„Bergfest“ hat jetzt das größte Straßenbauprojekt auf der Baar gefeiert. Während kurz nach Halbzeit der Zeit- und Kostenrahmen stimmt und der B 27-Ausbau zwischen Donaueschingen-Mitte und dem Wasserturm Hüfingen bisher „mehr als rund“ gelaufen sei, blickt Projektleiter Hartmut Trenz bereits auf den Ausbau Nord. Vorarbeiten für den Abschnitt zwischen „Mitte“ und dem Knoten Allmendshofen beginnen bereits im Herbst.

95 000 Kubikmeter Material werden verbaut

Ab 1. Oktober wird an der westlichen Böschung der gesamte Baum- und Buschbestand gefällt und gerodet. Mit dieser Maßnahme werden die Materialablagerungen vorbereitet, die zur Erstellung der neuen Doppelspur notwendig werden. „Im Norden sind die Böschungen höher als im Süden“, sagt Trenz. 95 000 Kubikmeter Erdreich werden verbaut, bis alte und neue Fahrbahnen auf gleichem Niveau sind. Auch wenn das die dreifache Menge der im Südabschnitt verbauten Massen sein wird, werde der Ausbau dank höherem Maschineneinsatz nicht im gleichen Maße länger dauern.

Ein 30-Millionen-Projekt frisst auch viel Papier. Projektleiter Hartmut Trenz hat einen ganzen Schrank voller Ordner, die den Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen Donaueschingen-Mitte und Hüfingen, Wasserturm, begleiten.
Ein 30-Millionen-Projekt frisst auch viel Papier. Projektleiter Hartmut Trenz hat einen ganzen Schrank voller Ordner, die den Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen Donaueschingen-Mitte und Hüfingen, Wasserturm, begleiten. | Bild: Wursthorn, Jens

Der Ausbau Nord muss Ende 2021 abgeschlossen sein. „Das ist ambitioniert, aber machbar“, so Trenz weiter. Gegen Jahresende werden die beiden Doppelfahrbahnen bei „Mitte“ zusammengeführt. Das heißt aber nicht, dass der Verkehr ab 2022 jeweils zweispurig fließt. Schon länger bekannt war, dass 2023 genutzt wird um die alten Fahrbahnen zu sanieren. Bei der Überprüfung der Brückenbauwerke hat sich zudem herausgestellt, dass die Anfang der 1970er Jahre gebaute Donaubrücke den zunehmenden Belastungen aus dem Schwerverkehr dauerhaft nicht standhalten dürfte. Sie wird durch einen Neubau ersetzt. Im Kern wird das ein Zwilling der im Bau befindlichen Brücke sein, die die neue Doppelfahrbahn aufnehmen wird, aber schon im nächsten Jahr für den Materialtransport zur Nord-Baustelle benötigt wird.

Jeweils zweispurig zwischen Donaueschingen und Hüfingen: Das wird frühestens 2024 Realität.
Jeweils zweispurig zwischen Donaueschingen und Hüfingen: Das wird frühestens 2024 Realität. | Bild: Wursthorn, Jens

Im Bereich Donaubrücke erwartet Autofahrer deshalb dauerhaft eine einspurige Verkehrsführung. Der Abriss der alten Brücke beginnt 2022, bis Ende 2023 soll die neue gebaut sein, der Verkehr dürfte erst irgendwann im Jahr 2024 zweibahnig diese Stelle passieren. Weniger gravierend sind die Mängel an den anderen Bestands-Brücken. Sie werden punktuell erneuert: bei Arbeiten, die nahezu keine Auswirkungen auf den fließenden Verkehr haben werden. „Der rollt. Vielleicht manchmal etwas langsamer“, so Trenz. Etwa, wenn im Bereich von Baustellenausfahrten aus Sicherheitsgründen eine Geschwindigkeitsreduzierung notwendig wird.

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Fast abgeschlossen ist der Ausbauabschnitt Süd. Die Straßenbauer machen am 2. März weiter. Bis zur vertraglich vereinbarten Übergabe Ende Mai steht parallel zum Straßenbau die Sanierung der Wirschaftswege dies- und jenseits der B 27 an. Hier wird eine Forderung der Landwirtschaft umgesetzt. Saniert wird im Dreieck B 27/ B 31 im Bereich Wasserturm sowie am Fuß des Wohngebiets in Richtung eines Bestandwegs, der in Richtung Zubringer Allmendshofen führt.

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Im Bereich des Anschlusses Allmendshofen müssen Autofahrer in diesem Jahr mit einer kurzzeitigen Umleitung rechnen. Entsprechend zu den Arbeiten 2019 auf der westlichen Seite werden nun auch auf der Riedseeseite die Einfädel- und die Beschleunigungsspur verbreitert. „Das wird schneller gehen als im vergangenen Jahr“, kündigt Trenz an. Der genaue Zeitpunkt sei noch offen.

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Den Feinschliff bekommt die B 27 Süd im Lauf des Restjahres. Dann wird die neue Doppelfahrbahn sukzessive mit Leitpfosten, Schutzplanken und Beschilderungen ausgerüstet.

Die Lärmschutzwand

Projekt: 600 Meter lang wird die Lärmschutzwand, die das Baugebiet „Auf Hohen“ vor dem Straßenlärm der Bundesstraße 27 schützen soll. Die Wand aus 1,75 Meter breiten Betonelementen ist straßenseitig etwa 7,35 Meter hoch. Im Projekt inbegriffen ist ein 3,50 Meter hoher Wall auf der Häuserseite, der bepflanzt wird. Die Kosten betragen 3,3 Millionen Euro, 946 000 Euro Beteiligungskosten hat die Stadt Hüfingen in den Haushalt 2020 gestellt, die genauen Kosten ergeben sich aus der Auftragsvergabe.

Umsetzung: Das am 17. Dezember ausgeschriebene Projekt kommt am 29. Januar zur Submission. Dann liegen dem Regierungspräsidium die Angebote der Anbieter vor. „Bis spätestens am 27. März muss der Auftrag erteilt werden, Baubeginn ist am 7. April und die Fertigstellung muss bis 30. Oktober erfolgen“, so Projektleiter Hartmut Trenz. Keinesfalls werde die neue Trasse in Betrieb genommen, bevor die Lärmschutzwand steht. Die Kostenbeteiligung und die gesicherte Umsetzung vor der zusätzlichen Lärmbelästigung waren in den vergangenen Jahren Diskussionspunkte zwischen Hüfingen und dem Land. (wur)