Als während der Pandemie der Lockdown kam, da war die Hotellerie eine der besonders hart getroffenen Branchen. Mittlerweile verhindern keine Corona-Verordnungen mehr den Gäste-Zustrom.

Aber hat sich die Situation damit normalisiert? Die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität verabschiedete sich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Keine Rückkehr zur Normalität

Das war auch im Donaueschinger Hotel- und Gastronomiebetrieb Öschberghof so. Allerdings sehe man eine

Rückkehr zu früher gewohnten Bedingungen überhaupt nicht mehr, erklärt Hoteldirektor Alexander Aisenbrey: „Wir haben da mittlerweile eine andere Denkweise: Es wird nicht mehr normal.“

Der Öschberghof-Chef sieht die aufeinander

folgenden Herausforderungen als etwas, das bleiben werde: „Das Budget für fünf Jahre in der Zukunft aufzustellen wird ein Traum bleiben.“

Öschberghof-Geschäftsführer Alexander Aisenbrey.
Öschberghof-Geschäftsführer Alexander Aisenbrey. | Bild: JENNER-EGBERTS Foto+Film

„Wenn die Ukraine vorbei ist, dann kommt eventuell Taiwan, eine neue Pandemie oder anderes. Wir müssen lernen, in dieser volatilen Welt zu leben. Die ruhigen Zeiten sind vorbei“, so Aisenbrey.

Das habe auch mit der Geschwindigkeit zu tun, in welcher sich die Welt mittlerweile bewege: „Nachrichten verbreiten sich in Windeseile auf der ganzen Welt. Darauf muss man sich einstellen.“

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Das bereite jedoch auch Sorgen: „Etwa in den sozialen Medien kann jeder schreiben, was er denkt – und das auch ohne vorher nachzudenken.“ Eine Entwicklung, die Aisenbrey kritisch beobachtet.

Auf Herausforderungen einstellen

Als Unternehmen müsse man agieren, sei aber nicht in der Dramatik, Dinge schließen zu müssen. Dennoch habe der hohe Gaspreis auch Auswirkungen auf das Hotel: „Wir müssen uns auf Herausforderungen einstellen“, sagt Aisenbrey.

Immerhin besitzt das Hotel viele Räume, 127 Zimmer und Suiten stehen zur Verfügung. Für große Veranstaltungen gibt es insgesamt sieben Räume für bis zu 680 Personen. Außerdem vier Restaurants und zwei Bars.

127 Zimmer und Suiten stehen im Öschberghof für Gäste zur Verfügung. Die Räume müssen auch entsprechend beheizt werden.
127 Zimmer und Suiten stehen im Öschberghof für Gäste zur Verfügung. Die Räume müssen auch entsprechend beheizt werden. | Bild: Simon, Guy

Den Gästen wird ein 5000 Quadratmeter großer Spa-Bereich geboten, zu dem natürlich auch entsprechende Schwimmbecken gehören. Und auch die wollen beheizt werden. Es gibt sechs Saunen und drei Dampfbäder.

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Das sorgt auch dafür, dass die Energiekosten für den Öschberghof steigen. Und in welchem Maße? Man könne da schon von einer Verdoppelung sprechen, erklärt Aisenbrey.

Nachhaltigkeit sei am Öschberghof schon immer ein Thema gewesen, das wolle man jetzt weiter ausbauen: „Wärme erzeugen wir über ein Blockheizkraftwerk selbst.“ Zudem gebe es große Pläne mit Photovoltaik-Anlagen. „Wir sind in uns sehr gefestigt und haben eine tolle Führungsstruktur.“

Im Innenbereich des Hotels befindet sich diese Poolanlage. Auch im Außenbereich befinden sich Schwimmbecken.
Im Innenbereich des Hotels befindet sich diese Poolanlage. Auch im Außenbereich befinden sich Schwimmbecken. | Bild: Öschberghof

Mit Sorge blickt Alexander Aisenbrey in der aktuellen Situation auf kleinere Hotels mit weniger Mitarbeitern: „Sie werden es sehr schwer haben, die Preise zu halten.“

Verstärkt würden die Probleme durch den Personalmangel, der gerade in Gastronomie und Hotellerie während der Pandemie zunahm. Mitarbeiter suchten sich Arbeit in Branchen, denen es während Corona besser ging – und die eventuell auch bessere Arbeitszeiten boten. „Erst gestern kam eine Meldung vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), dass rund 50.000 Stellen unbesetzt sind“, so der Hoteldirektor.

Keine Personalprobleme

Das sehe im Öschberghof anders aus: „Wir haben Vollbesetzung.“ Man hab etwa auch beschlossen, wieder mehr Leistungen anzubieten, „so war etwa der Hexenweiher bislang fünf Tage geöffnet, hier gehen wir auf sieben hoch.“

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Dass im Aasener Hotel ausreichend Personal vorhanden ist, das schreibt Aisenbrey vor allem der Tatsache zu, „dass sich die Menschen bei uns wohl fühlen. Wir haben 22 Azubis, die fertig werden – und 80 Prozent davon wollen bei uns bleiben. Zudem bekommen wir auch genügend Bewerbungen.“ Das habe mit dem Umgang zu tun: „Bezahlung, Wertschätzung, Empathie – es liegt an ihnen, wie sie die Mitarbeiter wahrnehmen.“