Der demografische Wandel fordert die Kommunen nicht nur beim altersgerechten Wohnen. Auch zu organisatorischen Fragen bei Themen wie Leben mit Einschränkung oder Daseinsfürsorge im Alter besteht großer Informationsbedarf. Hierzu hat sich die Gemeindeverwaltung Brigachtal schon 2018 auf die Suche nach einer geeigneten Person für diese Aufgabe gemacht und wurde mit Bruno Braun auch fündig. Bruno Braun wohnt seit Jahren in Brigachtal, genießt ein hohes Vertrauen im Ort und hat nun diese wichtige Aufgabe im Ehrenamt übernommen.

Mit im Boot bei der Einrichtung dieser Stelle war auch Ehrenbürger Max Hirt vom Verein Miteinander-Füreinander – dem Ort, wo derartige Fragen naturgemäß auch diskutiert werden. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER hat der Behindertenbeauftragte der Gemeinde Brigachtal, so der offizielle Name, nun sein Aufgabegebiet umrissen.

Helfer und Berater

Mit seinem breiten Wissen in den entsprechenden Gesetzen und Vorschriften kann Bruno Braun gezielt Informationen zum Teilhabegesetz und bei Fragen zur Pflegeversicherung geben. Da er keine amtlichen Befugnisse hat, sieht sich der ehrenamtlich Tätige als Wegweiser und gibt Hilfestellung in unterschiedlichster Form.

Ob beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Formulierung von Einsprüchen gegen Ablehnungsbescheide oder bei der Beratung von Angehörigen altersbedingt eingeschränkter Menschen – Brauns Hilfe gilt als kompetent und hilfreich.

Diskretion schafft Vertrauen

Einmal im Monat stellt ihm die Gemeindeverwaltung einen Raum im Rathaus zur Verfügung, wo Hilfe- oder Ratsuchende im persönlichen Gespräch ihr Anliegen vorstellen können. „Bisweilen werde ich aber auch beim Einkauf an der Gemüsetheke angesprochen“, erzählt Braun, der aber auch in dieser Situation stets ein offenes Ohr für die jeweiligen Sorgen hat.

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Großes Vertrauen ist ihm sicher, erfährt er doch auch von schwerwiegenden Problemsituationen, mit denen er diskret umzugehen weiß. Da seine Informationen durchaus auch finanziell weitreichende Folgen haben können, fertigt er zur eigenen und der Beratenen Sicherheit von jeder Besprechung eine Niederschrift an.

Seine Meinung ist gefragt

Eingebettet in ein Netzwerk benachbarter Behindertenbeauftragter tauscht sich Bruno Braun regelmäßig aus und verfügt somit über ein breites Spektrum von konkreten Hilfsmöglichkeiten. Die Gestalter des Betreuten Wohnens in Kirchdorf haben ebenfalls auf Brauns Kompetenz zurückgegriffen und in der Planungsphase auf seine Argumente gehört. Dies war und wird nun auch beim Projekt Dorfhaus und Bebauung Kranzareal wieder so sein. Selbst bei Fragen der Mobilität und des Öffentlichen Personennahverkehrs setzt sich Braun mit seinem Wissen für Behinderte oder Betagte ein.

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Hemmschwellen abbauen

Ein wichtiges Aufgabenfeld sind auch Fragen zum Thema Pflegestufen-Eingruppierung. Wenn der Medizinische Dienst der Pflegekassen sich vor Ort in den Haushalten über den Zustand des Antragstellers erkundigt, so ist Bruno Braun berechtigt, als Beistand anwesend zu sein. „Während der Coronazeit war es notwendig, hier besonders Beistand zu leisten, weil der Medizinische Dienst nicht in die Häuser kam. Hier habe ich oft bei der Widerspruchsformulierung geholfen“, so der Behindertenbeauftragte.

In Fällen, in denen Menschen eine amtliche Betreuung bekommen müssen, berät er im Vorfeld die Beteiligten und begleitet sie auch zum Betreuungsgericht. Ein besonderes Anliegen ist ihm, dass Hemmschwellen, seinen Dienst in Anspruch zu nehmen, abgebaut werden. Er ermutigt die Menschen, dieses wertvolle Angebot der Gemeinde offen anzunehmen.

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