Das Verkehrskonzept für den Blumberger Schulcampus erhält klare Konturen. Nach intensiver Diskussion einige sich der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Markus Keller einstimmig auf Folgendes: Die Achdorfer Straße bleibt als wichtige Erschließungsstraße in beiden Richtungen befahrbar.

Bild: Müller, Kerstan

Busbucht

Vor dem Schulneubau in der Straße wird ein Haltestreifen für Elterntaxis eingerichtet und vor der Realschule wird eine Busbucht so gestaltete, dass Fahrzeuge an den haltenden Bussen mit guter Sicht vorbei können. Um das Ganze zu beruhigen, wird die Achdorfer Straße von der Eichbergstraße bis zur Goethestraße ein verkehrsberuhigter Bereich, sprich eine Spielstraße, wie die einmündende Straße Ob der Kehr. In einer Spielstraße, so Keller, hätten viele Autofahrer Skrupel, schneller durchzufahren.

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Bürgermeister Markus Keller sagte, entscheidend sei dabei auch, wie sich die Verkehrsströme dort mit dem zweiten Pflegeheim, der neuen Sozialstation und dem Betreuten Wohnen des Zweckverbands Pflegeheim Haus Wartenberg entwickeln würden.

Verkehrszählung

Eine Verkehrszählung in der Achdorfer Straße habe in einer halben Stunde 75 Fahrzeuge und 54 Schüler ergeben, erklärte Planer Klaus Wiederkehr, sie hielten es deshalb für notwendig, etwas zu überlegen. Von den Fraktionen und Stadträten hätten sie viele Anregungen erhalten. Wiederkehr hatte vier Bereiche herausgearbeitet, darunter war die Frage, ob die Achdorfer Straße eine Einbahnstraße Richtung Westen werden solle oder in beiden Richtungen befahren werden solle.

Sicherheit der Fußgänger wichtig

Wichtig, das betonte Wiederkehr, war ihnen, dass die Fußgänger gestärkt würden, sprich mehr Sicherheit erhielten. Bürgermeister Keller fragte, ob eine zeitlich begrenzte Einbahnstraße möglich sei und erfuhr, das sei möglich, in Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde.

Stadtrat Hermann Zorbach (fraktionslos) regte an, die Parkplätze in der Achdorfer Straße vor der Eichbergsporthalle werktags von 9 bis 17 Uhr für Lehrer (mit Ausweis) auszuweisen, dann brauche man keinen neuen Parkplatz an der Eichbergschule.

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Stadtrat Hannes Jettkandt (Freie Liste), der in der Achdorfer Straße wohnt und 40 Jahre an der Realschule unterrichtete, hatte vom Verkehrsaufkommen eine andere Wahrnehmung als Planer Klaus Wiederkehr. Selbst in Stoßzeiten habe er bei 36 eigenen Zählungen nur bis zu fünf Fahrzeuge pro Minute gesehen, sonst seien es im Schnitt zwei Fahrzeuge pro Minute.

Im Campus rund 170 Schüler mehr

Nach Fertigstellung des Campus kämen rund 170 Schüler mehr, davon rund 130 Werkrealschüler, die meist nicht mehr gefahren würden. Die Freie Liste sehe keine Notwendigkeit, den Verkehr zu reduzieren, man sollte abwarten, bis das zweite Pflegeheim und die Sozialstation in Betrieb seien. Ein Wunsch sei allerdings, die Bushaltestelle vor der Realschule zu optimieren. „Manchmal kommen drei Busse hintereinander“. Der Freien Liste schwebt eine Busbucht Richtung Realschule vor.

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Stadtrat Dieter Selig (CDU) wies darauf hin, dass die CDU schon im Mai 2019, während der Bauphase des zweiten Pflegeheims und des Neubaus der Sozialstation beantragt habe, die Achdorfer Straße für die Dauer der Baustelle als Einbahnstraße von Osten nach Westen von der Eichbergstraße bis zur Goethestraße auszuweisen. Zudem habe die Fraktion beantragt, die Bushaltestelle als Bucht einzurücken und in der Achdorfer Straße einen Haltebereich für Elterntaxis einzurichten.

Antrag für Verkehrstest

Der Gemeinderat habe daraus ein hochpolitisches Thema daraus gemacht und den Antrag mehrheitlich abgelehnt. Dabei sei es der Fraktion nur darum gegangen zu testen, ob eine Einbahnstraße taugen würde. Am Donnerstag schlug Stadtrat Selig vor, den verkehrsberuhigten Bereich in der einmündenden Straße Ob der Kehr auf die Achdorfer Straße bis zur Goethestraße auszudehnen, was dann so beschlossen wurde.

Beruhigung macht Sinn

Stadtrat Werner Waimer (FDP) sprach sich gegen einen angedachten Pkw-Haltebereich vor dem Sophie-Scholl-Kindergarten aus, weil dafür die bisherigen Parkplätze entfielen und die Eltern die Kinder zum Kindergarten begleiten sollten. Da der Campus von sechs Buslinien befahren werde, mache die Beruhigung durchaus Sinn. Stadträtin Ursula Pfeiffer (SPD), die ebenfalls dort wohnt, schloss sich den Ausführungen von Hannes Jettkandt an. Es gebe nur ein paar Stoßzeiten, zu den anderen Zeiten fließe wenig Verkehr. Auch sie meinte, man solle die Entwicklung mit den Neubauten abwarten.

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