"Die Bruderhausdiakonie braucht offensichtlich keine Gesetze, um etwas zu machen, sondern tut es einfach", lobte Sozialdezernent Jürgen Stach das neueste Resultat dieses Wirkens bei dessen offiziellen Inbetriebnahme: das Gebäude in der Breslauer Straße 31, in dem sich jetzt die neue Kantine sowie Bildungs- und Sozialräume für die Beschäftigten befinden.

Menschen definieren sich und ihren Selbstwert über Arbeit. Egal ob mit oder ohne Handicap: per Gesetz hat jeder Mensch das Recht auf einen Arbeitsplatz. Das Recht auf Teilhabe und eine Anstellung für Menschen mit Behinderungen wird durch das Bundesteilhabegesetz neu geregelt.

Für die Bruderhausdiakonie ist dieses Teilhaben nichts Neues, sondern immer schon Leitbild gewesen. Alles geht zurück auf Gustav Werner. Der Geistliche, den die Idee von Gerechtigkeit für alle Menschen umtrieb, gründete 1837 die Institution Bruderhausdiakonie, die heute in ganz Baden-Württemberg wirkt und auch in Donaueschingen mit verschiedenen Gruppen vertreten ist. Von der Bruderhausdiakonie wird beispielsweise auch die Kantine in der Agentur für Arbeit betrieben.

Das Gebäude befindet sich im Besitz von Horst Klann und Angelika Weißhaar. Im August 2016 habe er sich bei der Besichtigung der Räume nur schwer vorstellen können, dass sich die Pläne für dieses Zentrum an diesem Ort verwirklichen lassen würden, berichtete Arthur Olfert, Bereichsleiter für Arbeit und Bildung der Bruderhausdiakonie im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Ein halbes Jahr später ist das Werk vollbracht. Küche, Kantine, Bildungsraum, Lagerräume für Küche, Werkstatt und Reinigungskräfte haben hier nun auf zwei Ebenen und barrierefrei ihren Platz gefunden. Täglich nehmen 70 Personen plus Mitarbeiter der Bruderhausdiakonie das angelieferte und von den Mitarbeitern aufbereitete Mittagessen ein. Eine Öffnung nach außen sei später durchaus denkbar, so Olfert.

Oberbürgermeister Erik Pauly sagte, er sei froh über die Art und Weise des Engagements der Bruderhausdiakonie in der Stadt. Er sicherte jede mögliche Unterstützung zu und überreichte ein Stadtwappen zur Verschönerung.