Es sind rein theoretisch noch 17 Wochen bis zum neuerlichen Laufspektakel in und um das kleine Zähringerstädtchen. Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober, sollen die Läufe beim 53. Schwarzwald-Marathon veranstaltet werden. Aber in der Corona Pandemie ist gerade alles anders und ändert sich auch teils täglich.

So steht natürlich auch die Laufveranstaltung mit ihren 3000 Teilnehmern plus zugehörigem Begleittross und Zuschauern auf dem Prüfstand.

Es gibt schon viele Anmeldungen

„Der Sachstand ist momentan so, dass die Veranstaltung noch nicht abgesagt ist“, so der zweite Vorsitzende Hans-Peter Futter. Die Anmeldezahlen sind konstant analog zum Vorjahr, auch trudeln täglich neue Anmeldungen im Büro der LSG Schwarzwald Marathon ein.

Aber so wie schon vielen anderen Veranstaltungen hängt auch über dem Schwarzwald-Marathon das Damoklesschwert des Lockdowns. „Dies kann sich täglich ändern, je nach Bestimmungen der Regierung“, sagt Futter. „Spätestens im August müssen wir jedoch eine klare Entscheidung treffen.“

Der Start des Marathons in Bräunlingen im Jahr 2019. Wegen Corona gilt insbesondere ein für Mathon-Läufe typischer, dichtgedrängter Massenstart als kritisch.
Der Start des Marathons in Bräunlingen im Jahr 2019. Wegen Corona gilt insbesondere ein für Mathon-Läufe typischer, dichtgedrängter Massenstart als kritisch. | Bild: Roger Müller

Aus Vorsicht hat man nämlich bis dato die Medaillen noch nicht in Auftrag gegeben. Das Druckgusswerkzeug bei der Firma Dynacast ist zwar fertig, doch der Produktionsstart ist noch nicht erteilt. Genauso ist es mit den Marathon-Shirts, auch hier ist die Bestellung noch nicht ausgelöst.

„Um dies jedoch dann im Falle einer Durchführung der Veranstaltung rechtzeitig alles fertig zu bekommen, brauchen wir Vorlaufzeit, und deswegen muss im August die Entscheidung fallen“, erklärt Futter. Will heißen, wenn im Monat August noch nicht klar ist, ob solche Großveranstaltungen wieder möglich sind, wird der 53. Lauf erst 2021 stattfinden.

Hans-Peter Futter
Hans-Peter Futter | Bild: Roger Müller

Falls der Lauf dann doch stattfinden soll, sehen sich die Verantwortlichen der LSG Schwarzwald Marathon vor großen zusätzlichen und nie dagewesenen Herausforderungen. „Wir werden kaum im Falle des Starts auf Hygienemaßnahmen verzichten können“, ist sich Futter sicher.

Alleine fürs Umsetzen und Kontrollieren von Hygienemaßnahmen müssten 100 zusätzliche Helfer eingesetzt werden. „Mit den Materialien wie Desinfektionsspender, und weiteren Hygieneartikeln werden wir uns hier mit Zusatzaufwand im fünfstelligen Eurobetrag bewegen müssen.“

Wie die Abstandsregelungen umzusetzen wären, ist noch unklar

Auch ist ungeklärt, wie man mit den Abstandsregelungen in der Bräunlinger Stadthalle, den Toiletten, Umkleiden oder bei der Siegerehrung umgehen soll. „In der Herrentoilette müsste beispielsweises jedes zweite Urinal gesperrt werden, wie soll das funktionieren bei 3000 Teilnehmern?“

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Auch der Start im Block wäre kritisch, stehen hier die Läufer doch dicht an dicht. Wollte man hier die Abstandsregelung einhalten, würde der letzte Starter in Hüfingen stehen. Und noch ein Risiko besteht. Wenn im Block gestartet werden würde, dann käme es zu einer riesigen Tröpfchen-Luftwolke, durch die alle Läufer gerade beim Start einmal durchlaufen müssten.

„Wir wollen ja schon jedes Jahr in den Schlagzeilen stehen“, sagt Hans-Peter Futter, allerdings mit tollen Läufen und hohen Starterzahlen, „aber nicht, dass wir mit unserem Marathon im Corona Jahr zum Hotspot eines neuerlichen Corona Ausbruch geworden sind“.

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