Noch liegt das Gelände vor der Festhalle Überauchen und dem Heimatmuseum brach, doch schon in einigen Monaten sollen hier Bagger und Baumaschinen anrücken, um im Rahmen der Dorfkernsanierung Überauchen ein schmuckes Dorfhaus Wirklichkeit werden zu lassen. Hierzu hatte der Gemeinderat bereits in früheren Sitzungen eine Grobplanung auf den Weg gebracht, die nun von dem Architektenduo Christian Kuberczyk und Siyami Akyildiz konkretisiert wurde.

Die beiden Architekten Siyami Akyildiz (links) und Christian Kuberczyk stellen die derzeitigen Planungsvarianten für das Dorfhaus in Überauchen vor.
Die beiden Architekten Siyami Akyildiz (links) und Christian Kuberczyk stellen die derzeitigen Planungsvarianten für das Dorfhaus in Überauchen vor.
  • Zwei Planungsvarianten: Hatte die Gemeinde zunächst ein Langhaus parallel zur Bondelstraße ins Auge gefasst, wurden nun den Räten zwei konkretere Planungsvarianten vorgestellt. Ursprünglich sollten unter einem extrem steilen Dach nicht nur die kleine Sporthalle, sondern auch Büroräume und gar ein kleines Café untergebracht werden. Das ursprünglich geplante zweite Stockwerk hätte umfangreiche Brandschutzinvestitionen mit sich gebracht. Die Entscheidung, auf ein Café zu verzichten, wurde auch mit dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Gasthof begründet. Bei der Diskussion über die nun vorgestellten Varianten kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass die Entscheidung für Variante eins maßgeblich vom späteren Nutzwert des Dorfhauses geprägt wurde. Es ist geplant, dass in dem nicht unterkellerten Bau eine große Halle für Sport- und Veranstaltungszwecke eingerichtet wird. Vorteil von Variante eins sei es, dass im ersten Stock reichlich Platz für die Lagerung von Bühnenelementen wäre. Auch könnte dieser Teil als Depot für Museumsgegenstände aus dem benachbarten Heimatmuseum dienen. Bei Variante zwei hätte der große Raum kathedralenähnlichen Charakter erhalten, reicht der lichte Raum doch bis unter die Dachspitze. Im Gegensatz zum ursprünglich geplanten Langhaus weisen die nun vorgestellten Planungsversionen asymmetrische Dachquerschnitte auf. Diese verleihen dem Bau deutlich sichtbar seine Sonderstellung innerhalb des Gebäudeensembles in der Ortsmitte, so das Architektenduo. Die Dachneigungen wurden dem übrigen Ortsbild angepasst. In beiden Planungsvarianten wird das Tageslicht entweder durch Lichtkanonen (Variante 1) oder durch ein langes Fensterband (Variante 2) in das Gebäude geführt.
  • Künftige Nutzung: Auf die Frage, weshalb die nun vorgestellten Versionen sich so deutlich von der Machbarkeitsstudie entfernt haben, sagte Hauptamtsleiter Martin Weißhaar, dass man mit dieser Planung der eierlegenden Wollmilchsau im Hinblick auf die künftige Nutzung sehr nahe komme. Zum einen bekommen natürlich die Sportvereine hier ein neues Zuhause. Aber auch kleine Feste, Aufführungen, Tagungen und sogar Familienfeiern sollen hier abgehalten werden. Sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Stock ist je ein kleinerer Mehrzweckraum vorgesehen. Befinden sich die Haupt-Toilettenanlagen im Erdgeschoss, weist der vorliegende Plan im Obergeschoss auch zwei Duschen aus. Direkt neben dem Großen Saal befindet sich fürderhin eine Ausgabeküche.
    Mehrere Gemeinderäte wiesen in diesem frühen Planungsstadium bereits auf Details hin, welche die Vertreter des Planungsbüros als Hausaufgaben mitnehmen sollten. Besonders die Lage der Treppe innerhalb des Gebäudes stieß auf Kritik, schränkt sie doch auf den ersten Blick die Variabilität bei der Nutzung des Erdgeschosses ein. Die große Glasfront in Richtung Süden sollte so gestaltete werden, dass der Platz vor dem künftigen Kindertagesstätte (heutige Festhalle) mit genutzt werden kann. Die derzeitige Planung sieht bei Theaterbestuhlung 150 Sitzplätze und 100 Sitzplätze an Tischen vor. Ferdinand Ritzmann merkte an, dass in der Halle unbedingt ein Sportboden verbaut werden möge.