In ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr mussten sich die Brigachtaler Gemeinderäte gleich mit dem Abriss und Neubau der Brigach-Brücke bei Beckhofen beschäftigen. Der Brückenneubau kommt in Summe nun auf 655 591 Euro. Notgedrungen aber mit leichtem Zähneknirschen stimmten die Gemeinderäte bei zwei Enthaltungen dieser Planung zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Haushaltsplan 2020 waren dafür eigentlich 560 000 Euro eingeplant worden. Obwohl sich an der Ausschreibung sechs Bauunternehmen beteiligt hatten, lag selbst der preiswerteste Anbieter, die Firma Günter Bausanierung Unterkirnach, mit 117 Prozent über diesem Preis. Das sei eine unangenehme Folge der derzeitigen Preiserhöhungen im Baugewerbe.

Lebensader: Ohne die geplante Behelfsbrücke müssten die Bewohner Beckhofens mit weitläufigen Umleitungen leben.
Lebensader: Ohne die geplante Behelfsbrücke müssten die Bewohner Beckhofens mit weitläufigen Umleitungen leben. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Der Vertreter des Planungsbüros, Dieter Seibert aus Freiburg, zeigte sich ob dieser enormen Kostensteigerungen überrascht, verwies aber darauf, dass dies inzwischen schon zur Normalität geworden sei. Außerdem müsse man schon froh sein, wenn sich überhaupt noch genügend Anbieter finden, die überhaupt noch ein Angebot abgeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Auf Nachfrage von Gemeinderat Olaf Faller (BI) erklärte Seibert, dass sein Honorar dabei gemäß der ursprünglichen Planung berechnet wird und damit nicht Teil dieser Mehrkosten sei, was im übrigen auch für diverse andere Planungspositionen gelte.

Vorübergehende Brücke

Geplant ist, die Abrissarbeiten bereits Ende März zu beginnen und den Neubau bis Ende September fertigzustellen. Während dieser Zeit wird eine Behelfsbrücke aus Stahl genau neben der bestehenden Brücke eingebaut, um auch während der Bauarbeiten den Verkehr auf der Gemeindeverbindungsstraße nach Wolterdingen und für die direkt betroffenen Anlieger im Weiler Beckhofen weiter ermöglichen zu können.

Abriss und Neubau der maroden Brücke über die Brigach bei Beckhofen.
Abriss und Neubau der maroden Brücke über die Brigach bei Beckhofen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Genau zu diesem Punkt fragte Gemeinderat Thomas Huber (UB), ob nicht aus Kostengründen darauf verzichtet werden könne, wenn zumindest die betroffenen Anlieger in einem gewissen Rahmen dafür entschädigt würden. Diese Idee wurde aber von der Verwaltung zurückgewiesen, weil ja unter anderem auch die Durchfahrt für Müllabfuhr, Forst- und Landwirtschaft bis hin zu den Rettungsdiensten aufrecht erhalten werden müsse. Weitläufige Umleitungen über Grüningen oder Überauchen wären sonst die Konsequenz.

Aufschieben bringt nichts

Ansonsten waren sich die Gemeinderäte einig, dass es wenig Sinn mache, diesen Neubau noch weiter aufzuschieben, da hier höchstens ein bis zwei Jahre gewonnen werden könnten und in dieser Zeit die Baupreise eher noch anstiegen. Auch der bestehende Förderungsbescheid in Höhe von 227 500 Euro würde dann verfallen und müsste neu beantragt werden – mit ungewissem Ausgang.