Sabine Kraft setzt sich seit langen Jahren ambitioniert für die Kinderhospizarbeit ein. Jetzt erhält sie für ihren engagierten und aufopfernden Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die 61-jährige Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz, Sabine Kraft, ist eine starke Frau. Sie hat schon zahlreichen Menschen und ihren Angehörigen geholfen, mit der Sorge um ihre sterbenskranken Kinder und Geschwister besser zurecht zu kommen. In den vielen Jahren ihrer Arbeit ist es ihr gelungen, ein Kindernetzwerk für Palliativmedizin aufzubauen. Dabei unterstützt die Sozialpädagogin unermüdlich die Betroffenen, die oft hilflos der schwierigen Situation gegenüberstehen und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Ein wichtiges Detail ihrer Arbeit ist Mut und Kraft beim Sterben der todkranken Kinder zu geben.

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Die Arbeit hat Ihr Leben verändert. „Heute bin ich dankbar für das Glück, überhaupt so alt geworden zu sein“, erklärt die 61-Jährige und ist glücklich, die vom Leid Betroffenen begleiten und ihnen helfen zu dürfen. Obwohl es auch für sie nicht ganz leicht ist. „Das Sterben eines Kindes aushalten, ist nicht einfach“, sagt die Sozialpädagogin. „Doch die Arbeit ist erfüllend und führt mir immer wieder den Wert des Lebens vor Augen“, führt sie etwas nachdenklich an.

Vor 15 Jahren hat Sabine Kraft die Geschäftsführung des Bundesverbands Kinderhospiz übernommen. Und 2013 siedelte sie mit dem in Olpe gegründeten Verband nach Lenzkirch um. Teilweise ist Sabine Kraft weltweit unterwegs. Drei Jahre lang leitete sie als Vorsitzende das internationale Netzwerk für die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen (ICPCN). Im vergangenen Jahr wurde sie Vorstandsmitglied dieser wichtigen Organisation, die sich für eine angemessene Versorgung und die Rechte von kranken Kindern auf der ganzen Welt einsetzt.

In Ihrem Einsatz für die Kinderhospizarbeit hat sie einige Meilensteine überwunden. Dazu gehört vor allem ihre mehr als zehnjährige intensive Lobbyarbeit auf politischer Ebene, bei der sie erfolgreich eigene Rahmenvereinbarungen für stationäre Kinderhospize erreicht hat. Was zu erheblichen und strukturellen Verbesserungen für die Kinderhospizeinrichtungen führte. Inzwischen gibt es mehr als ein Dutzend stationäre Kinderhospize und über 70 ambulante Kinderhospizdienste mit speziellen Hilfsleistungen. „Politisch ist es unverzichtbar, dass die Kinderhospizarbeit unabhängig von der Hospizarbeit für Erwachsene gesehen wird, zumal Kinder andere Bedürfnisse und Anforderungen als Erwachsene haben“, verdeutlicht sie. Dazu gehört auch die Einführung der Hotline Oskar Sorgentelefon, die Betroffenen zu jeder Zeit Rat und Hilfe leistet.

Der Weg von Sabine Kraft hatte schon immer etwas mit sozialem Engagement zu tun. Schon früh führte sie das Leben nach Nordirland, wo sie in der größten Wohnsiedlung Europas als Laien-community-Mitarbeiterin für Alleinerziehende tätig war. Danach arbeitete sie unter anderem in Donauscheingen als Stadtjugendpflegerin und legte den Grundstein für das heutige Jugendzentrum und in Döggingen leitet sie zeitweise den Kindergarten. Sie war Geschäftsführerin von Pro Familia in Freiburg und initiierte danach den ambulanten Kinderhospizdienst in Freiburg und Titisee-Neustadt. Daneben war sie Mitbegründerin des Vereins für Tourette-Kranke und arbeitet auch ehrenamtlich. Auch bei der Gründung eines Fortbildungsinstituts für Vereinbarkeit von Familie und Beruf Prophila in Freiburg engagierte sich Sabine Kraft.