Facing Tradition: Fotograf aus Freiamt präsentiert Kunst im Furtwanger Rathaus.

Eine neue Ausstellung ist unter dem Motto „Kunst im Rathaus“ zu sehen. Der leidenschaftliche Fotograf Sebastian Wehrle aus Freiamt präsentiert dabei seine Facing-Tradition-Serie. Zur Eröffnung hieß Bürgermeister Josef Herdner die Gäste im Rathaussaal willkommen. Man werde durch die Bilder mit Heimat und Tradition konfrontiert. Heimat sei in vieler Munde und selbst die Politik nehme sich des Themas an.

Dabei bilde die Vielfalt von Trachten ein interessantes Bild, die die Landschaft charakterisiere. Damit verbunden sei auch die Verwurzelung der Menschen, die sie dazu befähige, nicht bei jedem Sturm ins Wanken zu geraten. Viele Menschen seien entwurzelt, und andere hätten dadurch ein leichtes Spiel mit ihnen. Wurzeln seien Verbindung und Identifikation zum Lebensraum, in dem man Fuß fassen könne. Viele Trachten bezeugten Unterschiedlichkeit bis zum Bollenhut als Synonym des Schwarzwaldes.

Die Bilder könnten neues Leben einhauchen, um jungen Menschen Zugang zur Historie zu verschaffen. Herdner bekannte, dass er sich schwer tue mit den gezeigten Tätowierungen. Er werde sich aber damit auseinandersetzen. Der Rathauschef hoffte, dass die Besucher Inspiration mitnehmen und sich bewegen lassen. Sebastian Wehrle dankte und wünschte viel Spaß beim Ansehen. Auf eine Frage von Georg Herth bekundete der Fotograf, dass er seit frühester Jugend Beziehung zu Trachten und sie selbst getragen habe, beeinflusst von Großmutter und Uroma. Latent begleitete ihn die Fotografie, die mit der Lehre zum Ofensetzer als 15-Jähriger intensiviert wurde mit der Konsequenz: „Ich lebe mit der Fotografie.“ Der nicht unumstrittene Künstler wird sicher unterschiedlich bewertet. Da gibt es den Betrachter, der alles „verzerrt“ sieht: der Schwarzwald seiner Ursprünglichkeit beraubt. Andere wiederum werden die Werke mit Blick auf neue Dimensionen, moderne Erscheinungsformen und weltoffene Herangehensweise anschauen, die auch Ausländern Heimat bietet und Identität mit Traditionen fördert.

Die Bevölkerung kann sich bis 27. April jeweils an den Wochentagen von 9 bis 12.30 Uhr selbst eine Meinung bilden.