Die Kanzel in St. Johann datiert aus dem Jahr 1736. 15 Jahre später wurde in Waldkirch das Familienunternehmen Mack gegründet. Roland Mack, führt das Unternehmen heute in achter Generation. Seiner Kanzelrede folgten mehr als 400 Zuhörer in der Stadtkirche. In etwa mehr als einer Stunde gelang es dem 70 Jahre alten Unternehmer am Sonntagabend, in persönlich gefärbten Beispielen festzumachen, was den Erfolg des vielfach gehäuteten Ursprungsunternehmens und des von ihm und seinem Vater 1975 gegründeten Europaparks ausmacht.

Roland Mack spricht von der Kanzel herab darüber, was den Erfolg eines Familienunternehmens ausmacht.
Roland Mack spricht von der Kanzel herab darüber, was den Erfolg eines Familienunternehmens ausmacht. | Bild: Wursthorn, Jens

Das Publikum erfuhr, in welch kleinen Dimensionen einst der Europapark startet: 50 Mitarbeiter waren beschäftigt, Marianne Mack saß an der Kasse und kochte für die ganze Mannschaft und ihr Ehemann Roland stand am Sonntag im Grill. In einem Park, den 2019 nahezu sechs Millionen Menschen besuchten, wäre das heute nicht mehr möglich, das Wissen, wie schwer es ist, für Gäste zu arbeiten, aber sehr wohl.

Reißbrett statt Fußballspielen

„Nah dran sein an der Produktion“, das erlebte Mack als Bub, wenn er mit Freunden die im Hof aufgebauten Fahrgeschäfte testen durfte; aber auch den Verzicht auf Eigeninteressen, wenn der 13-Jährige Fußball spielen wollte, sich aber stattdessen mit dem vom Vater vorgesetzten Reißbrett beschäftigen musste.

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Neugierde, Mut, Fleiß und Risikobereitschaft formen sich zu Bestandteilen einer Firmen-DNA. Mit diesen Eigenschaften, gepaart mit Vertrauen und Emotionen, rücken die Mack-Männer zu Vorbildern auf, denen es gelingt, ihre Mitarbeiter zu den höchsten Zielen Qualität und nachhaltigem, langfristigen Erfolg mitzunehmen, so der Redner.

Lange anhaltender Beifall zeigt, dass Roland Macks sehr persönlich gefärbten Ausführungen sehr gut angekommen sind.
Lange anhaltender Beifall zeigt, dass Roland Macks sehr persönlich gefärbten Ausführungen sehr gut angekommen sind. | Bild: Wursthorn, Jens

Schließlich kam Mack auf Werte zu sprechen, die über das Materielle hinausgehen. Wenn er die begeisterten Familien sehe, gäbe ihm das Kraft zum Weitermachen. Das Lachen der Besucher sei die gemeinsame Sprache seines kleinen Europas. Mack streifte das vielfältige und über die Jahre millionenschwere soziale Engagment, das die Mack-Familie betreibt. Das große Europa dürfe man nicht den Populisten überlassen, fügte er an. Statt Hass und Neiddebatten brauche man wieder einen besseren Umgang miteinander.

Ein bescheidener Treuhänder

Pfarrer Erich Loks hatte Mack als einen Mann angekündigt, der mit dem Europapark etwas geschaffen habe, was auf die Menschen einen besonderen Zauber ausübe. In St. Johann erntete Mack als bescheiden auftretender Treuhänder eines Erfolgsmodells viel Beifall. Musikalisch glänzte das Sextett „S‘Blech“ von fröhlicher Bierzeltmusik bis zu Händels Hallelujah.