Klar, Blitzsäulen sind bei den Teilnehmern des Straßenverkehrs nicht sonderlich beliebt. Sie lauern meist an unübersichtlichen Plätzen, schlagen dann schnell mit einem roten Blitz zu und greifen tief in den Geldbeutel des Fotografierten. Natürlich immer vorausgesetzt, er hat eine entsprechende Geschwindigkeit erreicht.

Dafür müssen die Geräte regelmäßig büßen. Regelmäßig werden sie zertrümmert, mit einem Baseball-Schläger malträtiert oder eben auch mit Farbe angeschmiert. So erging es jetzt auch dem Gerät, das in der Neue-Wolterdinger-Straße seinen Dienst tut: Auf beiden Seiten haben Unbekannte die moderne grau-schwarze Blitzsäule in grellen Neonfarben besprüht. Auf der stadtwärts gerichteten Seite sogar direkt über die Fläche mit den Kameras. Viele Autofahrer können sich beim Vorbeifahren ein kleines Schmunzeln sicher nicht unterdrücken. Dennoch: es handelt sich hier um Vandalismus und verursacht unnötige Kosten und einen unnötigen Arbeitsaufwand für denjenigen, der das Gerät wieder sauber kriegen muss.

Zum Motiv lassen sich auch einige Vermutungen anstellen. Gestern fand ein bundesweiter Blitzmarathon statt. Der unbekannte Farbsprüher dachte wohl, er könne mit seiner Aktion eine Protestnote gegen den deutschlandweiten Einsatz richten. Ganz Deutschland? Nein, acht Bundesländer haben sich dazu entschieden, nicht am Blitzmarathon teilzunehmen. Darunter auch das Land Baden-Württemberg, in dem sich zufällig eben jenes Gerät an der Donaueschinger Ausfahrt in Richtung Wolterdingen befindet.

Sollte der Farbeinsatz also ein Versuch gewesen sein, etwas gegen den Marathon zu unternehmen, dann sei an dieser Stelle versichert: das ging ganz schön nach hinten los.