vierten Jahrhundert. Die Wallfahrtskapelle auf dem Bergle ist um 1500 auf romanischen Bauresten als spätgotischer Bau errichtet worden, damals erreichte die Antoniusverehrung einen Höhpunkt.

Die Kapelle ziert seit 1950 sieben überlebensgroße Fresken die der Freiburger Maler Kaufhold anfertigte. Kaufhold war auch bei den berühmten Kirchen-Hausener Kinderbildern zusammen mit Ordensschwestern federführend. „Und da wir etwas besonderes feiern auf dem Bergle, lädt das Pfarrgemeindeteam anschließend noch zu einem Umtrunk und gemütlichen Beisammensein ein“, informiert Judith Gebauer.

Dieses Beisammensein ist bei trockenem Wetter bei der Kapelle geplant, bei schlechtem Wetter im Pfarrsaal.

Antoniuskapelle

Die Antoniuskapelle in Kirchen-Hausen ist ein alter Wallfahrtsort aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist dem Eeremit Antonius geweiht und erlebte nach dem Bau eine aufblühende Wallfahrt. Die Marienstatue und Grotte wurde 1889 erbaut und wurde nunmehr restauriert. Mit einem Gottesdienst am kommenden Samstag, 19. Oktober, wird die Restaurierung der Statue abgeschlossen. (ph)