Die helle Sandsteinskulptur an der Seitenwand der Kirche St. Johann wirkt wie neu. Dabei handelt es beim Abbild von Johannes dem Täufer um eine Figur, die es vom Alter her durchaus mit der Entstehung der Stadtkirche aufnehmen kann.

Dank einer Ende 2019 vom Kirchenförderverein initiierten Restaurierung ist die künstlerische Nachbildung des Namensgebers von St. Johann wieder ein Blickfang für Kirchgänger und Kunstinteressierte bei ihrem Weg ins Gotteshaus.

Im Jahr 1741 aufgestellt

Die Sanierung der 1741 erstmals über dem Kirchenportal platzierten Sakralfigur wurde übrigens vor Ort am seit rund 35 Jahren angestammten Standort an der Westfassade vollzogen. Der steinerne Johannes war dazu eingerüstet. Coronabedingt musste nach Abschluss der Arbeiten auf eine Feier zur Wiederherstellung der Figur verzichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Restaurierung der Johannes-Skulptur sei aber auch ein schönes Beispiel dafür, wie stark sich die Donaueschinger mit ihrer Kirche identifizierten, sagte Johannes Schwab auf Anfrage. Er ist Vorstandsmitglied im Kirchenförderverein und erinnert sich noch, in welchem üblen Zustand der Heilige unter seinem „Dächle“ stand. „Am Kinn, am Arm und am linken Fuß gab es starke Zeichen von Verwitterung, inwieweit andere Bereiche des Korpus beschädigt waren, konnte man auf Anhieb gar nicht sehen“, so Schwab weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Hilfsaktion musste her und mit dem Weihnachtsbrief 2019 konnten die Initiatoren unter dem Spendenaufruf „Rettet den Johannes“ einen bemerkenswert ausgeprägten Spendenfluss entfachen.

Frei zugänglich unter seinem kleinen Dach: die Skulptur des Heiligen Johannes der Täufer.
Frei zugänglich unter seinem kleinen Dach: die Skulptur des Heiligen Johannes der Täufer. | Bild: Wursthorn, Jens

Bis Ende Januar kamen innerhalb weniger Wochen insgesamt 10 755 Euro von 59 Spendern zusammen, darunter eine große Einzelspende in Höhe von 3500 Euro. Man sei glücklich über die breite Resonanz auf die Aktion gewesen, gab Schwab die Stimmung aus dem Kirchenförderverein wieder. Man hätte ja kaum den Namenspatron der Stadtkirche einfach so zerbröseln lassen. Auf die Spende des Kirchenfördervereins musste die Pfarrgemeinde noch rund 4000 Euro draufpacken, da die Heiligen-Sanierung rund 15.000 Euro kostete.

Innensanierung noch nicht abbezahlt

Weitere neue Sanierungsprojekte habe der Kirchenförderverein nicht in Planung, so Schwab weiter. Immerhin sei ja die Innensanierung von St. Johann noch nicht abbezahlt und im Außenbereich wiesen ab und an aufgestellte Gerüste auf notwendige Arbeiten hin.

Die Gesichtszüge des Heiligen zeigen nach der Sanierung keine Zeichen von Verwitterung mehr.
Die Gesichtszüge des Heiligen zeigen nach der Sanierung keine Zeichen von Verwitterung mehr. | Bild: Wursthorn, Jens

Klaus Saier verweist darauf, dass dem Kirchenförderverein die Spendenzuflüsse während der Pandemie versiegen. „Wir hatten im vergangenen Jahr weder eine Kanzelrede noch eine Comedy-Veranstaltung“, sagte der Kassierer im Kirchenförderverein. Dennoch versuchen die Kirchenförderer im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Eine aktuelle Unterstützung ist durch eine Satzungsänderung umsetzbar gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Demnach können über das Dauerprojekt Kirchensanierung St. Johann auch Hilfsprojekte vor Ort bedacht werden. In der katholischen Kirchengemeinde Hl. Dreifaltigkeit organisieren Ehrenamtliche bei „Gaben – Geben – Leben“ den Einkauf und die Bereitstellung insbesondere von Lebensmitteln und Drogerieartikeln für Bedürftige. Der Kirchenförderverein hat hierfür einmalig 1000 Euro zur Verfügung gestellt.